Ärzte helfen weltweit
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„Gesundheit sollte ein allgemeines Recht und kein Privileg sein!“

Unser neuer medizinischer Leiter auf den Philippinen, Dr. CK Fandiñola, stellt sich vor. Er gibt uns Einblicke in seine Visionen und Überzeugungen und verrät, warum er in seinem bisherigen Berufsleben immer in medizinisch unterversorgten Gebieten als Arzt arbeitete.  

Was sind Ihre Aufgaben als medizinischer Leiter auf den Philippinen?

Dr. CK Fandiñola: „Ich beaufsichtige alle medizinischen Angelegenheiten und stelle die Qualität der Gesundheitsversorgung sicher. Im Buda Krankenhaus gehören zu meinen Aufgaben die Koordinierung mit dem klinischen Personal, die Verwaltung der Standards für die Patientenversorgung und die enge Zusammenarbeit mit den Stellen der Lokalregierung und Gesundheitsbehörden. Bei der Rolling Clinic, die in verschiedene Regionen von Luzon und Mindoro fährt, stelle ich den effizienten Betrieb sicher. Außerdem überwache ich den Arzneimittelverbrauch. Die Schulung und Weiterbildung des Krankenhauspersonals sowie die Förderung der Gesundheitsaufklärung in unseren Rolling Clinics sind sehr wichtige Aufgaben für mich. Meine Doppelfunktion als Arzt und Verwalter ermöglicht es mir, medizinisches Fachwissen mit betrieblicher Effizienz zu verbinden, um die von uns angebotene Versorgung kontinuierlich zu verbessern.“

Berichten Sie uns bitte von Ihrem beruflichen Werdegang!

Dr. CK Fandiñola: „Ich habe einen Bachelor-Abschluss in Biologie gefolgt von einem Master-Abschluss in Public Management mit Schwerpunkt Health Governance und einen vollwertigen medizinischen Abschluss. Nachdem ich meine medizinische Zulassung erhalten hatte, schloss ich mich dem „Doctors to the Barrios“-Programm des philippinischen Gesundheitsministeriums an, einer Regierungsinitiative, die Ärztinnen und Ärzte in unterversorgte und abgelegene Gebiete im ganzen Land entsendet. Ich kam nach Mindanao, wo ich drei Jahre lang marginalisierte Gemeinschaften, darunter indigene Völker und Überlebende bewaffneter Konflikte, versorgte. Oft war ich der einzige Arzt vor Ort. Ich organisierte und leitete auch Aufklärungskampagnen zur Förderung der Gesundheitsvorsorge, arbeitete eng mit dem örtlichen Gesundheitspersonal zusammen und übernahm Aufgaben im Bereich der öffentlichen Gesundheit, wie beispielsweise die Überwachung von Impfprogrammen.“

Warum haben Sie sich für die Stelle bei den German Doctors beworben?

Dr. CK Fandiñola: „Meine große Leidenschaft für die Gesundheitsversorgung unterversorgter Gemeinden – dies deckt sich perfekt mit den Werten der Organisation. Mir ist es schon immer wichtig, in einem System zu arbeiten, in dem Dienstleistung vor Profit geht, und der gemeindebasierte Ansatz der Organisation spricht mich sehr an.“

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit?

Dr. CK Fandiñola: „Der direkte Einfluss, den wir auf die Leben der Menschen haben. Es erfüllt mich mit großer Freude, wenn ich sehe, wie unsere Bemühungen zu greifbaren Verbesserungen der Gesundheitsversorgung in den Gemeinden führen. Ich bin stolz darauf, nicht nur klinische Pflege zu leisten, sondern auch unsere Mitarbeitenden zu unterstützen und ihnen zu helfen, in ihren Rollen zu wachsen. Außerdem erfüllt es mich mit großer Zufriedenheit, einen Beitrag zu unserem Primary Health Care-Programm zu leisten, in dessen Rahmen wir Gesundheitshelferinnen und -helfer in den Dörfern ausbilden. Diese Initiative stärkt nicht nur die örtliche Gemeinschaft, sondern verbessert auch die Nachhaltigkeit unserer Dienste.“

Welche Bedeutung hat unsere Arbeit für das Gesundheitssystem des Landes?

Dr. CK Fandiñola: „Durch wirkungsvolle Initiativen wie die Rolling Clinics, das Buda Community Health Care Center und das Primary Health Care Program schließen German Doctors kritische Lücken in der Gesundheitsversorgung. Diese Bemühungen retten nicht nur Leben, sondern stärken auch das Gesundheitssystem des Landes, indem sie staatliche Leistungen ergänzen, Graswurzel-Initiativen fördern und die Bevölkerung zu gemeinschaftlichem Handeln im Gesundheitsbereich anregen.“

Was ist Ihnen in Ihrer zukünftigen Zeit als medizinischer Leiter wichtig? Was würden Sie gerne verändern?

Dr. CK Fandiñola: „In Zukunft ist es für mich von entscheidender Bedeutung, ein nachhaltiges, patientenzentriertes Versorgungsmodell zu fördern, das auch bei schwankenden Ressourcen gedeihen kann. Dazu gehört für mich, die lokalen Gesundheitskräfte durch Ausbildung weiter zu stärken und die Einführung eines Programms zur kontinuierlichen Gesundheitserziehung, um die Patientinnen und Patienten selbst zu befähigen, ihre Gesundheit in die Hand zu nehmen. Auch den Aufbau eines zuverlässiges Datenerfassungs- und Datenverwaltungssystems finde ich sehr wichtig, wie auch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsämtern.“

Wenn es in Ihrer Macht stünde, ein Ding auf der Welt zu verändern. Was wäre das?

Dr. CK Fandiñola: „Ich würde die gesundheitliche Ungerechtigkeit beseitigen, denn ich weiß, dass immer noch viel zu viele Menschen aufgrund struktureller, wirtschaftlicher und sozialer Hindernisse keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung haben. Ich stelle mir eine Welt vor, in der jeder Mensch unabhängig von seinen Lebensumständen die Gesundheitsversorgung erhält, die er braucht und verdient; eine Welt, in der Gesundheit ein allgemeines Recht und kein Privileg ist.“

Vielen Dank für das Gespräch.