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Geschichte

Chronik

2008-2013

2008 ist das Jahr unseres 25jährigen Bestehens! In der Küstenregion Bangladeschs kämpfen wir mit einem ausgedehnten Hilfsprogramm gegen die Auswirkungen des Zyklons Sydr. In Dhaka und Chittagong starten wir für unterernährte Kinder ein Ernährungsprogramm. Durch finanzielle Unter­stützung seitens Pro Interplast und des Deutschen Generalkonsulats können wir im St. Thomas Home (Kalkutta) einen Labor- und Röntgentrakt eröffnen, und dank finanzieller Zuwendung seitens des Auswärtigen Amts können wir den Opfern der Überschwemmungen im nördlichen Indien helfen. In Nairobi eröffnen wir ein neues Gebäude zur besseren Durchführung unseres Ernährungsprogramms. Unser Langzeitarzt in Indien, Dr. Tobias Vogt, wird für sein Tuberkulose-Programm mit dem Förderpreis der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ausgezeichnet, und Pricewaterhouse­Coopers würdigt unsere Organisation im Rahmen des Transparenzpreises 2008 für die qualitativ hochwertige Berichterstattung.

Die ARD sendet 2009 einen Beitrag mit Dr. Maria Furtwängler unter dem Titel „Einsatz in Kalkutta - Maria Furtwängler und die German Doctors". Veranlasst durch eine Änderung des österreichischen Spendenrechts schließen sich unsere österreichischen Mitstreiter zu dem Verein Öster­reichische Ärzte für die Dritte Welt e. V. zusammen.

Im Jahr 2010 erhalten wir als Ergebnis einer FAZ-Weihnachtsspendenaktion aus dem Vorjahr mehr als 300.000 Euro für den Bau einer neuen Kinder­station in Kalkutta. Für ihr soziales Engagement erhält unsere Kuratoriumspräsidentin Dr. Maria Furtwängler die Bayerische Verfassungs­medaille in Silber. Der Jesuitenorden macht publik, dass Pater Bernhard Ehlen, Gründer und langjähriger Leiter unserer Organisation, im Rahmen der Jugendseelsorge in den 70er-Jahren Kindesmissbrauch begangen hat. Wir trennen uns mit sofortiger Wirkung von Pater Ehlen und beginnen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauchsprävention. Bald darauf verabschieden wir unsere Child Protection Policy. Durch sie werden in der Organisation und in den Projekten, über die bisherige Sorgfalt hinaus, Strukturen und Verhaltensrichtlinien vorgegeben, die den Schutz von Kindern und Schutzbefohlenen bestmöglich gewährleisten sollen. Dank der noch größeren Unterstützung unserer Arbeit seitens der Celesio AG können wir mit dem Bau einer Zentralapotheke auf dem Pushpa Home (Kalkutta) beginnen. Ebenfalls in Kalkutta legen wir ein ambulantes Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder auf. Außerdem stellen wir erste Vorüberlegungen zur Gründung eines Unterstützerkreises an, die Gründung erfolgt 2011.In Sierra Leone startet in Zusammenarbeit mit dem Serabu Community Hospital unser jüngstes Arztprojekt. In Deutschland verabschieden wir eine neue Vereinssatzung und erweitern unseren Namen „Ärzte für die Dritte Welt“ um den Zusatz „ – German Doctors e. V.“.

Eine Advents-Spendenaktion der Passauer Neuen Presse bringt Anfang 2011 rund 500.000 Euro für unsere Projekte ein, und fast 30 German Doctors nehmen zur Spendenakquise erstmals am E.ON Mitte Kassel Marathon teil. Es gibt zudem Veränderungen in unseren Gremien: Dem Präsidium bei tritt Dr. Kurt von Rabenau. Des Weiteren üben die beiden Vorstände Dr. Elisabeth Sous-Braun und Dr. Harald Kischlat ihre Ämter fortan hauptamtlich aus. In Kenia schließen wir unsere Nairobi-Außenstation Athi River wegen organisatorischer Schwierigkeiten und vergleichsweise wenig Bedürftigkeit. Die Beratung und Betreuung von Schwangeren sowie die Ernährungsprogramme für Kinder auf den Philippinen – besonders im ländlichen Gebiet um Buda – werden ausgebaut. Das Projekt in Serabu wird ebenfalls vorangetrieben. Hierzulande nehmen 200 Interessierte an der Veranstaltung Forum German Doctors zum Thema „Medizin unter Armutsbedingungen“ teil. Zum wiederholten Mal organisiert die Celesio AG ein Benefizkonzert des Deutschen Ärzteorchesters. Zudem kommt beim Auftritt von Dr. Elisabeth Sous-Braun und Dr. Maria Furtwängler bei der ZDF-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ ein größerer Spendenbetrag für unser Projekt in Chittagong zusammen.

