German Doctors
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Unterernährung in Entwicklungsländern und ihre Folgen

Unterernährung in Entwicklungsländern und ihre Folgen

Unterernährung in Entwicklungsländern und ihre Folgen

Unterernährung in Entwicklungsländern und ihre Folgen

Ein weltweites Problem

Weltweit leiden 870 Millionen Menschen an Unterernährung. Diese ist besonders in Entwicklungsländern ein großes Problem, mit dem wir in all unseren Projekten konfrontiert sind. Mangelernährung meint dabei nicht nur den Mangel an Essen, sondern auch unzureichenden Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichenden Mikronährstoffen wie Mineralien und Vitaminen. Dabei zieht die Mangel- und Unterernährung häufig weitere negative Folgen mit sich. So z.B. die Schwächung des Immunsystems, wodurch die Anfälligkeit für Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria steigt und Patienten sich umgekehrt schwieriger von einer Erkrankung erholen können. Besonders im Kindesalter kann Unterernährung die körperliche und geistige Entwicklung mindern und im Extremfall zum Tode führen. Der Kampf gegen Unterernährung ist also Voraussetzung für eine grundlegende Besserung der Situation der Menschen in Entwicklungsländern. Lesen Sie hier, wie unsere Ärzte sich gegen Unterernährung einsetzen und was Ihre Spende bewirken kann.

Unterernährung bekämpfen

Jeder neunte Mensch weltweit hungert. Die meisten Hungernden sind nicht von einer akuten Katastrophe betroffen - sie hungern chronisch, wie dieses Erklärvideo zeigt:

Verschiedene Arten von Hunger

Experten unterscheiden zwischen drei Arten von Hunger, dem chronischen, akutem und verborgenem Hunger. Chronischer Hunger ist ein Zustand dauerhafter Unterernährung, bei dem zu wenig Nahrung aufgenommen wird. Dieser ist weltweit am meisten verbreitet. Der verborgene Hunger ist eine Form des chronischen Hungers. Dabei fehlen aufgrund einseitiger Ernährung wichtige Nährstoffe, was langfristig zu schweren gesundheitlichen Folgen führt. Der akute Hunger bezeichnet eine Unterernährung über einen abgegrenzten Zeitraum und tritt oft im Zusammenhang mit Naturkatastrophen oder Kriegen auf. Akuter Hunger ist die extremste Form des Hungers und betrifft oft Regionen, in denen allgemein schon chronischer Hunger herrscht.

Anzeichen und Folgen von Unterernährung

Die Symptome für eine Mangelernährung sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Ausmaß und Zeitspanne. Offensichtliches Anzeichen ist Untergewicht. So legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch den Body Mass Index (BMI), der Größe, Gewicht und Alter in Relation setzt, als Messgröße an. Ebenfalls wird ein aufgeblähter Bauch oft mit Unterernährung assoziiert. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung in der Bauchfellhöhle, aufgrund von Mangelernährung und dem Fehlen wichtiger Proteine und Eiweiße. Durch den Druck im Bauchraum werden zusätzlich andere innere Organe belastet. Weitere Anzeichen für Unterernährung sind:

Unterernährung in Afrika
  • verschiedene Mangelerscheinungen
  • Schwäche und eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Hautveränderungen, Hautverfärbungen, verzögerte Wundheilung
  • schmerzhafte, geschwollene Läsionen
  • starke Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch
  • Haarausfall und brüchige Fingernägel
  • Sehstörungen und Nachtblindheit
  • Blutarmut
  • sinkende Sauerstoffversorgung der Organe
  • Atembeschwerden
  • erhöhte Infektanfälligkeit und Schwächung des Immunsystems
  • erhöhte Blutungsneigung
  • Wachstumsstörungen und Osteoporose
  • Abbau der Muskulatur und Muskelschwäche
  • Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz

Von Mangel- und Unterernährung sind besonders Kinder betroffen, wobei eine ausgewogene Ernährung Voraussetzung für die spätere Entwicklung ist. So stirbt alle zehn Sekunden ein Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung.

Auswirkung von Unterernährung bei Kindern

Unterernährung führt besonders im Kindesalter zu einer Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung und schweren Krankheiten, wie Hungerödeme und Hungerbauch, Gewebszersetzungen und Marasmus, der Auszehrung aufgrund des Abbaus aller Energie- und Eiweißreserven. Diese Auswirkungen führen meist zum Tode. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass 53 Prozent der Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren in Entwicklungsländern (das sind etwa 5,5 Millionen Todesfälle) auf Unterernährung zurückzuführen sind. Hinzu kommen Mangel an Eiweiß, Fett und Mineralien. Unterernährte Kinder weisen eine geringere Körpergröße im Vergleich zu Gleichaltrigen auf und erbringen schlechtere Schulleistungen.

