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Geschichte der German Doctors

Chronik

2009-2014

Während unser Jahr 2014 hierzulande vergleichsweise ruhig verlief – nach dem Umzug unserer Geschäftsstelle, dem Namenswechsel, der strategischen Neuausrichtung, personellem Zuwachs und dem Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens im Vorjahr –, war die Arbeit in unseren Projekten umso bewegter und intensiver. Auf den Philippinen war unsere Wieder­aufbauhilfe nach dem Durchzug des verheerenden Taifun Haiyan im Dezember 2013 noch nicht abgeschlossen, da fegte schon der nächste tropische Wirbelsturm über die Inselgruppe hinweg: Taifun Hagupit. Glücklicherweise waren die Filipinos dieses Mal frühzeitig gewarnt und ihre große Mehrzahl konnte sich in Notunterkünften in Sicherheit bringen. Schwere Schäden hat Hagupit dennoch hinterlassen, und wieder standen Tausende Menschen vor zerstörten Hütten und Häusern, überfluteten Feldern und vernichteten Ernten. Abermals war schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt. Erneut haben wir diese Hilfe geleistet. Die zweite Katastrophe trug sich in Westafrika zu und hat wohl die gesamte Weltbevölkerung beunruhigt. Die bislang größte erkannte Ebola-Epidemie nahm zu Beginn des Jahres 2014 in Guinea ihren Anfang und breitete sich von dort binnen weniger Monate in mehreren westafrikanischen Ländern aus, so auch in unserem Einsatzland Sierra Leone. Die Auswirkungen auf unsere ärztliche Arbeit in Serabu waren gravierend. Bei allem Schrecken zeigt sich in diesen und vergleichbaren Ausnahmesituationen doch auch immer etwas Gutes: Die Solidarität und Anteilnahme vieler, vieler Menschen, die das Glück haben, in einer vergleichsweise guten Situation leben zu dürfen. Viele haben auf unsere Spendenaufrufe reagiert und ihr Teil dazu beigetragen, dass wir dort helfen konnten und können, wo unsere Hilfe so bitter nötig ist. Gezeigt hat sich in den Ausnahmesituationen auch, dass unser Ansatz, auf noch mehr Ausbildung Einheimischer zu setzen, richtig ist. So konnte beispiels­weise das lokale Team in Serabu den Krankenhausbetrieb aufrechterhalten, als wir vorübergehend keine Kurzzeitärzte ins Projekt schicken konnten. Ein großer Erfolg im Sinne der Stärkung des lokalen Gesundheitssystems und der Nachhaltigkeit unserer Arbeit. Er zeigt: Wir leisten wirklich „Hilfe, die bleibt“. Deutlich vorangetrieben haben wir das so wichtige Thema Wirkungsbeobachtung. Dank ehrenamtlicher Unterstützung zweier Mitarbeiter des Sozialforschungsinstituts infas haben wir zum ersten Mal eine tiefergehende Auswertung der Rückmeldebögen unserer Einsatzärzte vornehmen können. In diesem Jahr haben 315 Ärzte 341 Einsätze in neun Projekten geleistet – ehrenamtlich und mit einer großen Portion Enthusiasmus, Nächstenliebe und Menschlichkeit. Ganz besonders hervorheben wollen wir in diesem Jahr das Engagement und den Mut von vier German Doctors – namentlich Dr. Jaqueline Hupfer, Dr. Silke Ehlers, Dr. Teresa de la Torre und Dr. Dorian Jungmann. Sie alle scheuten auch während der Ebola-Epidemie nicht den ärztlichen Einsatz in Sierra Leone.

