German Doctors
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Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Indien: Unsere Hilfe bleibt!

Die aktuelle Lage in Sierra Leone

Corona-Virus in Sierra Leone angekommen

Lange Zeit hofften wir inständig, dass das Virus nicht ins abgelegene Städtchen Serabu im westafrikanischen Staat Sierra Leone vordringt, denn gerade ärmere Länder sind von der Krise ganz besonders bedroht. Schon ohne Epidemie sind sie kaum in der Lage, Menschen mit Infektionen oder chronischen Erkrankungen zu versorgen. Am 31. März 2020 meldete Sierra Leone den ersten Covid-19-Fall, mittlerweile liegt die Zahl bei über 2.000 bestätigten Fällen. Insbesondere in den ersten Monaten der Corona-Pandemie wurden nur sehr wenige Tests auf das Corona-Virus durchgeführt, so dass die Zahl der Infizierten kaum auszumachen war.

Anfang Juli erreichte das Virus unsere Klinik in Serabu zu unserem großen Kummer dann sehr heftig: Ein medizinischer Mitarbeiter des Serabu Hospitals infizierte sich mit Covid-19 und verstarb. Ein Schock für seine Angehörigen, für alle Klinikangestellten und für uns in der Bonner Geschäftsstelle. Viele Mitarbeitende mussten in Quarantäne gehen, Stationen wurden vorübergehend geschlossen. Ausschließlich Notfälle wurden stationär aufgenommen und behandelt.

Unsere Arbeit vor Ort geht weiter

Wie schon während der Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 zahlt sich derzeit die sorgfältige Ausbildung der einheimischen sogenannten „Clinical Health Officer“ (CHOs) – das ist eine Position zwischen Arzt und Pflegekraft – durch unsere ehrenamtliche German Doctors aus. Die verbliebenen CHOs halten den Klinikbetrieb am Laufen und gewährleisten wenigstens eine basismedizinische Versorgung, bis wieder ehrenamtliche German Doctors vor Ort sein können.

Prävention und Aufklärung in Corona-Zeiten

Schulungen und Sicherheitsvorkehrungen

Um für eine bevorstehende Corona-Krise möglichst gut gewappnet zu sein, wurden mehrere Mitarbeiter in Freetown zum Thema Corona geschult. Ihr Wissen geben sie selbstverständlich auch dem Team in Serabu weiter. Nicht zuletzt durch die Ebola-Epidemie sind alle Mitarbeitenden und auch die Menschen im Land vergleichsweise gut über allgemeine Hygieneregeln informiert.

In unserem Krankenhaus tun wir alles, um die Menschen weiterhin zu versorgen und unser Personal zu schützen. So haben wir unsere Ausgaben für Hygienematerial zum Schutz des Personals und der Patienten erhöht und die Eingangstriage am Krankenhaustor verschärft: Bevor die Patienten oder Angehörige das Krankenhaus betreten, müssen sie sich die Hände waschen und es wird die Temperatur kontrolliert. Auch die Verwendung eines Formulars zur Fallerkennung wurde als Teil des Patienten-Screenings eingeführt.

Engagiert mit Aufklärungskampagnen

Das Aufklärungsteam nutzte die Ausgangssperre, um die Gemeinden zu besuchen und die Bewohner hinsichtlich dem Corona-Virus und den neuen Regeln und Vorschriften des Krankenhauses zu sensibilisieren. Um diese Maßnahme während der Ausgangssperre durchzuführen, wurde eine Sondergenehmigung eingeholt. Unser Manager James T. J. Lahai moderiert zudem eine Radiosendung, bei der zwei unserer Clinical Health Officers (CHOs) medizinische Fragen zum Thema Corona beantworten. Das Radio ist in dieser ländlich abgelegenen Region immer noch das meist verbreitete Medium.

Projektmanager James Lahai über die Situation vor Ort

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unser Projektmanager James Lahai beantwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unser Projekt in Serabu auswirken wird:

Wie hat sich der Alltag im Krankenhaus durch die Pandemie verändert?

Die Arbeit in einem Krankenhaus während eines Ausbruchs dieses Ausmaßes stellt eine große Herausforderung dar. Wie jedes andere Krankenhaus auch, kämpft das Serabu Community Hospital an vorderster Front – auch wenn wir selbst keine Covid-19-Patientinnen und Patienten stationär behandeln. Der psychische Druck auf das Personal ist hoch. Zur eigenen Angst vor einer Ansteckung kommt die Angst ihrer Familienmitglieder und Freunde, mit ihnen zu interagieren. Natürlich haben wir die Auflagen zum Schutz des Personals und der Patienten erhöht.

Was könnte die Pandemie für die Region langfristig bedeuten?

Ich fürchte, die Fallzahlen werden weiter steigen, da nur wenige Menschen Mundschutz tragen und die Hygieneregeln einhalten, trotz entsprechender Empfehlungen der Regierung. Einer hohen Anzahl Corona-Erkrankter hält unser schwaches Gesundheitssystem nicht stand. Wir haben viel zu wenig Ärzte und Pflegepersonal, und auch die technische Ausrüstung in den wenigen Krankenhäusern ist nicht ausreichend. Zudem sorge ich mich um die mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie für unser Land. Sierra Leone ist massiv von Importen abhängig, und schon jetzt steigen die Preise für Lebensmittel und Hygieneartikel an. Die Menschen hier in der Region sind arm; ihre Lage verschlechtert sich durch Corona – so oder so. Auch wenn sie nicht am Virus erkranken, rutschen sie tiefer in die Armut ab.

Corona-Nothilfe weltweit

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

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