Auswirkungen von Unterernährung bei schwangeren Frauen

Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nähstoffen, wie Folsäure, Jod, Eisen, Kalzium, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin B. Doch dieser ist bei Frauen, die bereits an einer Mangelernährung in Folge von Unterernährung leiden, nicht gedeckt. Die Folgen sind eine erhöhte frühgeburtliche Todesrate sowie geistige und körperliche Fehlentwicklungen des Kindes.

Armut & Krankheit: Gründe für Mangelernährung

Hunger in Afrika

Mangel und Armut

Zwar geht die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, erfreulicherweise weiterhin zurück. Dennoch hat etwa eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen, was vor allem auf Entwicklungsländer zutrifft. Über 90 Prozent der Menschen, die an Unterernährung leiden, leben in Entwicklungsländern. Hinzu kommt, dass es dort an Zugang zu sanitären Anlagen mangelt. Menschen müssen Urin und Kot im Freien lassen, was zu einer Verkeimung des Wassers führen kann und dadurch den Mangel an sauberem Trinkwasser verstärkt.

Krankheit und Seuchen

Malaria, Tuberkulose und AIDS sind besonders in Entwicklungsländern verbreitet. Gründe dafür sind eine schlechte medizinische Versorgung, Stigmatisierung von Kranken und eine hohe Ansteckungsgefahr durch beengte Wohnverhältnisse und schlechte hygienische Bedingungen. Hinzu kommt aber auch Mangel- und Unterernährung. Denn diese verursacht eine Schwächung des Immunsystems, was die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht und die Genesung erschwert. Deshalb legt German Doctors bei seinen Einsätzen nicht nur den Fokus auf die Behandlung der Krankheiten, sondern auch auf die Bekämpfung von Unterernährung und Armut, um die Situation der Menschen nachhaltig und dauerhaft zu verbessern.

Die Bekämpfung von Unterernährung

Was die German Doctors gegen Unterernährung tun

Die Bekämpfung von Unterernährung zahlt sich nachhaltig und vielfach aus, weswegen wir bei German Doctors darauf in all unseren Projekten ein besonderes Augenmerk legen. Zur Therapie setzen wir eine spezielle Ernährung ein, mit der die Menschen, besonders die Kinder, schnell wieder aufgepäppelt werden. Ziel dabei ist es auch, das Immunsystem zu stärken, um Erkrankungen wie Malaria oder Tuberkulose besser behandeln zu können und gleichzeitig Husten, Schnupfen und ähnlichen Krankheiten vorzubeugen. Zudem bieten wir an einigen Einsatzorten Schulessen an. So stellen wir eine ausgewogene Ernährung sicher und schaffen zusätzlich einen weiteren Anreiz für den Schulbesuch.

Unser Einsatzarzt Dr. Peter Kreysing, der seinen Jahresurlaub einsetzt, um ehrenamtlich in Nairobi zu helfen, berichtet:

“Besonders wichtig ist das Erkennen und die Diagnose von Unterernährung, da die Sterblichkeit dieser Kinder stark erhöht ist. Nach einer Erstdiagnostik werden die kleinen Patienten an unser Feeding Center weitergeleitet, wo die Mütter Beratung erfahren und wenn nötig mit Spezialnahrung versorgt werden. Die Überlebenschancen haben sich dadurch enorm verbessert. Gleichwohl besteht zwischen Armut und Gesundheit weiterhin ein großer Zusammenhang. Es ist enorm wichtig, auch die Lebensumstände der Patienten zu verbessern. Insgesamt kann man den Erfolg der Arbeit in den letzten Jahren spüren.“

HIV/Aids

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Ins­besondere in unseren Pro­jekten in Afrika ist HIV/Aids leider noch immer eines der größten Pro­bleme. Hier mehr über das Virus er­fahren.

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Eine HIV-Infektion geht oft­mals mit einer lang­wierigen Er­krankung an Tuber­kulose einher. Hier mehr über dieses Krank­heits­bild er­fahren.

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Der Stich einer kleinen Mücke kann tödlich enden. Malaria ge­hört zu den ge­fähr­lichsten Infektions­krank­heiten der Welt. Mehr Infos finden Sie hier.

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