Ärzte helfen weltweit
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Nothilfe für Somalia

Gewalt­same Konflikte und immer längere Dürre­perioden bestimmen den All­tag vieler Menschen in Somalia. Die an­haltende In­stabilität des Landes sowie die Folgen des Klima­wandels haben über 2,7 Millionen Menschen zu Ver­triebenen im eigenen Land ge­macht. Ein großer Teil von ihnen lebt in über­füllten Über­gangs­siedlungen für Binnen­vertriebene, in denen es an sauberem Wasser und medi­zinischer Ver­sorgung mangelt. Frauen und Mädchen sind in dieser vulnerablen Situation besonders stark betroffen und häufig zusätzlichen Risiken, wie geschlechts­spezifischer Gewalt, un­zu­reichender Ernährungs- und Gesundheits­versorgung oder ein­ge­schränktem Zu­gang zu Ein­kommen aus­ge­setzt.

© Kaalmo Relief and Development

Unter­stützung für Binnen­ver­triebene

Gemeinsam mit der Partner­organisation Nomadic Assistance for Peace and Development (NAPAD) haben die German Doctors in der Region Galgaduud im Februar 2026 ein neues Projekt ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung (BMZ) ko­finanziert und richtet sich an besonders schutz­bedürftige Bevölkerungs­gruppen in zwei hoch­gradig vulnerablen Gebieten: dem Camp für Binnen­vertriebene Mahad Alle und dem Dorf Landheer. Dort leben tausende Binnen­vertriebene, die vor Dürren, Über­schwemmungen und dem Verlust ihrer Lebens­grundlage fliehen mussten.

Strukturelle Be­nachteiligungen, Mangel­ernährung, Wasser­knapp­heit und Gewalt: Frauen und Mädchen sind besonders be­troffen

Frauen in der Projektregion sind wirtschaftlich besonders be­nachteiligt. Viele von ihnen sind ge­zwungen, informellen Erwerbs­tätigkeiten nach­zugehen, die kaum Entwicklungs­perspektiven bieten und stark von Markt­unsicherheiten geprägt sind. Gleich­zeitig schränken geschlechts­spezifische Diskriminierung und tief verankerte soziale Normen ihre Möglich­keiten zu­sätzlich ein. Häufig sind Frauen und Mädchen auf un­bezahlte Haus- und Pflege­arbeit beschränkt, was die Armut der Haus­halte und die Ernährungs­un­sicherheit ver­stärkt.

Die Region weist eine hohe Prävalenz sexualisierter und geschlechts­spezifischer Gewalt (sexualised and gender-based violence, SGBV) auf. Die Betroffenen haben kaum Zu­gang zu Schutz­angeboten oder Hilfe, wodurch Gewalt häufig im Ver­borgenen bleibt und lang­fristige Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit der Frauen und Mädchen nach sich zieht.

Ferner sind in der Region besorgnis­erregend hohe Raten an Mangel­ernährung zu ver­zeichnen. In besonderem Maße betroffen sind schwangere und stillende Frauen sowie Kinder unter fünf Jahren, deren gesund­heitliche Entwicklung da­durch erheblich ge­fährdet ist.

Viele Menschen haben keinen aus­reichenden Zu­gang zu sauberem Wasser, was häufig zu Erkrankungen und Infektionen führt. Auch hier sind ins­besondere Mädchen und Frauen be­troffen, die unter den äußerst schlechten hygienischen Bedingungen leiden.

Jede Hilfe zählt

Frauen und Mädchen nachhaltig stärken: So helfen die German Doctors

Das Projekt zielt darauf ab, die Resilienz von Frauen und Mädchen in besonders ge­fährdeten Haus­halten in Binnen­vertriebenen- und Aufnahme­gemeinden in Somalia nach­haltig zu stärken. Dazu werden verschiedene Maßnahmen, die einen besseren Zugang zu Ein­kommen, psychosozialer Unter­stützung, aus­ge­wogener Ernährung und sicherer Wasser­versorgung ermöglichen sollen, um­gesetzt.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • Psychosoziale Unter­stützung: Lokale Gesundheits­helferinnen und -helfer werden in trauma­sensibler, gemeinde­basierter psycho­sozialer Unter­stützung ge­schult. An­schließend führen sie moderierte Gruppen­sitzungen für Frauen und Mädchen durch, die von Gewalt be­troffen sind. Diese schaffen vertrauensvolle Räume für Aus­tausch.
  • Ernährung und Garten­bau: Frauen werden in klimaresilientem Haus­garten­bau ge­schult, erhalten Saat­gut und Werk­zeug und nehmen an Ernährungs­trainings teil. Der Fokus liegt dabei auf einer gesunden, pflanzen­basierten Ernährung, ins­besondere für gefährdete Gruppen wie Schwangere und Klein­kinder.
  • Sichere Wasser­versorgung: Ein bestehendes, defektes Wasser­system wird technisch instand­gesetzt und durch zusätzliche Entnahme­stellen erweitert. Parallel da­zu wird eine lokale Nutzerstruktur geschult, um den nach­haltigen Betrieb, die Wartung und eine konflikt­arme Ressourcen­nutzung sicher­zu­stellen.
  • Wirtschaftliche Stärkung: Frauen in prekären und un­sicheren Einkommens­situationen werden zu unter­nehmerischen Grund­lagen ge­schult. Ergänzend erhalten sie bedarfs­gerechte Betriebs­mittel, die es ihnen ermöglichen, eigene kleine Einkommens­aktivitäten aufzu­bauen oder weiterzu­entwickeln.

Vergangene Projekte

Unsere WASH-Projekte in Somalia

Die German Doctors setzen sich in Somalia für eine sichere Wasser­versorgung ein. Aufgrund anhaltender Trocken­heit und einer un­zu­reichenden Infra­struktur leidet die Bevölkerung dort seit langem unter akuter Wasser­knappheit. Im Jahr 2025 konnten zwei WASH-Projekte in den Bezirken Belet-Hawa und Elwak erfolgreich ab­geschlossen werden. Da­durch wurde der Zu­gang zu sauberem Wasser in Binnen­ver­triebenenlagern und den dicht besiedelten Auf­nahme­gemeinden ver­bessert.

© Kaalmo Relief and Development

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