Sprechstunde in Maharlika, Cebu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die heutige Station der Rolling Clinic war die St. Nino-Kapelle in Maharlika, Cebu. Über die Hauptstraße sind orangene Fahnen gespannt. Es regnet und ist schwül. Von der Hauptstraße geht eine kleine Gasse ab, die in den Slum führt. Dort stehen dicht an dicht die Behausungen der Menschen, die auf Pfählen lagern. Zumeist bestehen sie aus Preßholz, manche sind aus Bambus gefertigt. Die Hütten gehören zum Teil Menschen, die in besseren Stadtteilen Cebus leben und diese an die Menschen vermieten. Durch den Slum führen zum Teil bröcklige Zementpfade. Einige Pumpen stellen Wasser zur Verfügung. Die Männer stammen aus der Umgebung Cebus und verdienen ihr Geld als Hilfsarbeiter im Hafen. Wenn sie ein wenig Geld zusammen haben, fahren sie wieder in ihre Provinzen zurück.

Die St. Nino-Kapelle ist ein etwa 25 Quadratmeter großer Raum. Der Boden ist mit weißen, roten und grünen Fliesen gekachelt. Die Menschen sitzen auf roten Plastikstühlen. Hinter dem erhöht stehenden Altar sind zwei Marienfiguren, ein Kruzifix und ein St. Nino aufgebaut.

Vor dem Altar steht auf zwei grob gezimmert Holzbänken ein weißer, silbernfarben beschlagener Kindersarg. Der Blick fällt auf ein blau angelaufenes Neugeborenes. Auf der linken Seite des Sargs finden sich ein Blumenstrauß aus weißen Blüten und eine Spendenbox für die Beerdigung. Rechts steht eine brennende Kerze. Einige Verwandte des Babys halten die Totenwache. Die Mutter des Kindes ist immer noch im Krankenhaus. Das Kind ist bei der Geburt gestorben.

Zwar kommt für dieses Kind jede Hilfe der German Doctors zu spät, hoffentlich jedoch nicht für die 68 Patienten, die heute in die Sprechstunde in Maharlika gekommen sind. Vielleicht ist St. Nino für sie ein Schutzpatron.

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