German Doctors
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Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Ärzte im Einsatz: Kenia braucht Hilfe

Corona in Afrika bekämpfen

Corona-Infektionen nehmen welt­weit zu

Das Corona-Virus hat unser aller Leben ver­ändert. Doch wenn wir nach Afrika schauen, dann sind die Aus­wirkungen der Pande­mie noch viel dra­matischer als in Europa. Beispiels­weise im Mathare Valley-Slum in Nairobi. Hier steht unsere Baraka-Ambulanz und hier drängen sich 500.000 Menschen auf kleinster Fläche unter miserablen hygienischen Be­dingungen zu­sammen. Schon ohne eine Seuche ist Kenia kaum in der Lage, seine Ärmsten an­gemessen medizinisch zu ver­sorgen. Leere Medikamenten­schränke und fehlende Kranken­haus­betten sind hier normaler All­tag. Mit Sorge beobachten wir, dass sich Covid-19 im Land ausbreitet; in Nairobi gibt es bislang die meisten Infizierten.

Lage in Afrika ver­schärft sich

Jetzt in der Corona-Krise richten wir als German Doctors unser Augen­merk vor allem darauf, die chronisch kranken Men­schen zu schützen. Wir haben unseren Patientinnen und Patienten je­weils einen Vorrat ihrer lebens­wichtigen Medika­mente zur Ver­fügung ge­stellt, der für 60 bis 90 Tage aus­reicht. Täg­lich be­handeln wir immer noch bis zu 100 Menschen in unserer Ambulanz, ob­wohl wir leider keine ehren­amtlichen Einsatz­ärzte mehr ent­senden können. Die ein­heimischen Clinical Officers, die wir seit Jahren sorg­fältig aus­bilden, haben die Ver­sorgung über­nommen.

Wir bleiben vor Ort und helfen – helfen auch Sie!

Sollte Corona in Mathare Valley aus­brechen, würde sich die Seuche unter den fürchter­lichen hygienischen Be­dingungen rasend schnell aus­breiten. Wir tun wir alles dafür, die Aus­breitung des Virus zu ver­hindern. Wir klären uner­müdlich auf und machen deutlich, wie wichtig eine gute Hygiene ist. Dafür brauchen wir z.B große Wasser­behälter – denn sauberes Wasser ist im Slum Mangel­ware. Aber auch an Schutz­kleidung und Atem­schutz­masken für unser medizinisches Personal mangelt es.

Die Ausgangssperre bedroht zudem die Existenz unzähliger Menschen, da insbesondere die vielen Tagelöhner nicht mehr arbeiten können und so auf ihr ohnehin schon geringes Einkommen verzichten müssen. Tausende sind vom Hunger bedroht! Unser Team vor Ort engagiert sich daher mit großem Einsatz für die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen für Bedürftige.

Unser Projekt­manager George Audi ist vor Ort und koordiniert unsere Hilfe in diesen schwierigen Zeiten. Bitte unter­stützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende!

Unser Mann vor Ort

George Audi in Kenia

„Die Hoff­nung der Menschen aus dem Mathare Valley-Slum ruht auf uns, und des­halb wird unsere Ambulanz ge­öffnet bleiben, so lange die Re­gierung es zu­lässt. Die Patientinnen und Patienten sind auf die German Doctors an­ge­wiesen, was Be­ratung, Be­handlung und Hoffnung be­trifft. Wir sind Ihre Kerze in der Dunkel­heit .“

George Audi
Projekt­manager der German Doctors in Kenia

Mit Corona kommt der Hunger

George Audi in Kenia

Wir tun was wir können, um unsere besonders bedürftigen Patientinnen und Patienten mit Nahrungsmitteln zu unterstützen:

  • Aktuell versorgen wir 578 Menschen mit zwei gekochten Mahlzeiten am Tag.
  • Zudem haben wir mehr als tausend Essenspakete an bedürftige Familien verteilt. Die Pakete beinhalten Lebensmittel wie Reis, Bohnen, Mehl aber auch Seife, und versorgen eine Familie zwei Wochen lang mit dem Nötigsten.

Corona in Afrika: Die aktuelle Situation

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unser Projekt­manager George Audi ist vor Ort in Kenia und be­antwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unsere Projekte in Afrika aus­wirken wird:

Ist das Projekt auf Corona-Patienten vorbereitet? Und wenn ja, wie?

In unserer Ambulanz sind bereits Vorsorge­maßnahmen für die Patientinnen und Patienten sowie die Mit­arbeitenden getroffen worden. So muss jeder, der die Ambulanz, betritt sich bereits am Eingang die Hände desinfizieren. Der Warte­bereich wurde so um­gebaut, dass ein Sicherheits­abstand zwischen den wartenden Menschen gewähr­leistet werden kann. Sollte ein Patient mit Corona-Symptomen nach Baraka kommen, so würde er an ein lokales Kranken­haus weiter­geleitet werden.

