German Doctors
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Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Afrika: Unsere Hilfe bleibt!

Unsere Hilfe in der Krise

Lage in Afrika ver­schärft sich

Das Corona-Virus hat unser aller Leben ver­ändert. Doch wenn wir nach Afrika schauen, dann sind die Aus­wirkungen der Pande­mie noch viel dra­matischer als in Europa. In unserem Projekt im Mathare Valley-Slum in Nairobi drängen sich 500.000 Menschen auf kleinster Fläche unter miserablen hygienischen Be­dingungen zu­sammen. Schon ohne eine Seuche ist Kenia kaum in der Lage, seine Ärmsten an­gemessen medizinisch zu ver­sorgen. Noch dazu ist Corona nicht das einzige Problem: Regen und Überschwemmungen haben in Kenia Felder zerstört; die schlimmste Heuschreckenplage seit 70 Jahren ist noch nicht überstanden. Dürren und damit einhergehende Hungersnot und Mangel an Trinkwasser bedrohen Millionen in Armut lebende Menschen. Wir sind daher erleichtert, dass die Corona-Fallzahlen in Kenia jüngst zurückgegangen sind und sich das Virus bislang nicht so drastisch ausbreitet hat wie befürchtet. Im Januar 2021 konnten wir auch endllich wieder die ersten Einsatzärztinnen nach Kenia entsenden.

 

Mit Corona kommt der Hunger

Die landesweit verhängte Ausgangssperre hatte enorme Auswirkungen auf die Existenz Millionen von Menschen, da insbesondere die vielen Tagelöhner nicht mehr arbeiten konnten und so auf ihr ohnehin schon geringes Einkommen verzichten mussten. Mittlerweile wurden die Einschränkungen gelockert – doch noch immer sind Tausende vom Hunger bedroht! Mitarbeitende unserer Hilfsorganisation engagieren sich vor Ort mit großem Einsatz bei der Verteilung von Nahrungsmitteln für Bedürftige. Meist sind es Frauen, die mit ihren Kindern zu uns nach Baraka in die Slumambulanz in Nairobis zweitgrößtem Elendsviertel kommen, um nach Nahrung zu fragen. Sie werden von ihren Männern geschickt, die ihren Job verloren haben und nicht mehr wissen, wie sie ihre Familie satt bekommen sollen. Unsere Sozialarbeiterinnen prüfen dann bei einem Hausbesuch, ob Bedürftigkeit besteht.

Wir bleiben vor Ort und helfen – helfen auch Sie!

Gerade im Slum, wo die Menschen dicht an dicht unter unhygienischen Umständen in großer Armut leben, ist die Gefahr einer Ansteckung besonders groß. Daher haben wir Desinfektionsbehälter installiert, um den Menschen die Möglichkeit einer schützenden Handhygiene zu ermöglichen. Außerdem klären unsere einheimischen Mitarbeitenden die Menschen über das Virus, Ansteckungswege und Schutzmaßnahmen auf. Chronisch Kranke haben einen größeren Vorrat an lebenswichtigen Medikamenten erhalten, damit sie ihre Behausungen seltener verlassen müssen.

Bitte unter­stützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende, um Menschen in Armut vor einer drohenden Hungersnot zu schützen und weiterhin medizinisch zu behandeln!

Unser Mann vor Ort in Kenia

George Audi in Kenia

„Die Hoff­nung der Menschen aus dem Mathare Valley-Slum ruht auf uns, und des­halb wird unsere Ambulanz ge­öffnet bleiben, so lange die Re­gierung es zu­lässt. Die Patientinnen und Patienten sind auf die German Doctors an­ge­wiesen, was Be­ratung, Be­handlung und Hoffnung be­trifft. Wir sind ihre Kerze in der Dunkel­heit .“

George Audi
Projekt­manager der German Doctors in Kenia

Projekt in Athi River eröffnet

George Audi in Kenia

Trotz der schwierigen Lage konnten wir ein neues Arzt-Projekt in Kenia eröffnen: Die Ambulanz „Fanaka Medical Center“ in der Stadt Athi River, ca. 1,5 Stunden Fahrt von unserer Tagesklinik „Baraka“ in Nairobi entfernt. Auch hier bieten wir basismedizinische Versorgung für bedürftige Familien an, die sich keinen Arztbesuch leisten können – der Bedarf ist groß! Mit Lebensmittelpaketen unterstützen wir zudem rund 80 Familien, die von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders hart getroffen wurden und unmittelbar vom Hunger bedroht sind.