Zum ersten Mal sind wir 2012 beim Paderborner Osterlauf vertreten, um unsere Arbeit bekannter zu machen und Spenden zu sammeln. Beim E.ON Mitte Kassel Marathon sind wir abermals Charity-Partner. Unter dem Titel „Von der Aufarbeitung der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zur Ein­führung einer wirksamen Kindesschutz-Policy bei Ärzte für die Dritte Welt e. V.“ legt eine von uns beauftragte unabhängige Kommission ihren Abschlussbericht vor. In der Sendung „Faszination Leben“ dokumentiert der TV-Sender RTL in der Folge „Tatort Philippinen – Maria Furtwänglers Kampf gegen Kinderprostitution“ den Einsatz unserer Kuratoriumspräsidentin in Cagayan de Oro. Wenige Monate später besucht Maria Furtwängler nochmals unsere Projekte auf den Philippinen. Interne Veränderungen im Jahr 2012: Gesundheitsexpertin Susanne Weber-Mosdorf wird ins Präsidium der German Doctors gewählt, und der international anerkannte Experte für Kinderrechte, Prof. Dr. Lothar Krappmann, wird in unser Kuratorium berufen. Auf einer Klausurtagung stellen wir die Weichen für die neue strategische Ausrichtung unserer Organisation „Helfen – Schulen – Beraten – Übergeben“ sowie den Umzug der Geschäftsstelle nach Bonn, der im Mai 2013 vollzogen wird. In Anwesenheit von Markus Pinger, CEO der Celesio AG, eröffnen wir die neue Zentralapotheke auf dem Dach des Pushpa Homes in Kalkutta. Die Organisatoren der Laufevents E.ON Mitte Kassel Marathon und Paderborner Osterlauf reisen nach Nairobi, um einen Eindruck von unserer Arbeit zu gewinnen. Ein Filmteam dreht in ihrer Anwesenheit vor Ort einen Beitrag mit dem kenianischen Marathonläufer Edwin Kibowen. Ende des Jahres überträgt der Bayerische Rundfunk live das Finale der Benefizaktion „Sternstunden“, bei dem Dr. Maria Furtwängler als Patin unser Partnerprojekt Malisa Home vorstellt.

Im Jahr 2013 feiern wir unser 30jähriges Bestehen! Wir ändern unseren Namen dahingehend, als dass wir uns fortan auf den bisherigen Zusatz „German Doctors e. V.“ beschränken, legen uns einen neuen Namenszusatz zu – „Hilfe, die bleibt“ – ebenso wie ein neues Logo, und ziehen mit unserer Geschäftsstelle nach Bonn, an den deutschen Standort der Entwicklungszusammenarbeit.

2003-2007

Im Jahr 2003 feiern wir die Einweihung des Mothers‘ Haus in Cagayan de Oro in Anwesenheit der Stifterin Brigitte Eickhoff. Zur gleichen Zeit zählen wir den 3.000sten Einsatz eines Arztes im Namen der Ärzte für die Dritte Welt; 1.800 Ärzte waren bisher in den Projekten aktiv.

Im Jahr 2004 feiern wir in Berlin in den Räumlichkeiten der Telekom das 20-jährige Bestehen unseres Vereins nach. Gastredner sind Wolfgang Thierse, Angela Merkel und Peter Eigen. In Venezuela beenden wir unseren Hilfseinsatz, da der damalige Staatspräsident Hugo Chavez kubanische Ärzte ins Land holt; in Nicaragua nehmen wir unsere Arbeit auf.

Mit nunmehr sechs statt vier Ärzten vor Ort erweitern wir im Jahr 2005 unser Hilfsangebot in Nairobi. Auch in Kalkutta sind fortan zwei weitere Ärzte vor Ort, und eine neue Rolling Clinic geht auf Tour. In Dhaka weihen wir ein neues Arzt- und Schulzentrum ein, und neben Managua sind wir in Nicaragua nun auch in der Bergregion um Ocotal tätig – mit Verstärkung durch engagierte Zahnärzte. Auch auf der Insel Cebu (Philippinen) sind fortan regelmäßig zwei Ärzte im Einsatz. Sie versorgen die Menschen auf den Müllhalden in den Slumgebieten von Cebu City medizinisch. Ebenfalls auf den Philippinen eröffnen wir das Buda Community Health Center – im Umkreis von 100 Kilometern die einzige medizinische Anlaufstelle für Bedürftige.

