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Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!
Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona auf den Philippinen: Unsere Hilfe bleibt

Corona-Hilfe auf Mindoro

Corona in Afrika bekämpfen

Auf Mindoro kümmert sich unser lokales Team auch in der aktuellen Situation um die vom Staat völlig vernachlässigte Volksgruppe der Mangyanen. Die Mitarbeitenden fahren in die entlegenen Dörfer – dank eines Passierscheins dürfen sie alle infolge der Pandemie eingerichteten Checkpoints passieren – und klären die Menschen dort über das Corona-Virus und die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie auf. In dem Zug händigen sie auch Medikamente an chronisch Kranke und Tuberkulosepatientinnen und -patienten aus. Bei Bedarf bringt unser Team auch Notfälle zur Behandlung in das nächstgelegene Krankenhaus.

Not macht erfinderisch: Telemedizin auf Mindoro

Auf Mindoro sind die lokalen Gesundheitsarbeiterinnen mittlerweile basismedizinisch gut ausgebildet, dennoch fehlt die fachkundige Einschätzung der deutschen Ärztinnen und Ärzte schmerzlich. Als das Team vor Ort auf die Idee kam, einige der zuletzt auf der Insel tätigen Einsatzärzte für ein Telemedizin-Projekt anzufragen, waren diese dankbar, auf diesem Weg helfen zu können. Kurzerhand wurden für die Gesundheitsmitarbeiterinnen der Dörfer einfache Smartphones mit Messenger Account beschafft. Täglich schicken diese nun ihre medizinischen Fragen in anonymisierter Form, hinterlegt mit Fotos, an die Teamleiterinnen des Nord- und Südteams, die sie wiederum an die entsprechenden Ärzte weiterleiten. Wir sind glücklich, dass dieses Projekt so erfolgreich verläuft und wir trotz schwierigen Umständen vielen Patientinnen und Patienten helfen können. 

Notmaßnahme: Verteilung von Nahrungsmittelpaketen

Aufgrund der strikten „community quarantine“ drohten Engpässe in der Versorgung mit Nahrungsmitteln, da die vielen Tagelöhner kein Einkommen erwirtschaften konnten. Mit einer Nothilfemaßnahme unterstützten wir über 13.000 Familien auf Luzon und Mindoro mit dringend benötigten Essenspaketen. Von der akuten Notlage sind vor allem unterernährte Kinder, ältere Menschen und Patienten mit einem schwachen Immunsystem, z.B. Tuberkulose-Patienten betroffen.

Corona-Hilfe auf Luzon

Corona in Afrika bekämpfen

Mehrere Wochen lang musste die „Rolling Clinic“ aufgrund des „Lockdowns“ pausieren, bis uns Anfang Mai die gute Nachricht erreichte, dass das Team wieder entlegene Siedlungen auf der philippinischen Insel Luzon ansteuern darf, um dort basis­medizinische Hilfe zu leisten.

Lebensmittelpakete für über 13.000 Familien auf den Philippinen

Der „Lockdown“ hatte dramatische Aus­wirkungen auf die Ver­sorgung mit Nahrungs­mitteln: Viele Menschen in unseren Projekt­regionen konnten seit der Ausgangs­sperre kein Ein­kommen mehr er­wirtschaften und wussten nicht, wie sie ihre Familien er­nähren sollten, denn selbst in normalen Zeiten kommen sie mit ihrer Arbeit nur gerade so über die Runden. Zudem hatten sich die Lebens­mittel­preise auf den lokalen Märkten zum Teil mehr als ver­doppelt. Wir haben uns schnell ent­schieden, den Menschen in unseren Projekt­gebieten mit Lebens­mittel­paketen zu helfen, damit sie die schwierigen Zeiten über­stehen. Mehr als 13.000 Menschen haben wir auf Luzon und Mindoro mit dringend benötigten Nahrungs­mitten wie Reis, Sardinen und Milch sowie Seife für die Ein­haltung der Hygiene­maßnahmen versorgt. Dem unermüdlichen Engagement unseres Teams vor Ort sei Dank!

Hilfe an den offiziellen Checkpoints

Während des "Lockdowns" engagierte sich unser Team vor Ort auf vielfältige Weise. So half es an den offiziellen Checkpoints dem Militär beim Fiebermessen und registrierte, wer mit welcher Begründung wohin fährt. Ein Teammitglied übernahm sogar den Nachtdienst am Checkpoint. Fieberthermometer, Schutzmasken und Handschuhe haben wir gestellt. Ein weiterer Mitarbeiter war mit zwei staatlichen Gesundheitsarbeitern im Einsatz. Sie versorgen chronisch Kranke mit Medikamenten und halten Ausschau nach Covid-19 Verdachtsfällen.

Corona auf Mindoro: Die aktuelle Situation

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unsere Projekt­managerin Joelyn Soldevilla Biag ist vor Ort und be­antwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unsere Projekte auf den Philippinen aus­wirken wird:

Was bedeutet der "Lockdown" auf Mindoro für die Rolling Clinic?

Durch unsere Arbeit im Gesundheitssektor dürfen wir weiter die Grenzen passieren sind uns einig, dass wir weiterhin für die ohnehin schon isolierten und benachteiligten Mangyanen da sein wollen. Natürlich immer unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen. 

Unterstützen Sie die Regierung bei Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19?  

Die Informations- und Aufklärungskampagne, die wir in den Gemeinden durchführen, liegt uns sehr am Herzen und ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Corona. Einige Patienten waren uns sehr dankbar, denn sie wussten noch nichts über die Pandemie. Im Süden Mindoros unterstützt unser Team die Regierung zudem bei den Kontrollpunkten.  Auch Schutzmasken konnten wir Dank den German Doctors bereitstellen.

Vincent leidet an Epilepsie

Was könnte die Pandemie mittelfristig für unsere Patienten oder die Projektregion bedeuten?

Die Wirtschaft wird stark betroffen sein von der Corona-Pandemie. Schon heute, zwei Wochen nach Beginn der Quarantänezeit, gibt es einen großen Ruf nach staatlicher Unterstützung. Die traurige Realität ist aber, dass die meisten unserer Patienten die geringste Priorität ihrer lokalen Regierungseinheiten haben, weil die Mangyanen immer noch von der Regierung vernachlässigt werden. Auch der Gesundheitssektor schreit um Hilfe, es fehlt an Testkits und Schutzausrüstung.

Wo­rüber machen Sie sich der­zeit per­sönlich die größ­ten Sorgen?

Meine größte Herausforderung ist es, dafür zu sorgen, dass unsere Mitarbeiter sicher sind. Ich lebe nach meinem Management-Mantra: Wir kümmern uns um unsere Leute, damit sie sich um ihre Gemeinde kümmern“. Meine tägliche Angst ist, dass sich einer unserer Mitarbeiter infiziert. Ich habe Angst um sie persönlich und fürchte um ihre Familien.

Corona-Nothilfe weltweit

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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