Projektmanager George Audi über die Situation vor Ort

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unser Projekt­manager George Audi ist vor Ort in Kenia und be­antwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unsere Projekte in Afrika aus­wirken wird:

Wie ist die aktuelle Situation vor Ort hinsichtlich der Corona-Pandemie?

Die Abriegelung Nairobis und anderer Landesteile hat die Wirtschaft hart getroffen und damit vielen Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Kinder sind zu Hause, was bedeutet, dass die Eltern eine zusätzliche Verantwortung haben, sie zu ernähren und zu beaufsichtigen, da das Schulessen ausfällt wenn die Kinder nicht zur Schule gehen können. Die Regierung setzt sich außerdem für die Quarantäne zu Hause ein. Dies erfordert, dass eine Familie für den Fall, dass einer ihrer Familienmitglieder positiv auf Covid-19 getestet wird, ein Zimmer für diesen Zweck zur Verfügung stellt. In den Slums gibt es keinen anderen Raum, ein Familienhaus ist "ein Zimmer"! Eine kaum lösbare Herausforderung für den Fall, dass der Ausbruch von Corona exponentiell zunimmt.

Gewalt und Straftaten nehmen leider ebenfalls zu?

Der Einkommensverlust, die Angst vor dem Virus und eine radikale Veränderung des zwischenmenschlichen Miteinanders – Händeschütteln, Umarmungen und Versammlungen wurden abgelöst vom Maske-Tragen, sozialer Distanzierung und Einsamkeit. Das verursacht bei vielen Menschen Stress und Wut. Die Wut schlägt vor allem bei den Männern häufig in Gewalt um, die sich gegen Schwächere, meist Frauen und Kinder richtet. In unserer Ambulanz suchen zunehmend Menschen Hilfe, die aufgrund von Gewalt traumatisiert sind. Auch haben wir derzeit mehr junge Mädchen, die infolge von Vergewaltigungen schwanger sind. Manche von ihnen sind erst 12 Jahre alt. Unser Kinderschutzbeauftragter Joseph sensibilisiert gemeinsam mit unseren Sozialarbeiterinnen die Eltern für eine bessere Beaufsichtigung ihrer Kinder.

Vincent leidet an Epilepsie

In dieser ganz besonderen Situation konnten Sie sogar das neue Projekt der deutschen Ärzte in Athi River eröffnen. Wie haben Sie das erlebt?

Wir haben uns sehr gefreut, dass es uns gelungen ist, „Fanaka“ offiziell zu eröffnen, wenn auch ohne große Eröffnungszeremonie und ohne deutsche Einsatzärztinnen und -ärzte. Wir haben ein sehr gutes Team in Athi River, das zuvor gründlich von unserem Team in Nairobi eingewiesen wurde. Für die Menschen vor Ort ist ein Traum wahr geworden, das Timing war perfekt: Endlich ein Krankenhaus im Slum, ohne lange Wege in Zeiten von Covid-19.  Und dazu noch Lebensmittelpakete für die existenziell bedrohliche Situation.  

Gab es kürzlich eine Situation oder Begegnung, die Sie besonders berührt hat?

Sehr beunruhigend ist die steigende Zahl ausgesetzter Babys und Kleinkinder. Kinderheime nehmen sie nicht auf, aus Angst, die Kleinen könnten mit dem Corona-Virus infiziert sein. Bis Ende Juni hatten wir schon 16 Babys in Pflegefamilien untergebracht, was für uns eine sehr schwere Aufgabe war, weil ein zusätzliches Kind für die aufnehmenden Familien aktuell mehr Belastung denn je bedeutet. Kriminelle machen sich die Masken zunutze, um andere am helllichten Tag auszurauben und dabei unerkannt zu bleiben. Aber natürlich, bei allem Kummer ist es erfreulich zu sehen, wie glücklich die Menschen über jede Hilfe sind, die sie in Baraka erhalten. Vor allem nach dem Erhalt der Lebensmittelpakete leuchten die vormals düsteren und verzweifelten Gesichter. Das macht uns alle sehr froh. Die Hilfe der German Doctors ist für die Slumbewohner eine Kerze in der Dunkelheit.

Das Interview wurde im Juli 2020 geführt.

Corona-Nothilfe weltweit

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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