Dr. Harald Kischlat übernimmt im Jahr 2006 die Funktion des Generalsekretärs bei den Ärzten für die Dritte Welt. Dr. Peter Fricke, medizinischer Leiter der Arztprojekte, kommt bei einem Absturz mit einem Privatflugzeug ums Leben und hinterlässt eine große Lücke in der Projektarbeit. Auf den Philippinen eröffnen wir das Buda Community Hospital, wo fortan täglich rund 100 Patienten behandelt werden.

Ab dem Jahr 2007 arbeiten im Cebu-Projekt ständig ein Langzeit- und ein Sechs-Wochen-Arzt vor Ort. Mit Einführung des sogenannten Näh­programms wird den Frauen in Bangladesch eine Ausbildung in Heimarbeit ermöglicht. In Nairobi weiten wir mit Unterstützung des Staates unser HIV-Programm aus, die Patienten erhalten fortan im Rahmen der antiretroviralen Therapie Medikamente. Zusätzlich startet eine Aufklärungsaktion, in deren Rahmen wir bei Slumrundgängen über medizinische Grundlagen und Hilfsangebote informieren. In Kalkutta feiern wir in Anwesenheit des deutschen Generalkonsuls und einer Delegation unter Führung von MdB Volker Kauder die Eröffnung des Pushpa Homes, unserer Kinder-Tuberkuloseklinik. Kurz darauf erhält unser Langzeitarzt vor Ort, Dr. Tobias Vogt, für sein Engagement den Helmut-Stickl-Preis. Zum ersten Mal führen wir in München, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Bonn, Neuss, Darmstadt und Frankfurt regionale Spendertreffen durch. Die Deutsche Telekom stellt dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und sorgt für die Bewirtung.

1996-2002

Im Jahr 1996 werden wir für unsere beispielhafte Impfkampagne auf den Philippinen mit dem „Helmut-Stickl-Preis zur Förderung des Impfgedankens“ ausgezeichnet. Ebendort, am Payatas-Müllberg in Manila errichten wir im selben Jahr eine Gesundheitsstation.

Im kenianischen Mathare-Valley-Slum (Nairobi) beginnen wir 1997 ein neues Arztprojekt. Unser Gesundheitszentrum Baraka (Swahili: Segen) ist die wichtigste medizinische Anlaufstelle für die Bewohner des Slums bei Unterernährung, Tuberkulose, HIV und Aids und allen übrigen medizinischen Sorgen. Auf Mindanao bauen wir eine kleine Tuberkuloseklinik auf, während wir unser Engagement in Ruanda nach nur rund drei Jahren aus Sicherheitsgründen einstellen müssen.

Im Jahr 1998 sind in unseren sieben Projekten ständig 26 Ärzte vor Ort, davon allein sechs in Kalkutta. Um unsere Organisation kennenzulernen, besucht die Ärztin und Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler unser Nairobiprojekt. Fortan setzt sie ihre Popularität ein, um uns und unsere Arbeit bekannter zu machen. Ein Jahr später wird unser Verein im Rahmen der alljährlichen Bambi-Verleihung mit dem „Bambi for Charity“ ausgezeichnet.

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Osttimor im Jahr 1999 helfen wir den Notleidenden mit einem halbjährigen medizinischen Sofort­hilfe­programm. Im gleichen Jahr zerstört ein Feuer unsere Slumschule in Dhaka; der Unterricht wird im Freien fortgesetzt, und nur ein Jahr später errichten wir auf angemietetem Privatgrund eine neue Schule.

Im Jahr 2000 wird Dr. Maria Furtwängler Präsidentin des Kuratoriums. Im Kalkutta-Projekt werden im gleichen Jahr einige Beiträge mit ihr für die ARD gedreht. In Chittagong (Bangladesch) legen wir ein weiteres Arztprojekt auf, während wir unseren Einsatz in Kolumbien nach 15 Jahren aus Sicher­heitsgründen beenden müssen. Das kleine Armenhospital im philippinischen Valencia erweitern wir um eine Tuberkulosestation.

Ein weiteres Arztprojekt initiieren wir im Jahr 2001 im venezolanischen Caracas. Dort ergänzt nach nur wenigen Monaten jeweils ein Zahnarzt das zweiköpfige Ärzteteam. Im Nairobi-Projekt führen wir, ergänzend zu unserer bisherigen Arbeit, ein Programm für HIV-Infizierte ein.

Im Folgejahr 2002 weiten wir die Schulspeisung im Mathare-Slum (Nairobi) auf rund 1.300 Kinder aus und unser Engagement in Manila durch eine Rolling Clinic zu den indigenen Ureinwohnern auf Mindoro. Zudem gründen wie die Ärzte für die Dritte Welt Stiftung.