Gibt es erste Corona-Fälle im Umfeld?

Nein, zum Glück noch nicht. Allerdings gibt es in ganz Kenia nicht genügend Test­kapazitäten, so dass auch nur sehr wenige Menschen auf Corona ge­testet werden. Zumal die ersten Anzeichen von Covid-19 einer Malaria-Erkrankung sehr ähneln. Wenn es zu einer groß­flächigen Aus­breitung kommen sollte, werden viele Menschen sterben - denn in den Slums leiden viele Menschen an Tuber­kulose, HIV/Aids und anderen typischen Armuts­­erkrankungen.

Vincent leidet an Epilepsie

Was könnte die Pan­de­mie mittel­fristig für unsere Patientinnen und Patienten be­deuten?

Das all­tägliche Leben wird deutlich teurer. Für unsere Patientinnen und Patienten wird sich die Lage daher voraus­sichtlich noch ver­schlimmern. Lebens­mittel­preise werden ansteigen. Schon jetzt wurden z.B. die Preise für den Bus an­gehoben – da nicht mehr so viele Menschen mit ihm fahren können, nehmen die Fahrer nun den doppelten Preis.

Gibt es Quarantäne-Maß­nahmen wie in den europäischen Ländern für (mögliche) Infizierte?

In Kenia wurden alle Schulen, Universitäten und öffentlichen Gebäude ge­schlossen. Bürger die sich bis vor kurzem im Ausland auf­gehalten haben, sind in bewachter Quarantäne. Zudem gilt eine allge­meine Ausgangs­sperre zwischen 19 Uhr und 5 Uhr morgens. Die Lebens­situation in Nairobi und gerade im Slum lassen Quarantäne-Maß­nahmen wie in Europa jedoch nicht zu. Hier schlafen oft acht bis zehn Menschen auf engstem Raum. Das Leben spielt sich auf der Straße ab. Da die Wellblech­hütten keine Küche haben, werden die Mahl­zeiten auf der Straße ge­kauft. Es gibt auch kein fließendes Wasser. Daher können sich die Menschen nicht regel­mäßig die Hände waschen und sich auch nicht reinigen.

Wo­rüber machen Sie sich der­zeit per­sönlich die größ­ten Sorgen?

Die größte Heraus­forderung und die größte Sorge aller ist es, die Aus­breitung des Virus unter Kon­trolle zu halten. Wir haben große Angst, dass der Slum im Falle eines Corona-Aus­bruchs von der Regierung abge­riegelt wird. Für diese Situation ist be­reits ein Notfall­plan er­stellt worden: Die Mitarbeiter, die selbst im Slum wohnen, sollen den Notfall-Betrieb in unserer Ambulanz sicher­stellen - zumindest für die Chroniker. Das Sicherheits­personal kommt aus dem Slum und soll während einer möglichen Schließung des Slums dafür sorgen, dass Baraka von Plünderung ver­schont bleibt. Aber auch andere afrikanische Länder - eigentlich der ge­samte Kontinent - stehen durch das Corona­virus vor einer sehr großen Heraus­forderung. Wir können nur hoffen, dass die Gesund­heits­systeme nicht zusammen­brechen und sich die Todes­fälle in Folge der Epidemie in Grenzen halten.

+++ Newsticker aus dem Projekt +++

11. Mai 2020

In den vergangenen Wochen wurden regelmäßig Nahrungsmittelpakete an Familien verteilt, die aufgrund der verhängten Ausgangssperre auf ihr Einkommen verzichten müssen und unmittelbar vom Hunger bedroht sind. Die Not ist groß und wir tun unser bestes, um möglichst viele Menschen mit dem Nötigsten zu unterstützen.

In Nairobis Slum Mathare Valley halten unsere engagierten einheimischen Kräfte eine basismedizinische Versorgung in unserem Gesundheitszentrum Baraka aufrecht. Wir konnten zum Glück eine einheimische Ärztin finden, die in dieser Ausnahmesituation wenigstens einige der Kranken behandeln kann. Den Chronikern haben wir ihre Medikamente im Voraus für die kommenden 90 Tage ausgehändigt, und das spiegelt sich in einem deutlich geringeren Patientenaufkommen wider.

Im Slum stellen unsere Mitarbeitenden Wasserbehälter und Seifenspender auf und leiten die Menschen an, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Auch über alle anderen möglichen Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus klären die Sozialarbeiterinnen die Slumbewohner auf. Derzeit gibt es noch keine Massenbewegungen aus den Städten in die Dörfer, wie zuletzt in Indien. Die Regierung appelliert an die jungen Leute, nicht in ihre Heimatdörfer zu fahren, da dort die älteren, besonders gefährdeten Menschen leben. Da eine Ausgangssperre derzeit nur zwischen 19:00 und 05:00 Uhr gilt, können die Tagelöhner auch noch ihrer Beschäftigung nachgehen und sind (noch) nicht von akutem Hunger bedroht.

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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