German Doctors
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Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Tuberkulose in Entwicklungsländern

Bekämpfung der Tuberkulose in Kalkutta

Tuberkulose (abgekürzt auch TB oder TBC) zählt zu den weltweit verbreitetsten bakteriellen Infektionskrankheiten. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich im Jahr 2015 rund 10,4 Millionen Menschen mit dem Erreger. Besonders betroffen ist Asien (45 Prozent der Neuinfektionen). Alleine in Indien erkranken rund 40.000 Menschen täglich neu. Die Krankheit tötete weltweit im Jahr 2015 etwa 1,8 Millionen Patienten und ist damit die tödlichste Infektionskrankheit. Zwar ist Tuberkulose in den meisten Fällen heilbar, doch oft fehlt es Betroffenen am Zugang zu medizinischen Einrichtungen oder mangelt es an finanziellen Möglichkeiten, die teuren Medikamente zu bezahlen. Eine zunehmende multiresistente Variante der Krankheit erschwert die Heilung zusätzlich. Lesen Sie im folgenden Blogartikel, wie unsere Ärzte im Rahmen des Kalkutta-Projekts den Kampf gegen Tuberkulose aufnehmen und die Menschen in Indien behandeln.

Tuberkulose richtig erkennen

Lungenfacharzt Professor Dr. Torsten Bauer spricht über die Ansteckung mit Tuberkel-Bakterien, die richtige Diagnose der Tuberkulose und warum die Therapie monatelang dauert:

Häufige Fragen zur Tuberkulose-Erkrankung

Tuberkulose-Diagnostik

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose, auch Morbus Koch genannt - da Robert Koch im Jahr 1882 erstmals den Erreger Mycobacterium tuberculosis beschrieb – ist eine chronisch verlaufende bakterielle Infektion. Verursacht wird sie durch verschiedene Arten der Mykobakterien. Im Grunde kann jedes Organ von Tuberkulose befallen werden. In den meisten Fällen (80 Prozent) jedoch ist von dieser Infektion die Lunge betroffen, man spricht dann von einer Lungentuberkulose (Lungen TBC).

Wie wird Tuberkulose übertragen?

Übertragen werden die Keime durch Tröpfcheninfektion. Entsprechend hoch ist die Gefahr einer Infektion in den engen, stickigen Slums der Stadt Kalkutta. Besonders hoch ist die Zahl der Opfer dabei unter den Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z.B. aufgrund von Mangelernährung oder einer vorherigen HIV-Infizierung.

Wie äußert sich Tuberkulose?

Die Symptome der Tuberkulose sind sehr vielfältig und hängen damit zusammen, welches Organ betroffen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass bei manchen Erkrankten zunächst keine oder nur leichte Symptome auftreten. Die Symptome der Primärtuberkulose weisen viele Ähnlichkeiten zu einer allgemeinen Grippe auf, was es erschwert, diese von Anfang an richtig zu diagnostizieren. Aufgrund des Befalls der Lunge kann es zu Husten mit oder ohne Auswurf und Luftnot kommen. Auch eine Hirnhautentzündung mit Wesensveränderungen, Krampfanfällen und Halluzinationen kann Folge einer Tuberkulose sein, was unbehandelt zu Koma und Tod führt.

Warum sind Entwicklungsländer stärker betroffen?

Tuberkulose-Patienten

Die Menschen in den Slums von Kalkutta leben unter niedrigsten Bedingungen. In den Behausungen leben viele Personen auf engstem Raum. Oft fehlt es an Strom und sauberem Wasser, wodurch die hygienischen Zustände sehr schlecht sind. Dadurch kann sich der Erreger schnell ausbreiten. Hinzukommt, dass viele Slum-Bewohner an Mangel- oder Unterernährung oder Vorerkrankungen leiden, wodurch ihr Immunsystem geschwächt ist und sie besonders anfällig für Krankheiten wie Tuberkulose sind. Hiervon sind besonders Kinder betroffen, weswegen eine besondere Tuberkulose-Hilfe für Kinder notwendig ist.