1990-1995

1990 gliedern wir in Kalkutta eine Bettenstation zur Aufnahme unterernährter Kleinkinder in unser Projekt ein.

im Jahr 1991 führen wir erstmals in Kooperation mit anderen Organisationen Operationen an Grauem Star auf den Philippinen durch.

Ein Jahr später beginnen wir gemeinsam mit der Organisation Interplast ein Spezialprojekt für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Operationen. Ebenfalls 1992 beginnen wir in Cali mit dem Bau eines Kinderkrankenhauses, und in Kalkutta-Tikiapara mit dem eines vierstöckigen Sozial- und Schulzentrums inklusive Ambulanzräumen. Im gleichen Jahr nehmen in Cagayan de Oro dank eines Stipendienprogramms 30 mittellose Filipinos ein Medizinstudium auf, und mit finanzieller Unterstützung der deutschen Entwicklungshilfe entsteht in Bagong Silang (Philippinen) ein großes Gesundheitszentrums. In einem neu konzipierten „Medizinischen Kurzseminar“ können sich Ärzte ab jetzt auf ihren Projekteinsatz vorbereiten.

Im Jahr 1993 übergibt Bundeskanzler Helmut Kohl uns 90.000 Mark – das Preisgeld des ihm verliehenen „Nehru-Preis für Internationale Verstän­digung“. In Dhaka bauen wir zwei Slumschulen für insgesamt rund 900 Kinder auf, und in Cagayan de Oro starten wir mit den sogenannten Mothers‘ Classes ein Angebot zur präventivmedizinischen Schulung von Müttern aus armen Bevölkerungsschichten. In San Salvador (El Salvador) legen wir ein neues Arztprojekt auf. Ein Jahr später nehmen wir im philippinischen Valencia ein Krankenhaus in Betrieb und weihen in Cali unser Kinderkrankenhaus ein.

1994 geben wir erstmals ein Projekt nach erfolgreicher Anschubförderung in einheimische Hände – und zwar das Arztprojekt in San Salvador; zeit­gleich beginnen wir in Ruanda ein neues Arztprojekt.

Ab 1995 fährt in Kalkutta fortan eine Mobile Clinic zu Notleidenden in entfernte Slums, und wir stocken die Zahl der ständig anwesenden Ärzte vor Ort auf fünf auf. Angegliedert an das Kalkutta-Projekt starten wir ein Alphabetisierungsprogramm vor allem für Mädchen.

1983-1989

Am 10. September 1983 gründet Jesuitenpater Bernhard Ehlen gemeinsam mit zehn Ärzten das Komitee „Ärzte für die Dritte Welt“. Schnell beginnen die ersten Teams mit sechswöchigen Arzteinsätzen in Kalkutta (Indien) und Manila (Philippinen).

Nach dem Erscheinen eines Berichts im Deutschen Ärzteblatt melden sich 1984 zahlreiche weitere Ärzte, die einen freiwilligen Einsatz leisten wollen. Ab Ende des jahres ist zudem der erste Zahnarzt in Manila tätig.

1985 startet das Projekt in Cali/Kolumbien. Ende des Jahres geht der pensionierte Kinderarzt Dietrich Gahrmann als 100ster German Doctor in den Einsatz.

1986 beginnen wir in den Slums von Manila mit der Langzeittherapie schwer an Tuberkulose Erkrankter. Mit erstmaliger Unterstützung der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe – der Beginn einer erfolgreichen Partnerschaft – setzen wir Projekte wie Impfkampagnen oder die Verlegung von Wasserleitungen in Slums um. Es entstehen die ersten Partnerprojekte wie Schulungen oder Kleinstkreditvergaben. Am ersten Informations- und Vorbereitungstreffen in Frankfurt am Main nehmen 110 interessierte Mediziner teil.

1987 eröffnen wir unser Ambulanzgebäude in Kalkutta-Shibpur und weiten unsere Arbeit auf einen weiteren Slum in Kalkutta-Tikiapara aus.

Mit Unterstützung der Deutschen Entwicklungshilfe errichten wir 1988 in Cagayan de Oro (Philippinen) ein Armenhospital. Wir unterstützen das „Expanded Program on Immunization“ der WHO im Norden von Mindanao (Philippinen). In der Region um Cagayan de Oro erhalten daraufhin 35 % der Kinder eine Schutzimpfung.

1989 bauen wir in den Slums von Dhaka (Bangladesch) eine mobile Ambulanz auf.

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