Ärzte helfen weltweit
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Kinder in einer Warteschlange in Indien

Tuberkulose bei Kindern behandeln und lang­fristig bekämpfen

Rund 200.000 Kinder sterben jährlich an einer Tuberkulose – oft, weil die chronische Infektions­krankheit un­entdeckt und damit un­behandelt bleibt. Denn in vielen Teilen der Welt fehlt der Zugang zu medizinischer Ver­sorgung. Es mangelt an geeigneten Diagnose­verfahren und kinder­gerechten Medikamenten.

Die Ärztinnen und Ärzte der German Doctors sind deshalb vor Ort im Einsatz. In ihren regel­mäßigen Sprech­stunden können sie Tuberkulose-Erkrankungen bei Kindern frühzeitig zu erkennen und behandeln. Ergänzend klären sie die Eltern gemeinsam mit den lokalen Gesundheits­kräften auf und leisten so einen wirkungsvollen Beitrag, um Tuberkulose lang­fristig zu bekämpfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Laut der WHO erkranken jedes Jahr rund 1,2 Millionen Kinder weltweit an Tuberkulose.
  • Etwa 200.000 Kinder sterben jedes Jahr infolge einer Tuberkulose, weil sie un­entdeckt bleibt.
  • Tuberkulose ist heil­bar. Doch es fehlen geeignete Ver­fahren, um eine Tuberkulose bei Kindern frühzeitig zu diagnostizieren. Viele Medi­kamente sind außerdem nicht kinder­gerecht.
  • Die German Doctors sind ins­besondere in ab­geschiedenen Regionen in Indien im Einsatz, um tuberkulose­erkrankte Kinder zu behandeln. Mit einer kosten­losen Kinder­sprechstunde können sie eine Tuberkulose früh­zeitig diagnostizieren und die Kinder schneller behandeln.
  • Mit zusätzlichen Präventionsmaßnahmen wie Schulungen und Auf­klärung der Eltern tragen die German Doctors gemeinsam mit den lokalen Partnern außer­dem aktiv zum Kampf gegen Tuberkulose bei.
Patient in der Kindersprechstunde von German Doctors in Jhargram, Indien
© Nathalie Rans

Große Sorge um Ravi

Ravi lebt mit seiner Familie in Jhargram (Indien) – einer Region, in der medizinische Versorgung nur sehr schwer erreichbar ist.

Während des regelmäßigen Einsatzes von Nathalie Rans (Kinderärztin der German Doctors) in Indien wurde Ravi liegend und mit großen Schmerzen in die Sprechstunde der German Doctors transportiert. Ein Verdacht, den Nathalie Rans nach der Untersuchung äußerte, bestätigte sich wenig später: Ravi hatte eine Tuberkulose, die das Rückenmark befallen hat.

Unser Projektpartner ermöglichte sofort und mit großem Einsatz einen Krankenhausaufenthalt und damit eine geeignete Therapie für Ravi. So konnte der Junge im darauffolgenden Jahr wieder auf seinen eigenen Füßen in die Sprechstunde kommen. Seine behandelnde Ärztin erinnert sich noch gut an den Moment, als Ravi zu ihr in die Sprechstunde kam: „Es hat mich fast zu Tränen gerührt. Ravi hat wieder eine Chance im Leben.“

Ravi hatte Glück. Doch Gesundheit sollte keine Glückssache sein.

Ein Jahr nach seiner Diagnose kann Ravi wieder auf seinen eigenen Füßen laufen – und ohne Schmerzen strahlen. Seine behandelnde Ärztin erinnert sich noch gut an den Moment, als Ravi zu ihr in die Sprechstunde kam: „Es hat mich fast zu Tränen gerührt. Ravi hat wieder eine Chance im Leben.“

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„Wenn wir es schaffen, durch regel­mäßige und eng­maschige Vorsorge­untersuchungen in den Dörfern recht­zeitig schwer­wiegende Krank­heiten, wie zum Beispiel Tuberkulose, zu erkennen oder auch gegen Wurm­befall zu behandeln und Blut­armut vor­zu­beugen, dann ist schon viel erreicht, um die Kinder beim gesunden Auf­wachsen zu unter­stützen. So können sie weiter zur Schule gehen und haben bessere Chancen im Leben”

Nathalie Rans
Ehrenamtliche Einsatzärztin und Präsidiumsmitglied der German Doctors

Schenken Sie benachteiligten Kindern die Chance, gesund aufzuwachsen

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Tuberkulose kann Leben retten. Mit 50 Euro tragen Sie dazu bei, dass im Rahmen einer Kindersprechstunde 34 Kinder mit Medikamenten versorgt werden können.

© Nathalie Rans

Es erkranken immer noch zu viele Kinder an Tuberkulose

Laut dem „Global tuberculosis report 2025“ der WHO erkrankten 2024 rund 1,2 Millionen Kinder unter 15 Jahren an Tuberkulose. 200.000 Kinder sind im gleichen Jahr an der Tuberkulose-Erkrankung gestorben. Viele von ihnen haben noch nicht einmal ihr fünftes Lebens­jahr erreicht.

Kinder haben ein höheres Risiko für schwere Ver­läufe – und brauchen daher mehr Schutz

Die meisten Kinder infizieren sich mit Tuberkulose, weil sie Kontakt mit erkrankten Erwachsenen hatten – oft im direkten sozialen oder familiären Um­feld. Das Problem: Das kindliche Immun­system ist noch nicht voll entwickelt. Kinder und vor allem Säuglinge sind daher besonders gefährdet und neigen eher zu schweren Verläufen. Die Bakterien können sich im Körper von Kindern schneller aus­breiten, Organe befallen und schwere Folgen haben – so wie bei Ravi, der durch die Tuberkulose vorerst nicht mehr laufen konnte.

