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Ocotal

2004

Projektbeginn

233

unentgeltliche
Einsätze

Weltkarte Projekte

Das Ocotal-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 2004

Letzte Einsätze: Sommer 2015

Anzahl Ärzte: Zwei deutsche Ärztinnen/Ärzte, darunter ist immer ein Zahnarzt.

Einsätze: Von 2004 bis Mitte 2015 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 233 unentgeltliche Einsätze in Nicaragua durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich wurden in Ocotal über 10.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: In Ocotal arbeiteten die German Doctors mit der Asociación Vida Nueva zusammen, die sich um Straßenkinder und misshandelte Mädchen kümmert.

Struktur: Tägliche Fahrten mit dem Jeep, um nach einem festen Einsatzplan Ambulanzen in verarmten Dörfern anzubieten.

Einsatzgebiet(e): Die Dörfer in der Bergregion um Ocotal, vornehmlich im Grenzgebiet zu Honduras.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Zahnschmerzen, Bronchitis, Magen-Darm-Erkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel.

Schwerpunkte: Ein Schwerpunkt war die basismedizinische Versorgung der Bevölkerung in den abgelegenen Bergregionen. Der andere Schwerpunkt lag auf der zahnmedizinischen Behandlung der Patienten. Dieser Teil der Arbeit wird als Partnerprojekt der German Doctors fortgeführt.

Das Ocotal-Projekt im Überblick

Medizinische Hilfe in Nicaragua

Nicaragua gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nach Einschätzung des Human Development Index leben 42,5 % der Bevölkerung in Armut, in den ländlichen Regionen steigt diese Anteil auf bis zu 70 %. Nicaragua ist damit nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas. Die Gründe der schlechten Wirtschaftslage sind vielfältig: Neben geschichtlichen Faktoren, einseitiger Wirtschaftsstruktur und jahrzehntelanger Oligarchiewirtschaft spielen auch häufige Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme und das Wetterphänomen El Niño eine gewichtige Rolle.

Zunächst lag der Schwerpunkt unserer Arbeit in Managua, doch nachdem sich die generelle medizinische Versorgungslage der Menschen dort verbessert hatte, beschlossen die German Doctors 2009, sich mit ihrer Hilfe auf die verarmten Bauern in der Region um Ocotal zu fokussieren. Durch die Arbeit der Médicos Alemanes konnte dank des Teams vor Ort, dank der vielen Einsätze von Humanmedizinern und Zahnärzten und dank der guten Koordination von Katrin Hennings und Reinhart Bein gemeinsam mit dem Zahnarzt Walter Schweizer vielen Menschen geholfen werden, die kaum Zugang zu medizinischer Hilfe gehabt hätten, wären wir nicht vor Ort gewesen.

Da die German Doctors sich im Rahmen der Strategieanpassung seit 2013 sehr viel für ihre übrigen Projekte in Sierra Leone, Kenia, Indien, Bangladesch und auf den Philippinen vorgenommen haben, fiel die Entscheidung, die Kräfte und finanziellen Mittel zu bündeln und die Entsendung von Einsatzärzten ab Mitte 2015 einzustellen. Der zahnmedizinische Teil der Arbeit wird jedoch unter Leitung einer nicaraguënsischen Zahnärztin als Partnerprojekt weitergeführt, so dass die Zahneinheit auch in Zukunft unseren Patienten in Ocotal zur Verfügung stehen wird.

Das Ocotal-Projekt im Überblick

Mobile medizinische Basisversorgung

Jeden Tag startete das Team mit dem deutschen Humanmediziner, dem deutschen Zahnarzt und dem einheimischen Team von Ocotal aus, um auf landschaftlich eindrucksvollen, vom Zustand her aber abenteuerlichen Straßen, verstreut in den Bergen liegende kleine Ortschaften zu erreichen. In der Regenzeit konnten wegen der anschwellenden Flüsse manche Dörfer nicht angefahren werden. Änderungen am Einsatzplan wurden den Menschen durch den kleinen Radiosender der Kirche in Ocotal mitgeteilt. Die Einwohnerzahl der Orte schwankt zwischen 200 und 1.000 Personen, wobei die Patienten oft lange Fußmärsche von bis zu drei Stunden pro Strecke in Kauf nahmen, so dass die German Doctors jeweils viele weitere in der „Nähe“ liegende Orte mit versorgten.

So gewährleistete das Team der Mobilen Klinik für die sehr arme und vor allem isoliert lebende Bevölkerung in den Bergen eine allgemeinmedizinische Basisversorgung und brachte die sonst nur schwer zu erhaltenden Medikamente in diese Ortschaften.

Das Ocotal-Projekt im Überblick

Leben in der Trockenzone "zona seca"

Einige der Orte, die jeden Tag zusammen mit dem einheimischen Team von Ocotal aus angefahren wurden, liegen in der Trockenzone, der „zona seca“. Hier sind die Menschen besonders arm, da nur kurze Zeit im Jahr ausreichend Regen fällt, um eine Ernte einzubringen. In der Trockenzeit gibt es für die Menschen hier oft nur Tortilla und Salz, keine Bohnen und keinen Reis mehr. Trinkwasser muss meist über weite Strecken getragen werden und ist von schlechter Qualität. Deshalb gibt es in der Trockenzeit besonders viele Durchfallerkrankungen.

In einigen Gebieten haben die Menschen eigenes Land, jedoch nur sehr kleine Parzellen, mit schlechtem, steinigem und steilem Grund. Hier herrscht fast das ganze Jahr Hunger. In anderen Gebieten arbeiten die Menschen auf Kaffeeplantagen zu sehr niedrigen Löhnen. Eine Familie kann davon nicht ernährt werden, dementsprechend finden sich dort viele unter- oder fehlernährte Kinder. In den Sprechstunden trafen die German Doctors auf verschiedene Volksgruppen; in manchen Orten sind die Patienten ausschließlich Indios, in anderen kommen auch Mestizen dazu.

German Doctors in Ocotal

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