German Doctors
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Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!
Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona auf den Philippinen: Unsere Hilfe bleibt

Unsere Hilfe zu Corona-Zeiten

Strikter „Lockdown“ bedroht Tagelöhner

Auf den Philippinen durften die Menschen während eines rund zweimonatigen „total lock­downs“ ihre Häuser kaum ver­lassen und infolge dessen ihre Felder nicht bestellen. Die radikale Maßnahme zur Eindämmung von Covid-19 bedroht tausende Menschen, insbesondere die vielen Tagelöhner, die kein Ein­kommen mehr er­wirtschaften konnten und nicht wissen, wie sich sich und Ihre Familie ernähren sollen. Rücklagen haben nur die wenigsten, kommen sie doch selbst in normalen Zeiten gerade so über die Runden. Mittlerweile wurden die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gelockert. Damit hat sich auch das Corona-Virus weiter auf den Philippinen ausgebreitet und ist mittlerweile au allen Inseln angekommen.

Lebensmittelpakete für über 13.000 Familien

Wir haben uns schnell ent­schieden, den Patientinnen und Patienten in unseren Projekt­gebieten auf Luzon und Mindoro mit Lebens­mittel­paketen zu helfen, damit sie die schwierige Zeit des „Lockdowns“ über­stehen. Mehr als 13.000 vom Hunger bedrohte Familien konnten unsere Teams mit dringend benötigten Lebensmitteln wie Reis, Sardinen und Milch sowie Seife für die Ein­haltung der Hygiene­maßnahmen versorgen. Dem unermüdlichen Engagement unseres Teams vor Ort sei Dank!

 

Medizinische Hilfe geht weiter

Mehrere Wochen musste die Rolling Clinic in unseren Projekten auf Luzon und Mindoro pausieren. Dank eines offiziellen Passierscheins durfte das lokale Team unsere Patientinnen und Patienten in den entlegenen Dörfern jedoch weiterhin mit dringend benötigten Medikamenten versorgen und Notfälle in die nächstgelegenen Krankenhäuser fahren. Inzwischen rollen die mobilen Ambulanzen auf Luzon und im Norden Mindoros wieder, insofern die lokale Situation es zulässt. Auf Luzon versorgt unser Langzeitarzt die Menschen in den Bergdörfern, auf Mindoro einheimische Ärztinnen und Ärzte, die wir zur vorübergehenden Unterstützung gewinnen konnten.

Nachtschichten am Corona-Checkpoint

Während des "Lockdowns" engagierte sich unser Team vor Ort auf vielfältige Weise. Sie klärten über das Corona-Virus und die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie auf und verteilten Mundschutzmasken. Zudem unterstützten unsere Mitarbeitenden auf Luzon das Militär an einigen offiziellen Checkpoints beim Fiebermessen. Ein Teammitglied  hat sogar den Nachtdienst übernommen!

Langzeitarzt Gerhard Steinmaier

George Audi in Kenia

„Während des „Lockdowns“ sah man niemanden mehr auf den Feldern. Tausenden Tage­löhnern fehlte das Geld, um ihre Familien zu er­nähren. Auf den lokalen Märkten sind die Preise für Lebens­mittel zudem in die Höhe ge­schossen, ein Kilo Reis kostet mehr als das Doppelte. Beim Verteilen der Lebensmittel wurden unsere Teams von allen Seiten mit Dank überhäuft und die Menschen waren gerne bereit, beim Portionieren der Hilfspakete zu helfen.“

Gerhard Steinmaier
Langzeit­arzt der German Doctors auf Luzon

Telemedizin auf Mindoro

George Audi in Kenia

Um die Patientinnen und Patienten nicht unversorgt zu lassen, haben wir auf Mindoro ein Telemedizin-Projekt gestartet. Dafür haben wir unsere basismedizinisch gut ausgebildeten Gesundheitsarbeiterinnen mit Smartphones ausgestattet. Sie sind damit in den Dörfern unterwegs und Ansprechpartnerinnen bei gesundheitlichen Problemen. Sobald die Erkrankungen ihre medizinische Kompetenz überschreiten und sie Unterstützung benötigen, können sie via Telemedizin ihre Fragen und anonymisierte Patientendaten und -bilder an sechs ehrenamtliche German Doctors in Deutschland senden, die dann mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir sind dankbar, dass dieses Projekt so erfolgreich verläuft und wir trotz schwierigen Umständen vielen Patientinnen und Patienten helfen können.



Projektmanagerin Joelyn Soldevilla Biag über die Situation vor Ort

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unsere Projekt­managerin Joelyn Soldevilla Biag ist vor Ort und be­antwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unsere Projekte auf den Philippinen aus­wirken wird:

Wie ist die aktuelle Situation in Mindoro im Hinblick auf die Corona-Pandemie?

Angst ist allgegenwärtig. Angst vor dem Virus, aber auch davor, sich und seine Familie nicht ausreichend ernähren zu können. Viele Unternehmen haben ihren Betrieb eingestellt und viele Menschen sind arbeitslos. Auch die mangelnden Informationen über die Situation verursacht ein Gefühl der Verzweiflung. Unserer Patientinnen und Patienten auf den Philippinen leben extrem abgeschieden; die meisten sind regelrecht abgeschnitten von offiziellen Nachrichten und Bildung. Erst durch unsere umfassende Aufklärung rund um das Corona-Virus verstanden die Menschen die ungewohnten Verhaltensregeln, die natürlich auch für sie gelten. Die anfängliche Panik wich zunehmend einem Verständnis.

 

Vincent leidet an Epilepsie

Wie hat das Team vor Ort den Menschen in der Region in den letzten Monaten geholfen?

Unsere Patientinnen und Patienten, die in den abgelegenen Bergregionen leben, brauchen besonders dringend unsere Hilfe in Form von Medikamenten und Lebensmitteln, denn nur die German Doctors machen sich auf den beschwerlichen Weg um die abgeschiedenen Gebiete zu erreichen. Die Lebensmittelpakete waren für sie ein Segen, ihre Dankbarkeit unendlich groß. Unsere chronischen Patienten versorgten wir zudem regelmäßig mit Medikamenten – dies war glücklicherweise unter Einhaltung der Richtlinien erlaubt. Natürlich klärten wir die Bevölkerung auch über Covid-19 auf. Die jüngste Intervention der Teams für die Patienten ist die telemedizinische Konsultation mit deutschen Ärzten. Den Ärztinnen und Ärzten in Deutschland, die derzeit von zuhause aus mittels Telemedizin Erkrankte hier auf Mindoro betreuen, sind wir sehr dankbar. Das ist eine großartige Hilfe für unser Team hier vor Ort, vor allem aber für die vielen auf ärztliche Hilfe angewiesenen Menschen im Dschungel von Mindoro.

Worüber machen Sie sich persönlich Sorgen?

Ich sorge mich sehr um die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und um die ihrer Familien. Auch die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft unseres Landes bereitet mir Kummer. Die meisten Unternehmen haben ihren Betrieb eingestellt, viele Menschen sind arbeitslos. Zu erleben, dass ganze Familien hungern, ist so traurig. Wir spüren den Kummer der Menschen, wenn sie zu uns kommen und Hilfe und Nahrung für ihre Familie erbitten. Wir sind sehr froh, ihnen helfen zu können, denn die traurige Realität ist, dass die meisten unserer Patientinnen und Patienten von der Regierung vernachlässigt werden, da sie zur ausgegrenzten Volksgruppe der Mangyanen zählen. Eventuelle staatliche Hilfen werden sie wohl nie oder nur sehr spät erreichen.

Corona-Nothilfe weltweit

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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