German Doctors
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Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Kampf gegen die Tuberkulose

Tuberkulose (abgekürzt auch TB oder TBC) zählt zu den welt­weit am stärksten ver­breiteten bakteriellen Infektions­krank­heiten. Laut Welt­gesundheits­organisation (WHO) infizierten sich im Jahr 2017 rund 10 Millionen Menschen mit dem Erreger. Besonders be­troffen ist Asien (45 Prozent der Neu­infektionen). Alleine in Indien erkranken täglich rund 40.000 Menschen neu an TB. Die Krank­heit tötete weltweit im Jahr 2017 etwa 1,6 Millionen Menschen und ist damit die tödlichste Infektions­krankheit über­haupt. Zwar ist Tuber­kulose in den meisten Fällen heilbar, doch oft fehlt es den Betroffenen an Zu­gang zu medizinischen Ein­richtungen oder sie haben schlicht kein Geld, Arzt­besuche und die teuren Medikamente zu bezahlen. Leiden Betroffene an einer der zunehmenden multi­resistenten Varianten der Krank­heit, erschwert das die Heilung zusätzlich, wenn sie nicht sogar tödlich endet. Lesen Sie im folgenden Artikel, wie die German Doctors in ihrem Kalkutta-Projekt die Tuber­kulose bekämpfen und wie sie die Menschen in Indien behandeln.

Tuberkulose richtig erkennen

Lungenfacharzt Professor Dr. Torsten Bauer spricht über die Ansteckung mit Tuberkel-Bakterien, die richtige Diagnose der Tuberkulose und warum die Therapie monatelang dauert:

Häufige Fragen zur Tuberkulose-Erkrankung

Tuberkulose-Diagnostik

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose, auch Morbus Koch genannt - da Robert Koch im Jahr 1882 erstmals den Erreger Mycobacterium tuberculosis beschrieb – ist eine chronisch verlaufende bakterielle Infektion. Verursacht wird sie durch verschiedene Arten der Mykobakterien. Im Grunde kann jedes Organ von Tuberkulose befallen werden. In den meisten Fällen (80 Prozent) jedoch ist die Lunge betroffen, man spricht dann von einer Lungentuberkulose.

Wie wird Tuberkulose übertragen?

Übertragen werden die Keime durch Tröpfcheninfektion. Entsprechend hoch ist die Gefahr einer Infektion in engen, stickigen Slums wie sie z.B. in Kalkutta weit verbreitet sind. Besonders hoch ist die Zahl der Betroffenen unter den Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z.B. durch Mangelernährung oder einer zusätzlichen Infektion mit HIV.

Wie äußert sich Tuberkulose?

Die Anzeichen der Primärtuberkulose weisen viele Ähnlichkeiten zu einer allgemeinen Grippe auf, was es erschwert, diese schon in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. Hinzu kommt, dass bei manchen Erkrankten zunächst keine oder nur leichte Symptome auftreten. Zudem sind die Symptome der Tuberkulose sehr vielfältig und hängen damit zusammen, welches Organ betroffen ist. Bei Befall der Lunge kann es zu Husten mit oder ohne Auswurf und Luftnot kommen. Auch eine Hirnhautentzündung mit Wesensveränderungen, Krampfanfällen und Halluzinationen kann Folge einer Tuberkulose sein. Unbehandelt führt sie zu Koma und Tod.

Wie lässt sich Tuberkulose bekämpfen?

Um die Epidemie zu beenden, braucht es wirksame Impfstoffe sowie effektive Diagnose- und Be­handlungs­möglich­keiten. Allein dank verbesserter Behandlungs­möglich­keiten wurden zwischen 2000 und 2016 insgesamt 53 Millionen Menschen­leben gerettet. Allerdings: Auch wenn die Behandlung von TB unter anderem aufgrund der zu­nehmenden, schwer behandelbaren Resistenzen gegen Antibiotika lebens­wichtig ist und daher dringend mehr in diesen Bereich investiert werden muss – die Epidemie wird durch bessere Be­handlungs­möglich­keiten letztlich nicht beendet. Daher sind vor allem mehr Investitionen in die Impfstoff­forschung dringend nötig. Der einzige derzeit ver­fügbare Impfstoff ist bereits fast 100 Jahre alt – entwickelt im Jahr 1921 – und bietet nur un­genügenden Schutz vor einer Infektion.

Warum sind Entwicklungsländer stärker betroffen?

Tuberkulose-Patienten

Die Menschen in den Slums von Kalkutta leben unter katastrophalen Bedingungen. In ärmlichen Behausungen leben häufig viele Personen auf engstem Raum. Oft fehlt es an Strom und sauberem Wasser, wodurch die hygienischen Zustände miserabel sind. Optimale Bedingungen für die schnelle Ausbreitung des TB-Erregers. Hinzukommt, dass viele Slum-Bewohner an Mangel- oder Unterernährung oder Vorerkrankungen leiden, die ihr Immunsystem schwächen und sie extrem anfällig machen für eine Infektion mit Tuberkulose. Hiervon sind besonders Kinder betroffen, weswegen eine besondere Tuberkulose-Hilfe für Kinder notwendig ist.