Im Jahr 2013 feiern wir unser 30-jähriges Jubiläum! Wir ändern unseren Namen dahingehend, als dass wir uns fortan auf den bisherigen Zusatz „German Doctors e. V.“ beschränken, legen uns einen neuen Namenszusatz zu – „Hilfe, die bleibt“ – ebenso wie ein neues Logo, und ziehen mit unserer Geschäfts­stelle nach Bonn, an den deutschen Standort der Entwicklungszusammenarbeit. Kurz nach dem Umzug findet unsere Zukunftskonferenz mit unseren Projektpartnern statt. Zum ersten Mal ist es uns dank der Förderung der Stadt Bonn mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Nordrhein-Westfalen möglich, wichtige Vertreter aus allen neun Arztprojekten an einem Ort zu versammeln. Im Fokus der Veranstaltung steht unsere Strategieanpassung, die vorgestellt und diskutiert wird. Das neue Einsatzplanungssystem (EPS) geht an den Start und ist uns eine große Arbeitserleichterung. Die Einsatzärzte können von nun an ihre Daten selbst pflegen und sich über das System für Einsätze bewerben. Zudem wird die Vorbereitung auf die Arzteinsätze weiter intensiviert und findet ab sofort in Würzburg am Missionsärztlichen Institut statt. Im Sommer bricht die Bocholter Ärztin Dr. Marlis Feldberg zum 6.000 Arzteinsatz der Organisation auf. Anlässlich des Jubiläums finden ab September verschiedene Ver­anstaltungen statt, mit denen wir unser 30-jähriges Bestehen feiern. Den Startschuss für unsere Festlichkeiten gibt ein Konzert im Rahmen des Beethovenfestes. Auch das Forum German Doctors in Stuttgart legt kurz darauf seinen Fokus auf unser Jubiläum. Den Höhepunkt bildet schließlich unser Jubiläumsempfang in Berlin, bei dem zahlreiche Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik unsere Arbeit würdigen. Überschattet wird der Empfang allerdings von der schrecklichen Naturkatastrophe auf den Philippinen, wo Taifun Haiyan wenige Tage zuvor eine Schneise der Zerstörung hinterlassen hat: Da wir dort seit 30 Jahren aktiv sind und vor Ort auf Partner und gute Strukturen zurückgreifen können, leisten wir unmittelbare Nothilfe. Auf Mindoro und im Norden von Cebu, verteilen wir Lebensmittel­pakete und versorgen die Menschen medizinisch. Auf Leyte, der Insel die am schwersten von der Naturkatastrophe betroffen ist, setzen wir verschiedene Ärzteteams ein, die die Menschen behandeln. Wiederaufbauhilfen wie die Versorgung mit Saatgut, der Aufbau von kleinen Häusern, die Reparatur von Wassersystemen sowie der Bau bzw. Reparatur von Toiletten laufen wenige Wochen nach dem Un­glück an und dauern bis 2015 an. Mit dem Relaunch unserer Webseite bieten wir als neue Spendenform Projektpatenschaften an. Spender können ab sofort gezielt ihr Lieblingsprojekt unterstützen. Bis zum Jahr 2013 sind insgesamt 350 Partnerprojekte durchgeführt worden, die vom BMZ - einige auch von der EU - kofinanziert wurden. Dazu kamen ca. 300 weitere Projekte, die mit eigenen Spendenmitteln verwirklicht werden konnten.

Zum ersten Mal sind wir 2012 beim Paderborner Osterlauf vertreten, um unsere Arbeit bekannter zu machen und Spenden zu sammeln. Beim E.ON Mitte Kassel Marathon sind wir abermals Charity-Partner. Unter dem Titel „Von der Aufarbeitung der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zur Ein­führung einer wirksamen Kindesschutz-Policy bei Ärzte für die Dritte Welt e. V.“ legt eine von uns beauftragte unabhängige Kommission ihren Abschlussbericht vor. In der Sendung „Faszination Leben“ dokumentiert der TV-Sender RTL in der Folge „Tatort Philippinen – Maria Furtwänglers Kampf gegen Kinderprostitution“ den Einsatz unserer Kuratoriumspräsidentin in Cagayan de Oro. Wenige Monate später besucht Maria Furtwängler nochmals unsere Projekte auf den Philippinen. Gesundheitsexpertin Susanne Weber-Mosdorf wird ins Präsidium der German Doctors gewählt, und der international anerkannte Experte für Kinderrechte, Prof. Dr. Lothar Krappmann, wird in unser Kuratorium berufen. Auf einer Klausurtagung stellen wir die Weichen für die neue strategische Ausrichtung unserer Organisation „Helfen – Schulen – Übergeben“ sowie den Umzug der Geschäftsstelle nach Bonn, der im Mai 2013 vollzogen wird. In Anwesenheit von Markus Pinger, CEO der Celesio AG, eröffnen wir die neue Zentralapotheke auf dem Dach des Pushpa Homes in Kalkutta. Die Organisatoren der Laufevents in Kassel und Paderborn reisen nach Nairobi, um einen Eindruck von unserer Arbeit zu gewinnen. Ein Filmteam dreht in ihrer Anwesenheit vor Ort einen Beitrag mit dem kenianischen Marathonläufer Edwin Kibowen. Ende des Jahres überträgt der Bayerische Rundfunk live das Finale der Benefizaktion „Sternstunden“, bei dem Dr. Maria Furtwängler als Patin unser Partnerprojekt Malisa Home vorstellt.

