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Cebu

2004

Projektbeginn

145

unentgeltliche
Einsätze

Weltkarte Projekte

Das Cebu-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 2004

Letzte Einsätze: Frühjahr 2017

Anzahl Ärzte: Zwei deutsche Ärztinnen/Ärzte.

Einsätze: Von 2004 bis zum Frühjahr 2017 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 145 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich wurden in Cebu über 20.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: In Cebu arbeiteten die German Doctors mit der Justice, Peace and Integrity of Creation zusammen; einer Entwicklungsorganisation der San Carlos University.

Struktur: Versorgung von Slumambulanzen nach einem festen Wochenplan.

Einsatzgebiet(e): Slumgebiete in der Stadt Cebu, die Müllhalden auf der vorgelagerten Halbinsel Mactan sowie durch fehlerhafte Stadtplanung vom Meer abgeschnittene ehemalige, inzwischen verarmte Fischerdörfer.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Erkältung, Bluthochdruck, Mangel- und Unterernährung, Hauterkrankungen, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Neben der basismedizinischen Ver­sorgung der Slum­bewohner stand die Be­treuung von chronisch Kranken im Vorder­grund der Arbeit. Da sich deren Ver­sorgungs­lage zuletzt deutlich verbessert hat, planten wir uns Ende 2017 aus Cebu zurückzuziehen. Auf­grund der sich zuspitzenden Gefährdungs­lage durch islamistischen Terror in einigen Regionen auf den Philippinen wurde der Ab­zug um ein halbes Jahr vor­verlegt.

Das Cebu-Projekt im Überblick

Versorgung medizinisch unterversorgter Gebiete

In der Riesenstadt Cebu auf der gleichnamigen philippinischen Insel arbeiteten die German Doctors eng mit der einheimischen Partner­organisation Justice, Peace and Integrity of Creation (JPIC) zusammen. Die langjährige Erfahrung dieser Organisation in der Sozialarbeit hat den German Doctors dabei geholfen, einzelne Slums im erweiterten Stadtgebiet von Cebu zu identifizieren, in denen Menschen leben, die sich keinen Arztbesuch leisten können.

An jedem Wochentag starteten die beiden Ärzte morgens mit ihrem Team einheimischer Helfer, um pro Tag zwei Slumgebiete zu besuchen. Dort bauten sie in den Slums, auf den Müllbergen oder auf den bewohnten Friedhöfen ihre einfache Ambulanz auf. Um Patienten, die zu einer weiterführenden Diagnostik oder Behandlung an das staatliche Krankenhaus verwiesen werden mussten, kümmerte sich unsere philippinische Koordinatorin. Nur so war sichergestellt, dass diese Menschen auch tatsächlich im Krankenhaus aufgenommen werden. Denn ohne diese Unterstützung und Begleitung hätten die Slumbewohner meist keine Chance gehabt, dort behandelt zu werden.

Auf Cebu hatte sich seit Anfang 2017 die Gefährdungslage durch islamistischen Terror deutlich zugespitzt, so dass wir die Sicherheit unserer Einsatzärzte nicht mehr gewährleisten konnten. Dies war aber nur ein Grund für den Abzug der German Doctors: Schon Monate zuvor konnten wir eine deutliche Verbesserung der Versorgung unserer Zielgruppe in den staatlichen Gesundheitszentren beobachten, insbesondere der chronisch Kranken. Die Patientenzahlen in unseren Einrichtungen gingen kontinuierlich zurück, und so beabsichtigten wir uns zum Ende des Jahres 2017 ohnehin aus Cebu zurückzuziehen.  

Das Cebu-Projekt im Überblick

Kampf gegen die weitverbreitete Infektionskrankheit

Die engen Wohnverhältnissen in den Slums von Cebu machen es der Tuberkulose leicht, sich auszubreiten. Hinzu kommt der armutsbedingte schlechte Ernährungszustand der Menschen, der das Immunsystem zusätzlich schwächt. Da Tuberkulose bei konsequenter Therapie aber verhältnismäßig leicht zu heilen ist, hatten sich die German Doctors dem Kampf gegen diese Infektionskrankheit auch in ihrem Cebu-Projekt verschrieben.

Philippinische Mitarbeiterinnen wurden in der Tuberkulose-Behandlung geschult und Sozialarbeiterinnen besuchten immer wieder die Familien der Erkrankten. Sie spürten weitere Tuberkulosefälle auf, brachten die Menschen unter Behandlung und stellten sicher, dass die Medikamente regelmäßig eingenommen wurden.

Das Cebu-Projekt im Überblick

Wenn aus Fischern Müllsammler werden

Müllsammler, Prostituierte und Fischer ohne Meer: Zweimal pro Woche waren die German Doctors bei den Menschen, die auf der Cebu vorge­lagerten Halbinsel Mactan auf und vom Müll leben. Der Boden, auf dem die Teams ihre Untersuchungstische aufbauten, bestand aus dem Müll der Großstadt. Für die Kinder, Frauen und Männer, die hier leben und als Müllsammler arbeiten, waren die German Doctors oft die einzige Möglichkeit, bei gesundheitlichen Problemen Hilfe zu erlangen.

Der Bau eines großen Highways entlang der Küste hat zahlreiche ehemalige Fischer­dörfer vom Meer abgeschnitten, wodurch den Fischer­familien die eigenständige Sicherung ihres Lebensunterhalts praktisch unmöglich gemacht wurde. Infolgedessen sind die dortigen Dorf­gemeinschaften weitest­gehend verarmt und die Männer versuchen ihre Familie als Tagelöhner über Wasser zu halten. Geld für notwendige Arztbesuche oder Medizin bleibt dabei nicht übrig. Die German Doctors wurden daher bei ihren Ambulanz­einsätzen auf den Müllbergen dankbar empfangen.

German Doctors in Cebu

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