Angst vor Stigmatisierung

Viele Erkrankte fürchten sich vor einer Stigmatisierung, weswegen sie sich nicht in Behandlung begeben. Die Nachbarn könnten ja sehen, dass man eines der Behandlungszentren aufsucht… Auch das Vertrauen in das staatliche Tuberkulose-Programm ist nicht sehr ausgeprägt. Viele Erkrankte meiden die öffentlichen Krankenhäuser, die sehr überlastet und zudem schlecht ausgestattet sind. Stattdessen suchen sie einheimische „Heiler“ mit fragwürdigen Methoden auf.

Einnahme falscher Medikamente

Zudem ist die Medikamenten­sicherheit in Indien ein Problem. Medizin – auch Antibiotika – ist auf den Märkten frei verfügbar, ohne jegliche Kontrolle hinsichtlich ihrer Qualität und Echtheit. Oft nehmen Patienten gefälschte Medikamente ein, also solche, in denen der nötige Wirkstoff gar nicht oder in zu geringer Dosis enthalten ist. Dies kann zur Ver­schlechterung der Krankheits­symptome führen, und schlimmsten­falls zum Tod. Eine weitere mögliche Folge der Einnahme gefälschter Medikamente, insbesondere der von Antibiotika mit zu niedriger Wirkstoff­menge, ist die Ausbildung der gefürchteten Resistenzen. Früher oder später hilft das Antibiotikum dann auch in einer höheren Dosis nicht mehr gegen den Keim. German Doctors-Langzeitarzt in Kalkutta, Dr. Tobias Vogt, behandelt immer häufiger Tuberkulose­patientinnen und -patienten mit multi­resistenten Keimen. Bei einigen versagen sämtliche auf dem Markt befindlichen Medikamente und sie sterben schließlich.

Wichtig ist, ein Antibiotikum bis zur vollständigen Heilung einzunehmen. Viele Patienten in ländlichen Armutsregionen und auch in den Slums der Metropolen in Schwellen- und Entwicklungsländern wissen das mangels Bildung nicht, und sie brechen die Einnahme ab, sobald die Symptome abgeklungen sind, auch wenn der Erreger noch im Körper nachweisbar ist. Das ist verständlich, denn wenn das Geld kaum für das nackte Überleben reicht, investiert man es nicht länger als unbedingt notwendig in teure Medikamente, Überlebt der Erreger aber die Behandlung mit einem Antibiotikum, entwickelt er eine Widerstandsfähigkeit, die er weitervererbt (Antibiotikaresistenz). So entsteht multiresistente Tuberkulose.

Wie können die German Doctors den Tuberkulosepatienten helfen?

Kampf gegen Tuberkulose

German Doctors ist es wichtig, mit den Einheimischen in Kalkutta zusammen zu arbeiten. Viele der von der Organisation angestellten Übersetzer, Sozialarbeiter oder Medizinischen Assistenten sind selbst in den Slums der Großstadt aufgewachsen. Sie kennen die Menschen und Begebenheiten vor Ort, sie sprechen die gleiche Sprache wie die Patienten. Das schafft Vertrauen. German Doctors arbeiten unentgeltlich und nutzen ihren Jahresurlaub oder Zeiten des Ruhestands, um zu helfen. Sie engagieren sich gezielt dort, wo sich viele Menschen keinen Besuch bei einem niedergelassenen lokalen Arzt leisten können – also in den Slums von Millionenmetropolen und in ländlichen Armutsgebieten von Schwellen- und Entwicklungsländern.

Das Tuberkulose-Kontrollprogramm

Die Behandlung der TB-Patienten findet in sogenannten DOTS-Zentren (DOTS steht für: „Directly observed treatment, short-course“) statt. Das Prinzip dahinter: Statt die Medikamente mit nach Hause zu nehmen, erhalten Erkrankte diese in ihrem jeweiligen Stadtteilzentrumunter Aufsicht. So wird sichergestellt, dass sie sie auch wirklich über den nötigen Zeitraum einnehmen und eine nachhaltige Behandlung erfolgt.

Eine nachhaltige Betreuung

Zum Kalkutta-Projekt gehören nicht nur die Be­handlung Erkrankter, sondern auch Präventions­maßnahmen und Bildungs­programme. German Doctors ist es wichtig, den Menschen für die Zeit nach ihrer Gesundung Perspektiven zu eröffnen. Sie wollen sie befähigen, ihre Lebens­situation nachhaltig zu verbessern. So lernen zum Beispiel in einem eigens gegründeten Frauenzentrum (ehemalige) Patientinnen lesen, schreiben, rechnen, nähen und sticken, so wie Reshma, von der Dr. Elisabeth Sous-Braun, Medizinische Leiterin der Arztprojekte, berichtet: „Reshma kam als Patientin mit Wirbelsäulen-TB zu uns. Sie musste getragen werden, weil sei gar nicht mehr laufen konnte. Inzwischen kann sie wieder laufen und wurde im Frauenzentrum zur Gesundheitsarbeiterin ausgebildet und arbeitet nun in einem Kinder­entwicklungs­projekt. Und als ich kürzlich nach Kalkutta kam, erfuhr ich, dass sie unser Projekt bei einem großen nord­indischen Treffen in Bombay vertreten hat. Das ist doch ein ganz wunder­barer Weg, auf den ich sehr stolz bin.“

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