Was für ein rauschendes Fest!

20 Jahre German Doctors-Slumambulanz in Nairobi: Ein Bericht von Pressereferentin Chantal Neumann

Rund 800 Gäste feierten mit uns ein rauschendes Fest

Rund 800 Gäste feierten mit uns ein rauschendes Fest

Endlich. Endlich war es soweit. Das 20-jährige Bestehen unserer Slumambulanz Baraka sollte gefeiert werden, nachdem das Fest wegen Gewaltausbrüchen infolge der annullierten und schließlich neu durchgeführten Präsidentschaftswahl zwei Mal verschoben wurde. Und es wurde gefeiert! Zugegeben: Ich hatte im Vorfeld meines ersten Nairobi-Besuchs mit großer Neugierde auch das Programm für die Feierlichkeiten gelesen. Doch was ich dann am 2. Dezember auf dem „Utalii Sports Ground“ erleben durfte, übertraf meine kühnsten Erwartungen.Allein die Zahl der erschienenen Gäste machte mich staunen: Rund 800 Menschen feierten gemeinsam von morgens 9 Uhr bis abends 17 Uhr ein rauschendes Fest.

Zuckersüß in Grün und Weiß

Zuckersüß in Grün und Weiß

Die 80 lokalen Mitarbeiter mit ihren Angehörigen, fünf German Doctors, die kenianischen Kirchenvertreter des katholischen Projekt-Trägers, Gäste unserer Partnerorganisationen, der Schweizer Botschafter, Personen, die dem Projekt in sonstiger Weise verbunden sind, drei Abgesandte aus der Geschäftsstelle in Bonn – darunter auch ich – und rund 300 Patienten, also diejenigen Menschen, die in Baraka seit 20 Jahren medizinische Hilfe erfahren, durften bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25° Celsius einen Tag erleben, den wir alle sicher so schnell nicht vergessen werden.

Nach monatelangen Vorbereitungen ist es soweit

Unsere lokalen Mitarbeiter hatten schon vor Monaten ein Festkomitee gegründet und Spenden akquiriert, und ich hatte den Eindruck: Sie haben sich selbst übertroffen! So viel Engagement und Herzblut steckte in dem Programm, dass es ein ganz und gar rauschendes Fest wurde. Der Auftakt war eine Messe. Ich, die ich bislang noch keinen afrikanisch-fröhlichen Gottesdienst besucht hatte, war hingerissen von der Leichtigkeit und der Lebenslust, die sich in den Tänzen und Gesängen ausdrückte. So mancher Gottesdienst in Deutschland würde von einer solchen Heiterkeit sehr profitieren…

Es folgten Reden, Danksagungen, Theatervorführungen und immer wieder Tanzeinlagen für alle. Im Vorfeld wurde wohl viel darüber spekuliert, ob die „Mzungu“, also die Weißen, den richtigen Hüftschwung hinbekommen. Ich bin mir offen gestanden nicht sicher, ob die Kenianer am Ende von unseren Tanzqualitäten überzeugt waren. Spaß hatten wir aber allemal, und vom Trommel-Ensemble der Mathare Youth konnten sicher viele der Anwesenden noch etwas lernen. Die sechs jungen Männer und Frauen haben wahrlich Maßstäbe gesetzt! Bewundert habe ich vor allem auch die Darbietungen des eigens für diesen Tag gegründete „Baraka International Choir“. Unter der Leitung von Nicolas, einer der Sicherheitskräfte, die Baraka bewachen, sang nahezu das gesamte einheimische Team einige Lieder vor. Eines davon hatte Nicolas sogar selbst für diesen Anlass komponiert! Geübt hatten sie alle regelmäßig nach Dienstschluss im Baraka-Innenhof.

Jubiläum in Narobi

Auch zahlreiche kleine Gäste waren dabei

Ein rundum gelungenes Fest

Natürlich machen so viel Programm und Bewegung hungrig, und so gab es denn auch für alle Anwesenden ein köstliches Mittagessen sowie zum Ende des wundervollen Fests noch einen riesigen, sehr leckeren Gewürzkuchen im zuckrigen grün-weißen German Doctors-Look. Erfüllt und beseelt von den vielfältigen Eindrücken machten sich am frühen Abend alle 800 Gäste auf den Heimweg. Inzwischen wieder daheim im winterlich-trüben Deutschland wandern meine Gedanken noch jeden Tag zurück zu diesem unvergesslichen und rauschenden Fest. Fast kommt es mir jetzt wie ein Traum vor. Gut, dass die Fotos und Filme mir beweisen, dass es wirklich stattgefunden hat.