Ein geschwächtes Immun­system (z. B. durch HIV-Exposition) oder eine Mangel­ernährung erhöht das Risiko zu­sätzlich.

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (TB) ist eine chronische Infektions­krankheit. Sie wird durch Bakterien (meist Mycobacterium tuberculosis) verursacht und betrifft am häufigsten die Lunge, kann aber auch jedes andere Organ (wie Knochen, Lymph­knoten oder das Nerven­system) befallen.

Sie ist heil­bar, bleibt oft allerdings un­behandelt, vor allem, wenn sie un­entdeckt bleibt – und gehört deshalb zu den tödlichsten Infektions­krankheiten welt­weit.

Mehr zu Tuberkulose

Fast die Hälfte aller Erkrankungen bleibt unentdeckt 

Laut WHO-Report bleiben etwa 43 Prozent der Tuberkulose-Fälle bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren un­erkannt. Das sind rund 500.000 Fälle von den geschätzten 1,2 Millionen Neu­erkrankungen im Jahr 2024.

Bei Kindern unter fünf Jahren sind die Zahlen noch höher: Bei jedem zweiten Kind bleibt die Tuberkulose un­erkannt – und damit un­behandelt.

Warum bleiben so viele Tuberkulose-Fälle unbehandelt?

Viele Familien leben abseits von medizinischen Versorgungsmöglichkeiten

In vielen Regionen der Welt leben die Kinder abseits von medizinischen Einrichtungen. Der Weg zum nächsten Krankenhaus ist für die meisten Familien zu weit. Und selbst wenn sie den Weg auf sich nehmen könnten, wäre eine Behandlung für viele Eltern nicht bezahlbar. Deshalb ist German Doctors in diesen Regionen aktiv und setzt gezielt Kinderärztinnen und -ärzte ein, die in ihren Sprechstunden das Krankheitsbild erkennen können.

Die Symptome sind unspezifisch und oft weniger ausgeprägt

Kinder mit Tuberkulose fühlen sich oft schwach. Sie haben keinen Appetit, haben Fieber und unspezifische Schmerzen. Anders als bei Erwachsenen sind die typischen Symptome wie Husten, Fieber und Nachtschweiß allerdings oft weniger ausgeprägt. Auch ungewöhnliche Krankheitsverläufe sind möglich. Nicht immer ist es daher eindeutig, dass es sich bei den Symptomen um eine Tuberkulose-Erkrankung handelt.

Die Diagnose bei Kindern ist schwierig

Gängige Tuberkulose-Tests, die auf dem mikrobiologischen Nachweis von Sekret aus den unteren Atemwegen basieren, sind für Erwachsene konzipiert und daher für Kinder nicht empfindlich genug. Denn im Vergleich zu Erwachsenen haben Kinder eine deutlich niedrigere Bakterienlast, die mit den aktuellen Diagnoseverfahren oft nicht zuverlässig nachgewiesen werden kann.

Gekürzte internationale Gelder

Tuberkulose-Programme sind weltweit unterfinanziert. Zusätzliche Kürzungen bei internationalen Geldern verschärfen die Versorgungslage weiter. In Teilen verhindern sie sogar, dass lebensnotwendige Tuberkuloseprogramme weitergeführt werden können.

Die German Doctors im Einsatz gegen Tuberkulose bei Kindern

Seit 1983 engagieren sich die German Doctors in Ländern, in denen die Menschen keine ausreichende medizinische Versorgung bekommen. Ein Teil unserer Arbeit fokussiert sich speziell auf die Gesundheit von Kindern – und damit auch auf die Behandlung von Tuberkulose. Denn Gesundheit bedeutet Zukunft – und genau die wollen wir den Kindern schenken.

 

Das Tuberkulose-Krankenhaus St. Thomas Home

In den Slums der indischen Millionen­stadt Kalkutta ist Tuberkulose weit verbreitet. Im Kampf gegen die Krank­heit unter­stützen wir daher Präventions­­maßnahmen sowie das St. Thomas Home, ein stationäres Kranken­haus, welches speziell tuberkulose­erkrankte Frauen und Kinder behandelt.

 

Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind auf dem Bett in einem Krankenhaus in Kalkutta.
© Maurice Ressel/German Doctors
Kinder warten auf einer Untersuchung in Jhargram, Indien.
© Nathalie Rans

Tuberkulose rechtzeitig erkennen: Kindersprechstunde in Jhargram

Damit Krankheiten wie Tuberkulose bei Kindern recht­zeitig erkannt werden, hat der Partner von German Doctors, Kajla Janakalyan Samity (KJKS), mit dem German Doctors seit 2023 zusammen­arbeitet, eine Kinder­sprechstunde in Jhargram ein­gerichtet. In der Region Jhargram leben indigene Gemeinschaften ausgegrenzt und isoliert in kleinen Dörfern weit unterhalb der Armutsgrenze. Vor Ort haben die Ärztinnen und Ärzte schnell bemerkt, dass besonders die Kinder ihr Augen­merk benötigen. Die Kinder­sprechstunde findet direkt in den Schulen, an den Stand­orten der regulären Mobilen Klinik oder manchmal auch einfach im Schatten eines großen Baums statt.

Aufklärung und Prävention

Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir ein vielfältiges Programm aufgesetzt, das von Postern und Straßen­ständen über Aufklärungs­kampagnen mit Vorträgen in Schulen, Jugend- und Frauen­gruppen bis hin zu Fernseh­spots und Handy-Push-Nachrichten reicht. So klären wir Familien über die Gefahren einer Tuberkulose sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten auf.

© Korbinian Gauß

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