Angst vor Stigmatisierung

Gleichzeitig fürchten sich Erkrankte vor einer Stigmatisierung, weswegen sie sich nicht in Behandlung begeben. Auch das Vertrauen in das staatliche Tuberkulose-Programm ist nicht sehr hoch. Viele meiden die öffentlichen Krankenhäuser, die überlastet und schlecht ausgestattet sind. Stattdessen greifen sie auf einheimische „Heiler“ mit fragwürdigen Methoden zurück.

Einnahme falscher Medikamente

Weiterhin ist die Medikamentensicherheit in Indien ein Problem. Medizin ist auf den Märkten frei kaufbar, ohne jegliche Kontrolle hinsichtlich Qualität und Echtheit. Teilweise werden auch falsche Medikamente eingenommen, was teilweise sogar zu Verschlechterung der Krankheitssymptome bis zum Tod führt. Ein weiteres Problem bei der Einnahme falscher Medikamente ist, dass die Menschen Resistent gegen den Wirkstoff werden und dieser nicht mehr hilft, wenn sie tatsächlich einmal darauf angewiesen sind.

Zudem ist es wichtig, das Antibiotikum bis zur vollständigen Heilung einzunehmen. Viele Patienten brechen die Einnahme aber ab, sobald die Symptome abgeklungen sind, auch wenn der Erreger noch im Körper nachweisbar ist. Statt ihr Geld für Medikamente auszugeben, investieren sie es lieber in den täglichen Kampf ums Überleben. Überlebt der Erreger aber die Behandlung mit Antibiotikum, entwickelt er eine Widerstandsfähigkeit, die er weitervererbt (Antibiotikaresistenz). So entsteht multiresistente Tuberkulose.

Wie kann German Doctors den Tuberkulosepatienten helfen?

Kampf gegen Tuberkulose

German Doctors ist es wichtig, mit den Einheimischen in Kalkutta zusammen zu arbeiten. Viele Menschen, die unsere Hilfsorganisation dort heute unterstützen sind selbst in den Slums der Stadt aufgewachsen. Wir bilden die Menschen aus, sodass sie uns als Übersetzer, Sozialarbeiter oder Medizinische Assistenten unterstützen können. Sie kennen die Menschen und Begebenheiten vor Ort, was Vertrauen schafft. Unsere Ärzte arbeiten unentgeltlich und nutzen ihren Jahresurlaub, um zu helfen. Sie fahren gezielt in Gegenden, in denen sich die Menschen keinen Arzt leisten können.

Das Tuberkulose-Kontrollprogramm

Die Behandlung der Menschen findet in den von uns gegründeten Dots-Zentren statt. Dort werden die Menschen über einen Zeitraum von sechs bis neun Monate betreut. Statt die Medikamente mit nach Hause zu nehmen, erhalten sie diese hier unter Aufsicht. So wird sichergestellt, dass eine nachhaltige Behandlung erfolgt.

Eine nachhaltige Betreuung

Zudem ist es German Doctors wichtig, auch nach der Heilung der Tuberkulose weiterhin für die Menschen da zu sein. Zu dem Kalkutta-Projekt gehört daher nicht nur die Behandlung Erkrankter, sondern auch Präventionsmaßnahmen und Bildungsprogramme. In einem eigens gegründeten Frauen-Zentrum lernen Frauen lesen, schreiben, rechnen, nähen und sticken, so wie Reshma, von der Dr. Elisabeth Sous-Braun, Medizinische Leiterin der Arztprojekte, berichtet: „Reshma kam als Patientin mit Wirbelsäulen-TB zu uns. Sie musste getragen werden, weil sei gar nicht mehr laufen konnte. Inzwischen kann sie wieder laufen und wurde im Frauenzentrum zur Gesundheitsarbeiterin ausgebildet und arbeitet nun in einem Kinderentwicklungsprojekt. Und als ich grade nach Kalkutta kam, erfuhr ich, dass sie unser Projekt bei einem großen nordindischen Treffen in Bombay vertreten hat. Das ist doch ein ganz wunderbarer Weg, auf den ich ganz stolz bin.“

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