Eine Advents-Spendenaktion der Passauer Neuen Presse bringt Anfang 2011 rund 500.000 Euro für unsere Projekte ein, und fast 30 German Doctors nehmen zur Spendenakquise erstmals am E.ON Mitte Kassel Marathon teil. Es gibt zudem Veränderungen in unseren Gremien: Im Rahmen einer Neuausrichtung des Vereins verlässt - nachdem schon zwei Jahre zuvor das Gründungs- und langjährige Vorstandsmitglied Dr. Marie Coen-Schäfer diesen Schritt getan hatte - auch Dr. Wolfgang Schafnitzl (Mitglied seit 1985) den Verein. Er war 15 Jahre im Vorstand, davon 12 Jahre lang als 1. Vorstands- bzw. Präsidiums-Vorsitzender tätig. Als Gründer des alljährlichen Würzburger Herbst-Symposiums strukturierte und organisierte er dieses über viele Jahre. In seiner Verantwortung lagen ebenso über 20 Jahre lang die Frankfurter Kurzseminare. Gemeinsam mit den Dres. Bettina Ritz (Initiatorin), Helga Niermann u. Marie Coen verfasste er die 1. englische Ausgabe des Blue Book, der medizinischen Anleitung für die Ärzte im Einsatz. Inzwischen liegt die 3. englische Auflage (8. Auflage insgesamt) vor. Für die Gründung und Betreuung unserer Projekte in Ruanda, Kenia, Venezuela und Nicaragua war Dr. Schafnitzl hauptsächlich mitverantwortlich. Dem Präsidium bei tritt Dr. Kurt von Rabenau. Des Weiteren üben die beiden Vorstände Dr. Elisabeth Sous-Braun und Dr. Harald Kischlat ihre Ämter fortan hauptamtlich aus. In Kenia schließen wir unsere Nairobi-Außenstation Athi River wegen organisatorischer Schwierigkeiten und vergleichsweise wenig Bedürftigkeit. Die Beratung und Betreuung von Schwangeren sowie die Ernährungs­programme für Kinder auf den Philippinen – besonders im ländlichen Gebiet um Buda – werden ausgebaut. Das Projekt in Serabu wird ebenfalls vorangetrieben. Hierzulande nehmen 200 Interessierte an der Veranstaltung Forum German Doctors zum Thema „Medizin unter Armutsbedingungen“ teil. Zum wiederholten Mal organisiert die Celesio AG ein Benefizkonzert des Deutschen Ärzte­orchesters. Zudem kommt beim Auftritt von Dr. Elisabeth Sous-Braun und Dr. Maria Furtwängler bei der ZDF-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ ein größerer Spendenbetrag für unser Projekt in Chittagong zusammen.

Im Jahr 2010 erhalten wir als Ergebnis einer FAZ-Weihnachtsspendenaktion aus dem Vorjahr mehr als 300.000 Euro für den Bau einer neuen Kinder­station in Kalkutta. Für ihr soziales Engagement erhält unsere Kuratoriumspräsidentin Dr. Maria Furtwängler die Bayerische Verfassungs­medaille in Silber. Der Jesuitenorden macht publik, dass Pater Bernhard Ehlen, Gründer und langjähriger Leiter unserer Organisation, im Rahmen der Jugendseelsorge in den 70er-Jahren Kindesmissbrauch begangen hat. Wir trennen uns mit sofortiger Wirkung von Pater Ehlen und beginnen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauchsprävention. Bald darauf verab­schieden wir unsere Child Protection Policy. Durch sie werden in der Organisation und in den Projekten, über die bisherige Sorgfalt hinaus, Strukturen und Verhaltensrichtlinien vorgegeben, die den Schutz von Kindern und Schutzbefohlenen bestmöglich gewährleisten sollen. Dank der noch größeren Unterstützung unserer Arbeit seitens der Celesio AG können wir mit dem Bau einer Zentralapotheke auf dem Gelände des Pushpa Homes (Kalkutta) beginnen. Ebenfalls in Kalkutta legen wir ein ambulantes Ernährungsprogramm für unter­ernährte Kinder auf. Außerdem stellen wir erste Vorüberlegungen zur Gründung eines Unterstützerkreises an, die Gründung erfolgt 2011. In Sierra Leone startet in Zusammenarbeit mit dem Serabu Community Hospital unser jüngstes Arztprojekt. In Deutschland verabschieden wir eine neue Vereinssatzung und erweitern unseren Namen „Ärzte für die Dritte Welt“ um den Zusatz „German Doctors e.V.“.

