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Trotz Corona in Bangladesch: Unsere Hilfe bleibt!
Trotz Corona in Bangladesch: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Bangladesch: Unsere Hilfe bleibt

Corona-Hilfe in Chittagong

Corona in Afrika bekämpfen

Die Situation in Bangladesch ist in Hinblick auf Covid-19 sehr angespannt, denn die Fallzahlen steigen und das staatliche Gesundheitssystem ist nicht in der Lage, die vielen Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht zu versorgen. Zudem wissen wir von unseren Partnern, dass wenig getestet wird. Die Zahl der Infizierten ist vermutlich um ein vielfaches höher als in der Statistik. Unsere Hilfe wird dringender denn je gebraucht.

Medizinische Hilfe wieder aufgenommen

Unsere medizinische Arbeit im Gesundheitszentrum sowie in den vier über das Stadtgebiet von Chittagong verteilten Ambulanzen war lange Zeit nicht möglich. Dank des Engagements eines einheimischen Arztes konnten wir Ende Juni die Patientenbehandlung zumindest teilweise wieder aufnehmen. So können wir die Zeit überbrücken, bis wir endlich wieder deutsche Ärztinnen und Ärzte nach Bangladesch entsenden können und unser Hilfsangebot vollumfänglich anbieten können. Das Team hat umfassende Schutzmaßnahmen erarbeitet, die uns die Wiedereröffnung ermöglichen.

Lebensmittelpakete für unterernährte Kinder

Zudem sind wir für unsere kleinsten Sorgenkinder da, die Babys und Kinder aus dem Ernährungsprogramm. Wir versorgen sie und ihre Familien mit dringend benötigten Lebensmitteln. Alle zehn Tage bekommen 50 Familien die Rationen. In Chittagong unterstützen wir ebenso wie in Dhaka Familien finanziell, damit sie Nahrungsmittel kaufen können. Hier wurden 800 Familien in Zusammenarbeit mit der Caritas unterstützt. Die Familien wurden im Vorhinein auf ihre Bedürftigkeit geprüft.

Corona-Hilfe in Dhaka

Corona in Afrika bekämpfen

Auch in Dhaka, unserem zweiten Projekt in Bangladesch, ist die Situation sehr bedrückend. Wir sind dankbar, dass wir unsere Sprechstunden zumindest halbtags wieder anbieten können. Ein einheimischer Arzt und eine einheimische Ärztin versorgen gemeinsam mit unserem couragierten Team vor Ort die vielen Patientinnen und Patienten, die lange ohne medizinische Hilfe auskommen mussten. Unsere Mitarbeitenden engagieren sich zudem in der Aufklärung rund um das Thema Corona. Sie gehen durch die Slums, in denen viele der in der Textilindustrie Arbeitenden leben, verteilen dort Atemschutzmasken und informieren über die erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Lebensmittelhife für über 700 Familien

Gemeinsam mit unserem Partner vor Ort, der Caritas, unterstützen wir unsere Patientinnen und Patienten, die durch die Ausgangssperren ihre Beschäftigung als Tagelöhner oder Arbeiter in den Textilfabriken verloren haben. Insgesamt wurden in Dhaka 740 Familien finanziell unterstützt, damit sie Lebensmittel kaufen können. Die Familien wurden durch das lokale Team auf ihre Bedürftigkeit hin überprüft und ausgewählt.

Doppelte Not: Corona und Zyklon Amphan

Wie in Indien spielt sich in Bangladesch gerade ein doppeltes Drama ab: Durch Covid-19 und die Folgen von Zyklon Amphan stehen viele Menschen buchstäblich vor dem Nichts. Die Ausgangssperren nehmen den Tagelöhnern ihre Existenzgrundlage, zugleich sind sie aufgrund ihrer Lebensumstände besonders gefährdet, am Virus zu erkranken. Dazu erschweren die Zerstörungen durch den Zyklon das Leben der Menschen in der Küstenregion. Ernten wurden zerstört, Lebensmittelpreise steigen. Um diese Menschen zu unterstützen, verteilen wir mit unserem Partner BNM (Bangladesh Nazarene Mission) in der Küstenregion Lebensmittelpakete mit Reis, Linsen, Kochöl, Seife und Keksen. Wir versorgen dort 1.500 Familien.

Corona in Bangladesch: Die aktuelle Situation

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unser Projektkoordinator Bryan Anthony ist vor Ort in Chittagong und beantwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unsere Projekte in Bangladesch auswirken wird:

Wie kann das Team in Chittagong den Patienten in der aktuellen Situation helfen?

Aufgrund der landesweiten Sperre sind uns weitgehend die Hände gebunden. Für die vielen unterernährten Kinder organisierten wir aber Lebensmittelpakete für 10 Tage mit Reis, Karotten, Kürbis, Eiern, Milchpulver etc. Nach der geplanten Aufhebung der Sperre am 4. April wollen wir, wenn möglich, wieder gekochtes Essen verteilen. Dann können wir hoffentlich auch wieder insbesondere die Patienten mit chronischen Erkrankungen mit Medikamenten versorgen.

Haben Sie das Gefühl, dass Bangladesch auf Corona-Patienten vorbereitet ist?

Leider nein. Es gibt nur sehr wenig PSA für die Ärzte der Regierung. Das einzige Krankenhaus für ansteckende Krankheiten im Außenbezirk von Chittagong verfügt über eine Mindestausstattung mit 2 Beatmungsgeräten. In Chittagong sind nur 1.000 Testkits eingetroffen, die nur von staatlichen Einrichtungen verwendet werden dürfen. Das allgemeine Krankenhaus von Chittagong hat eine Station mit 50 Betten für Clovid-19 Patienten eingerichtet – aber ohne nötige Beatmungsgeräte.

Was könnte die Pandemie mittelfristig für unsere Patienten, unsere Projektregionen oder für Bangladesch insgesamt bedeuten?

Viele Patienten arbeiten als Tagelöhner und sind auf ihr tägliches Einkommen angewiesen, um ihre Familie zu ernähren. Wenn sie ihre Arbeit nicht fortsetzen können, ist dies eine Katastrophe für ihre Familien! Außerdem ist dies die Jahreszeit, in der die Patienten häufig von Erkältung, Grippe, Windpocken und Asthmaanfällen betroffen sind. In dieser Situation wäre eine Fehldiagnose im Zusammenhang mit Covid-19 eine echte Katastrophe. Die Menschen haben wirklich Angst, über ihre Krankheit zu sprechen.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für Sie persönlich?

Ich kann nicht tun, was ich gerne tun würde. Am schlimmsten ist, dass wir nicht ausgerüstet sind und ein zutiefst verunsichertes Personal haben. Die Regierung möchte die Situation allein bewältigen. Die Menschen sind im Dunkeln und haben keine wirklichen Informationen.

+++ Newsticker aus dem Projekt +++

19. Mai 2020

Die Lage in Bangladesch ist sehr bedrückend. Die Covid-19 Fallzahlen steigt weiterhin und das Virus breitet sich auch zunehmend in Slumgebieten aus. Der "Lockdown" wurde zunächst bis Ende Mai verlängert. Tausende Menschen, darunter viele Tagelöhner, sind unmittelbar von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen - die Situation für die Menschen in unserem Projektgebiet ist dramatisch. Wir helfen konstant mit der Ausgabe von Nahrungsmitteln, um dem Hunger entgegenzuwirken.

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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