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Sierra Leone - Ein geschundenes Land

Hilfe für Sierra Leone

Sierra Leone Hilfe

Ein Land am Abgrund

Seit Jahren rangiert Sierra Leone auf den letzten Plätzen des Human-Development- Index der Vereinten Nationen, zählt also zu den am geringsten entwickelten Ländern der Welt. Schon vor der Ebola-Epidemie, die Sierra Leone in den vergangenen beiden Jahren heimgesucht hat, war die Bevölkerung von jeglicher medizinischen Hilfe weitest­gehend abgeschnitten. Das Gesundheits­system des Landes ist chronisch unterfinanziert und überlastet.

Zusammenbruch der medizinischen Versorgung

Der Ebola-Ausbruch hat die Situation weiter verschlimmert: Viele medizinische Fachkräfte aus Sierra Leone haben sich selbst mit der Krankheit infiziert - bis zu zehn Prozent der lokalen Gesundheits­arbeiter sind gestorben. Dies hat dazu geführt, dass die öffentlichen Gesundheits­einrichtungen heute über noch weniger Personal verfügen als vor der Epidemie. Immer mehr Menschen erliegen daher behandelbaren Krankheiten wie z.B. Malaria oder Cholera - denn das bereits schwache Gesundheitssystem des Landes wurde durch den Ebola-Ausbruch weiter beschädigt.

Die German Doctors engagieren sich schon seit 2010 in Sierra Leone und betreiben in Serabu ein Krankenhaus, das die einzige medizinische Anlaufstelle für über 50.000 Menschen ist. Pro Jahr können dort dank dem unentgeltlichen Einsatz deutscher Ärzte durchschnittlich 15.000 Behandlungen vorgenommen werden.

Als Ärztin im Einsatz

German Doctors Sierra Leone

„Das Projekt in Sierra Leone birgt eine unbeschreibliche In­tensität in sich. Der Lebensmut und der Lebenswille der Menschen sind so unbeschreiblich stark. Sie ergeben sich keinesfalls ihrem Schicksal, sondern kämpfen bis zum letzten Atemzug für das Leben. Dies macht Mut und motiviert mich, ihnen zu helfen. Schon sechs Wochen Einsatzzeit können dazu beitragen, die Menschen in Serabu auf ihrem Weg zu unterstützen und das Leben verändern.“

Dr. Katja Maschuw ist Chirurgin und engagiert sich seit 2005 in unseren Projekten.

Extrem hohe Kinder- und Müttersterblichkeit

Schwangerenbetreuung Sierra Leone

Mütter und Kinder brauchen unsere besondere Unterstützung

Insbesondere Frauen und Kinder leiden unter den Folgen von Ebola: In Sierra Leone sterben immer noch viel zu viele Frauen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Die meisten versterben zu Hause, manche auf dem Weg ins Krankenhaus, auf Motorrädern oder zu Fuß. Weniger als die Hälfte der Geburten werden von geschultem Personal begleitet und nicht einmal jede fünfte Geburt findet in einer medizinischen Einrichtung statt. Auch im Kindesalter ist die Sterblichkeitsrate extrem hoch; so erleben 120 von 1.000 Kindern nicht ihren fünften Geburtstag. Der Ärztemangel ist unvorstellbar groß - in ganz Sierra Leone gibt es beispielsweise nur einen einzigen einheimischen Kinderarzt!

Sierra Leone Geburtshilfe

Wie die German Doctors helfen

Werdenden Müttern bieten wir in unserem Krankenhaus kostenlose Vorsorge­untersuchungen an und ermöglichen ihnen eine sichere Geburt unter ärztlicher Aufsicht. In der Klink ist zudem immer ein Chirurg anwesend, der im Notfall einen lebensrettenden Kaiserschnitt durchführen kann. Die medizinische Betreuung von hilfsbedürftigen Kindern wird ebenfalls völlig kostenfrei angeboten. In unserem Ernährungsprogramm päppeln wir zudem stark unter­gewichtige Klein­kinder mit spezieller Aufbaunahrung auf, versorgen sie mit Nahrungsmitteln und kontrollieren regelmäßig ihr Gewicht und ihren gesundheitlichen Zustand. Um der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit nachhaltig entgegenzutreten, schulen die deutschen Mediziner auch das einheimische Personal – denn nur durch einen Wissenstransfer lässt sich die Situation in Sierra Leone wirklich verändern.

Daten und Fakten zum Projekt

Projektbeginn: 2010

Anzahl Ärzte zurzeit: Fünf deutsche Ärztinnen/Ärzte.

Einsätze: 40 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2016. Von 2010 bis Ende 2016 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 169 unentgeltliche Einsätze durchgeführt. Ihre Spenden für Sierra Leone ermöglichen unsere Hilfe!

Patientenkontakte: Jährlich werden von unserer Hilfs­organisation in Sierra Leone über 15.000 Behandlungen vor­genommen.

Partner: Projektpartner der German Doctors ist die Diözese Bo.

Struktur: Tägliche Mitarbeit von deutschen Fachärzten aus den Bereichen Chirurgie, Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Public Health.

Einsatzgebiet(e): Serabu Community Hospital im Bezirk Bumpeh Ngao.

Häufigste gesundheitlichen Probleme: Malaria, Durchfall, Unterernährung, chirurgische Eingriffe.

Schwerpunkt: Gesundheitsvorsorge von Schwangeren und Müttern. Ernährungsprogramm für mangel- und unterernährte Kinder.

Das sind die German Doctors

Hilfe für Sierra Leone - Projekte entdecken

So helfen wir weltweit

Die German Doctors leisten freiwillige Arzteinsätze in Ent­wick­lungs­ländern und helfen dort, wo das Elend zum Alltag gehört. In unseren Projekten auf den Philippinen, in Indien, Bangladesch, Kenia und Sierra Leone helfen Ärzte auf unentgeltlicher Basis, Krankenstationen zu betreiben und Patienten zu behandeln, die dringend auf medizinische Hilfe angewiesen sind. Die einge­setzten Mediziner arbeiten in ihrem Jahresurlaub oder im Ruhe­stand für einen Zeitraum von 6 Wochen und verzichten dabei auf jegliche Vergütung. Seit 1983 wurden so über 6.700 Hilfs­einsätze weltweit durchgeführt.

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