Die ARD sendet 2009 einen Beitrag mit Dr. Maria Furtwängler unter dem Titel „Einsatz in Kalkutta - Maria Furtwängler und die German Doctors". Veranlasst durch eine Änderung des österreichischen Spendenrechts schließen sich unsere österreichischen Mitstreiter zu dem Verein Öster­reichische Ärzte für die Dritte Welt e.V. zusammen.

2003-2008

2008 ist das Jahr unseres 25-jährigen Bestehens! In der Küstenregion von Bangladesch kämpfen wir mit einem ausgedehnten Hilfs­programm gegen die Auswirkungen des Zyklons Sydr. In Dhaka und Chittagong starten wir für unterernährte Kinder ein Ernährungs­programm. Durch finanzielle Unter­stützung seitens Pro-Interplast und des Deutschen Generalkonsulats können wir im St. Thomas Home (Kalkutta) einen Labor- und Röntgentrakt eröffnen, und dank finanzieller Zuwendung seitens des Auswärtigen Amts können wir den Opfern der Überschwemmungen im nördlichen Indien helfen. In Nairobi eröffnen wir ein neues Gebäude zur besseren Durchführung unseres Ernährungsprogramms. Unser Langzeitarzt in Indien, Dr. Tobias Vogt, wird für sein Tuberkulose-Programm mit dem Förderpreis der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ausgezeichnet, und Pricewaterhouse­Coopers würdigt unsere Organisation im Rahmen des Transparenzpreises 2008 für die qualitativ hochwertige Berichterstattung.

Ab dem Jahr 2007 arbeiten im Cebu-Projekt ständig ein Langzeit- und ein Sechs-Wochen-Arzt vor Ort. Mit Einführung des sogenannten Näh­programms wird den Frauen in Bangladesch eine Ausbildung in Heimarbeit ermöglicht. In Nairobi weiten wir mit Unterstützung des Staates unser HIV-Programm aus, die Patienten erhalten fortan im Rahmen der antiretroviralen Therapie Medikamente. Zusätzlich startet eine Aufklärungsaktion, in deren Rahmen wir bei Slumrundgängen über medizinische Grundlagen und Hilfsangebote informieren. In Kalkutta feiern wir in Anwesenheit des deutschen Generalkonsuls und einer Delegation unter Führung von MdB Volker Kauder die Eröffnung des Pushpa Homes, unserer Kinder-Tuberkuloseklinik. Kurz darauf erhält unser Langzeitarzt vor Ort, Dr. Tobias Vogt, für sein Engagement den Helmut-Stickl-Preis. Zum ersten Mal führen wir in München, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Bonn, Neuss, Darmstadt und Frankfurt regionale Spendertreffen durch. Die Deutsche Telekom stellt dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und sorgt für die Bewirtung.

Dr. Harald Kischlat übernimmt im Jahr 2006 die Funktion des Generalsekretärs bei den Ärzten für die Dritte Welt. Dr. Peter Fricke, medizinischer Leiter der Arztprojekte, kommt bei einem Absturz mit einem Privatflugzeug ums Leben und hinterlässt eine große Lücke in der Projektarbeit. Auf den Philippinen eröffnen wir das Buda Community Hospital, wo fortan täglich rund 100 Patienten behandelt werden.

Mit nunmehr sechs statt vier Ärzten vor Ort erweitern wir im Jahr 2005 unser Hilfsangebot in Nairobi. Auch in Kalkutta sind fortan zwei weitere Ärzte vor Ort, und eine neue Rolling Clinic geht auf Tour. In Dhaka weihen wir ein neues Arzt- und Schulzentrum ein, und neben Managua sind wir in Nicaragua nun auch in der Bergregion um Ocotal tätig – mit Verstärkung durch engagierte Zahnärzte. Auch auf der philippinischen Insel Cebu sind fortan regelmäßig zwei Ärzte im Einsatz. Sie versorgen die Menschen auf den Müllhalden in den Slumgebieten von Cebu City medizinisch. Ebenfalls auf den Philippinen eröffnen wir das Buda Community Health Center – im Umkreis von 100 Kilometern die einzige medizinische Anlaufstelle für Bedürftige.

