Unterstützung für Binnenvertriebene
Gemeinsam mit der Partnerorganisation Nomadic Assistance for Peace and Development (NAPAD) haben die German Doctors in der Region Galgaduud im Februar 2026 ein neues Projekt ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanziert und richtet sich an besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen in zwei hochgradig vulnerablen Gebieten: dem Camp für Binnenvertriebene Mahad Alle und dem Dorf Landheer. Dort leben tausende Binnenvertriebene, die vor Dürren, Überschwemmungen und dem Verlust ihrer Lebensgrundlage fliehen mussten.
Strukturelle Benachteiligungen, Mangelernährung, Wasserknappheit und Gewalt: Frauen und Mädchen sind besonders betroffen
Frauen in der Projektregion sind wirtschaftlich besonders benachteiligt. Viele von ihnen sind gezwungen, informellen Erwerbstätigkeiten nachzugehen, die kaum Entwicklungsperspektiven bieten und stark von Marktunsicherheiten geprägt sind. Gleichzeitig schränken geschlechtsspezifische Diskriminierung und tief verankerte soziale Normen ihre Möglichkeiten zusätzlich ein. Häufig sind Frauen und Mädchen auf unbezahlte Haus- und Pflegearbeit beschränkt, was die Armut der Haushalte und die Ernährungsunsicherheit verstärkt.
Die Region weist eine hohe Prävalenz sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (sexualised and gender-based violence, SGBV) auf. Die Betroffenen haben kaum Zugang zu Schutzangeboten oder Hilfe, wodurch Gewalt häufig im Verborgenen bleibt und langfristige Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit der Frauen und Mädchen nach sich zieht.
Ferner sind in der Region besorgniserregend hohe Raten an Mangelernährung zu verzeichnen. In besonderem Maße betroffen sind schwangere und stillende Frauen sowie Kinder unter fünf Jahren, deren gesundheitliche Entwicklung dadurch erheblich gefährdet ist.
Viele Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, was häufig zu Erkrankungen und Infektionen führt. Auch hier sind insbesondere Mädchen und Frauen betroffen, die unter den äußerst schlechten hygienischen Bedingungen leiden.
Frauen und Mädchen nachhaltig stärken: So helfen die German Doctors
Das Projekt zielt darauf ab, die Resilienz von Frauen und Mädchen in besonders gefährdeten Haushalten in Binnenvertriebenen- und Aufnahmegemeinden in Somalia nachhaltig zu stärken. Dazu werden verschiedene Maßnahmen, die einen besseren Zugang zu Einkommen, psychosozialer Unterstützung, ausgewogener Ernährung und sicherer Wasserversorgung ermöglichen sollen, umgesetzt.
Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
- Psychosoziale Unterstützung: Lokale Gesundheitshelferinnen und -helfer werden in traumasensibler, gemeindebasierter psychosozialer Unterstützung geschult. Anschließend führen sie moderierte Gruppensitzungen für Frauen und Mädchen durch, die von Gewalt betroffen sind. Diese schaffen vertrauensvolle Räume für Austausch.
- Ernährung und Gartenbau: Frauen werden in klimaresilientem Hausgartenbau geschult, erhalten Saatgut und Werkzeug und nehmen an Ernährungstrainings teil. Der Fokus liegt dabei auf einer gesunden, pflanzenbasierten Ernährung, insbesondere für gefährdete Gruppen wie Schwangere und Kleinkinder.
- Sichere Wasserversorgung: Ein bestehendes, defektes Wassersystem wird technisch instandgesetzt und durch zusätzliche Entnahmestellen erweitert. Parallel dazu wird eine lokale Nutzerstruktur geschult, um den nachhaltigen Betrieb, die Wartung und eine konfliktarme Ressourcennutzung sicherzustellen.
- Wirtschaftliche Stärkung: Frauen in prekären und unsicheren Einkommenssituationen werden zu unternehmerischen Grundlagen geschult. Ergänzend erhalten sie bedarfsgerechte Betriebsmittel, die es ihnen ermöglichen, eigene kleine Einkommensaktivitäten aufzubauen oder weiterzuentwickeln.
Vergangene Projekte
Unsere WASH-Projekte in Somalia
Die German Doctors setzen sich in Somalia für eine sichere Wasserversorgung ein. Aufgrund anhaltender Trockenheit und einer unzureichenden Infrastruktur leidet die Bevölkerung dort seit langem unter akuter Wasserknappheit. Im Jahr 2025 konnten zwei WASH-Projekte in den Bezirken Belet-Hawa und Elwak erfolgreich abgeschlossen werden. Dadurch wurde der Zugang zu sauberem Wasser in Binnenvertriebenenlagern und den dicht besiedelten Aufnahmegemeinden verbessert.