German Doctors
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Neues aus den Projekten

Kilifi: Physiotherapie für Kinder mit Behinderung

Physiotherapie in Kilifi

In unserem neuen Projekt in Kilifi an der kenianischen Küste haben wir mit der Langzeitentsandten Beatrice Ammann eine ausgebildete Physiotherapeutin langfristig vor Ort. Ihre Spezialgebiete sind Orthopädie und Neurologie. Außerdem ist sie sehr erfahren in der Therapie entwicklungsverzögerter Kinder. In den ersten Monaten ging es ihr und ihrem Mann, dem Langzeitarzt Dr. Rutger Anten, mit dem sie gemeinsam vor Ort ist, in Zusammenarbeit mit dem lokalen Team um einen guten Aufbau des Projekts und die Vorbereitung für das Ankommen und Arbeiten der ersten Kurzzeitärztinnen und -ärzte. Es gab viele zusätzliche organisatorische und administrative Aufgaben. Mittlerweile hat Beatrice Ammann begonnen auch klinisch zu arbeiten. Wir haben nachgefragt, welche Patientinnen und Patienten zur Physiotherapie zu ihr kommen und wie sie vor Ort arbeitet.

Beatrice, welche Patientinnen und Patienten behandelst Du als Physiotherapeutin in Kilifi?

Beatrice Ammann: „Mein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Behinderung, vor allem arbeite ich mit Kindern. Das Projekt in Kilifi möchte vor allem den am meisten vulnerablen Menschen der Gesellschaft einen Zugang zu guter Gesundheitsversorgung ermöglichen. Und da gehören Menschen mit Behinderung ganz sicher dazu. Zu oft werden sie vergessen oder – unabsichtlich – von bestehenden Angeboten ausgeschlossen. Aber natürlich behandle ich auch mal andere Patienten. Das können Patienten nach einer Verletzung sein oder mit akuten oder chronischen Schmerzen wie zum Beispiel Rückenschmerzen. Oder ich berate mit dem anderen medizinischen Personal, den Pflegekräften, dem Clinical Officer oder den Kurzzeitärztinnen und -ärzten, wie wir Patienten besser diagnostizieren bzw. behandeln können.“

Welche Behinderungen haben die meisten Patientinnen und Patienten, die zu Dir kommen?

Beatrice Ammann: „Kinder mit Zerebralparesen, also Schädigungen des Gehirns, die zu Bewegungsstörungen und Muskelversteifungen führen, sind momentan die größte Gruppe meiner Patienten. Bei der Behandlung geht es mir vor allem darum, den Angehörigen richtige und relevante Informationen über die Behinderung und Therapie zu vermitteln: z.B. was ist Zerebralparese, wie kann das Kind unterstützt werden, welche Therapien sind sinnvoll und welche weniger sinnvoll usw. Nach dieser Wissensvermittlung kann ich dann mit den Eltern ein Heimprogramm erarbeiten und meine direkte Therapie gestalten. Je nach Kind braucht es mehr oder weniger Zeit, bis sie Vertrauen zu mir haben.“

Über welche Zeitdauer erstreckt sich eine Therapie?

Beatrice Ammann: „Das ist sehr unterschiedlich. Oft bestimmen andere Faktoren als meine professionelle Einschätzung die Dauer und Frequenz der Therapien. So ist es beispielsweise für manche Familien schlicht und einfach nicht möglich – aus finanziellen oder anderen Gründen – regelmäßig zu einer Therapie zu kommen. Die Instruktion von Übungen und Ideen für zu Hause sind somit zentral. Es geht auch hier um Wissensvermittlung, da die Familienangehörigen wahrscheinlich mehr Zeit mit den Patienten verbringen werden als ich.“

Ich stelle mir das Leben für Menschen mit Beeinträchtigungen in einer so ländlichen Region Afrikas wie Kilifi sehr schwierig vor. Wie kommen die Menschen zu Dir?

Beatrice Ammann: „Oft auf einem Motorrad, mit dem Motorrad-Taxi oder zu Fuß. Kinder werden auf dem Rücken getragen. Denn auf den Sandstraßen sind Rollstühle eher unpraktisch für längere Strecken.“

Welche Hilfsmittel stehen Dir vor Ort zur Verfügung bzw. benutzt Du für die Therapien? Arbeitest Du mit speziellen Konzepten und wenn ja, mit welchen?

Beatrice Ammann: „Hilfsmittel stehen im Moment noch nicht im Vordergrund. Sie müssen sowieso sehr individuell angepasst oder vermittelt werden. Es würde für mich keinen Sinn machen, einen Lagerraum voll mit orthopädischen Hilfsmitteln hier zu kreieren. Dazu sind die Menschen viel zu vielfältig. Besser finde ich ein gutes Netzwerk, sodass wir Patienten für eine Hilfsmittelversorgung weiterweisen können. Mit den Kindern mit Zerebralparesen arbeite ich vor allem im Bobath-Konzept und mit Ansätzen aus der Feldenkrais-Methode. Für Klumpfußbehandlungen wäre die Ponseti-Methode der richtige Ansatz. Bis jetzt bin ich hier aber noch keinem Kind mit Klumpfüßen begegnet. Allerdings habe ich eine junge Frau kennengelernt, welche unbehandelte Klumpfüße hat. Sie braucht definitiv eine weitreichende orthopädische Behandlung, und wir werden sie weiterverweisen.“

Was sind die größten Herausforderungen für Dich in der Arbeit mit den Patienten in Kilifi?

Beatrice Ammann: „Interessanterweise – aber für mich unerklärlich – werden Kinder mit Zerebralparesen in Kenia hauptsächlich von Ergotherapeutinnen und -therapeuten behandelt. Leider werden oft nur sehr passive Behandlungsmethoden angewandt wie Massagen und Muskeldehnungen sowie das Durchbewegen der verschiedenen Gelenke. Eltern sind oft erstaunt und zugegebenermaßen manchmal sogar zuerst enttäuscht, dass ich einen anderen Zugang zu den Kindern suche. Das braucht am Anfang oft einiges an Aufklärungsarbeit.“

Was war Dein bisher schönstes Erlebnis in der Arbeit mit Patienten?

Beatrice Ammann: „Ein Mädchen (7 Jahre) mit spastischer Zerebralparese kommt ein- bis zweimal pro Woche zu mir in die Therapie. Victoria lebt mit ihrer kleinen Schwester bei ihrer Großmutter. Sie kann nur mit Unterstützung sitzen. Ihre Arme sind praktisch immer angewinkelt und sehr steif. Bei der letzten Behandlung hatte ich viel Zeit für sie. Weil es regnete kamen eher weniger Menschen zur mobilen Klinik. Victoria war das erste Mal bei der Behandlung auf einer Matte am Boden. Anfänglich war sie etwas ängstlich. Aber mit der Zeit schien sie die kleinen Bewegungen zu genießen und ihre Muskeln konnten entspannen. Gegen Ende der Therapie lag sie ganz entspannt auf dem Bauch, ganz in sich gekehrt, konzentrierte sie sich auf ihren eigenen Körper und die Veränderungen, die sie deutlich spürte. Beim Verabschieden saß sie auf dem Schoss der Großmutter. Sie war viel aufrechter als sonst, und ihre Hände ruhten entspannt auf ihren Oberschenkeln.“

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