Im Jahr 2004 feiern wir in Berlin in den Räumlichkeiten der Telekom das 20-jährige Bestehen unseres Vereins nach. Gastredner sind Wolfgang Thierse, Angela Merkel und Peter Eigen. In Venezuela beenden wir unseren Hilfseinsatz, da der damalige Staatspräsident Hugo Chavez kubanische Ärzte ins Land holt; in Nicaragua nehmen wir unsere Arbeit auf.

Im Jahr 2003 feiern wir die Einweihung des Mothers‘ Haus in Cagayan de Oro in Anwesenheit der Stifterin Brigitte Eickhoff. Zur gleichen Zeit zählen wir den 3.000sten Einsatz eines Arztes im Namen der Ärzte für die Dritte Welt; 1.800 Ärzte waren bisher in den Projekten aktiv.

1997-2002

2002 weiten wir die Schulspeisung im Mathare-Slum von Nairobi auf rund 1.300 Kinder aus und unser Engagement in Manila durch eine Rolling Clinic zu den indigenen Ureinwohnern auf Mindoro. Zudem gründen wie die Ärzte für die Dritte Welt Stiftung.

Ein weiteres Arztprojekt initiieren wir im Jahr 2001 im venezolanischen Caracas. Dort ergänzt nach nur wenigen Monaten jeweils ein Zahnarzt das zweiköpfige Ärzteteam. Im Nairobi-Projekt führen wir, ergänzend zu unserer bisherigen Arbeit, ein Programm für HIV-Infizierte ein.

Im Jahr 2000 wird Dr. Maria Furtwängler Präsidentin des Kuratoriums. Im Kalkutta-Projekt werden im gleichen Jahr einige Beiträge mit ihr für die ARD gedreht. In Chittagong (Bangladesch) legen wir ein weiteres Arztprojekt auf, während wir unseren Einsatz in Kolumbien nach 15 Jahren aus Sicher­heitsgründen beenden müssen. Das kleine Armenhospital im philippinischen Valencia erweitern wir um eine Tuberkulosestation.

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Osttimor im Jahr 1999 helfen wir den Notleidenden mit einem halbjährigen medizinischen Sofort­hilfe­programm. Im gleichen Jahr zerstört ein Feuer unsere Slumschule in Dhaka; der Unterricht wird im Freien fortgesetzt, und nur ein Jahr später errichten wir auf angemietetem Privatgrund eine neue Schule.

Im Jahr 1998 sind in unseren sieben Projekten ständig 26 Ärzte vor Ort, davon allein sechs in Kalkutta. Um unsere Organisation kennen­zulernen, besucht die Ärztin und Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler unser Projekt in Kenia. Fortan setzt sie ihre Popularität ein, um uns und unsere Arbeit bekannter zu machen. Ein Jahr später wird unser Verein im Rahmen der alljährlichen Bambi-Verleihung mit dem „Bambi for Charity“ ausgezeichnet.

Im kenianischen Mathare-Valley-Slum (Nairobi) beginnen wir 1997 ein neues Arztprojekt. Unser Gesundheitszentrum Baraka (Swahili: Segen) ist die wichtigste medizinische Anlaufstelle für die Bewohner des Slums bei Unterernährung, Tuberkulose, HIV und Aids und allen übrigen medizinischen Sorgen. Auf Mindanao bauen wir eine kleine Tuberkuloseklinik auf, während wir unser Engagement in Ruanda nach nur rund drei Jahren aus Sicherheitsgründen einstellen müssen.

1990-1996

Im Jahr 1996 werden wir für unsere beispielhafte Impfkampagne auf den Philippinen mit dem „Helmut-Stickl-Preis zur Förderung des Impfgedankens“ ausgezeichnet. Ebendort, am Payatas-Müllberg in Manila errichten wir im selben Jahr eine Gesundheitsstation.

Ab 1995 fährt in Kalkutta fortan eine Mobile Clinic zu Notleidenden in entfernte Slums, und wir stocken die Zahl der ständig anwesenden Ärzte vor Ort auf fünf auf. Angegliedert an das Indien-Projekt starten wir ein Alphabetisierungsprogramm vor allem für Mädchen.

1994 geben wir erstmals ein Projekt nach erfolgreicher Anschubförderung in einheimische Hände – und zwar das Arztprojekt in San Salvador; zeit­gleich beginnen wir in Ruanda ein neues Arztprojekt.

Im Jahr 1993 übergibt uns Bundeskanzler Helmut Kohl 90.000 Mark – das Preisgeld des ihm verliehenen „Nehru-Preis für Internationale Verstän­digung“. In Dhaka bauen wir zwei Slumschulen für insgesamt rund 900 Kinder auf, und in Cagayan de Oro (Mindanao) starten wir mit den sogenannten Mothers‘ Classes ein Angebot zur präventivmedizinischen Schulung von Müttern aus armen Bevölkerungsschichten. In San Salvador (El Salvador) legen wir ein neues Arztprojekt auf. Ein Jahr später nehmen wir im philippinischen Valencia ein Krankenhaus in Betrieb und weihen in Cali unser Kinderkrankenhaus ein.

1992 starten wir gemeinsam mit der Organisation Interplast ein Spezialprojekt für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Operationen. Ebenfalls in diesem Jahr beginnen wir in Cali mit dem Bau eines Kinderkrankenhauses, und in Kalkutta mit dem eines vierstöckigen Sozial- und Schulzentrums inklusive Ambulanzräumen. Im gleichen Jahr nehmen in Cagayan de Oro dank eines Stipendienprogramms 30 mittellose Filipinos ein Medizinstudium auf, und mit finanzieller Unterstützung der deutschen Entwicklungshilfe entsteht in Bagong Silang (Philippinen) ein großes Gesundheitszentrums. In einem neu konzipierten „Medizinischen Kurzseminar“ können sich Ärzte ab jetzt auf ihren Projekteinsatz vorbereiten.

Im Jahr 1991 führen wir erstmals in Kooperation mit anderen Organisationen Operationen an Grauem Star auf den Philippinen durch.

1990 gliedern wir in Kalkutta eine Bettenstation zur Aufnahme unterernährter Kleinkinder in unser Projekt ein.

1983-1989

1989 bauen wir in den Slums von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch eine mobile Ambulanz auf.

Mit Unterstützung der Deutschen Entwicklungshilfe errichten wir 1988 in Cagayan de Oro (Philippinen) ein Armenhospital. Wir unter­stützen das „Expanded Program on Immunization“ der WHO im Norden von Mindanao. In der Region um Cagayan de Oro erhalten daraufhin 35 % der Kinder eine Schutzimpfung. Der Hamburger Kinderarzt Dr. Georg Bönig erarbeitet die erste deutschsprachige Edition des Blue Book, die sich vorwiegend auf die ärztliche Arbeit in unserem Projekt auf Mindanao bezieht. Der ersten Auflage folgen viele weitere. Mitwirkende waren in den folgenden Jahren Martin Grau, Peter Metzger, Helga Niermann, Wolfgang Schafnitzl, Dietmar Schug, Bettina Ritz, Barbara Wendl, Anita Plenge, Peter Krieg und Lisa Sous-Braun.

1987 eröffnen wir unser Ambulanzgebäude in Kalkutta-Shibpur und weiten unsere Arbeit auf einen weiteren Slum der Stadt (Tikiapara) aus.

1986 beginnen wir in den Slums von Manila mit der Langzeittherapie schwer an Tuberkulose Erkrankter. Dr. Otto Paulitschek mit seiner Krefelder Hilfe ist Initiator dieses Programms und sammelt dafür bis heute (2015) Spenden. Mit erstmaliger Unterstützung der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe – der Beginn einer erfolgreichen Partnerschaft – setzen wir Projekte wie Impfkampagnen oder die Verlegung von Wasserleitungen in Slums um. Es entstehen die ersten Partnerprojekte wie Schulungen oder Kleinstkreditvergaben. Am ersten Informations- und Vorbereitungstreffen in Frankfurt am Main nehmen 110 interessierte Mediziner teil. 

1985 startet das Projekt in Cali/Kolumbien. Ende des Jahres geht der pensionierte Kinderarzt Dietrich Gahrmann als 100ster German Doctor in den Einsatz.

Nach dem Erscheinen eines Berichts im Deutschen Ärzteblatt melden sich 1984 zahlreiche weitere Ärzte, die einen freiwilligen Einsatz leisten wollen. Ab Ende des jahres ist zudem der erste Zahnarzt in Manila tätig.

Am 10. September 1983 gründet Jesuitenpater Bernhard Ehlen gemeinsam mit zehn Ärzten das Komitee „Ärzte für die Dritte Welt“. Schnell beginnen die ersten Teams mit sechswöchigen Arzteinsätzen in Kalkutta und Manila.

Vereinsgremien 1983 bis heute

Vereinsgremien German Doctors

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