German Doctors
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Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Sierra Leone: Unsere Hilfe bleibt!

Trotz Corona in Indien: Unsere Hilfe bleibt!

Corona-Hilfe in Sierra Leone

Corona-Fälle in Sierra Leone steigen

Auch wenn die Anzahl der gemeldeten Fälle aus Entwicklungsländern im Vergleich zu Europa noch relativ gering ist, wächst die Sorge vor einer Ausbreitung. Denn die Corona-Krise bedroht ärmere Länder ganz besonders - schon ohne Epidemie sind sie kaum in der Lage, Menschen mit Infektionen oder chronischen Erkrankungen zu versorgen. Am 31. März 2020 meldete Sierra Leone den ersten Covid-19-Fall, mittlerweile liegt die Zahl bei über 1.500 bestätigten Fällen. Insgesamt wurden jedoch nur sehr wenige Tests auf das Corona-Virus durchgeführt, so dass die Zahl der Infizierten kaum auszumachen ist.

Unsere Arbeit vor Ort geht weiter

Die Arbeit in unserem Krankenhaus im westafrikanischen Serabu ist derzeit zum Glück vergleichsweise wenig durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Dort kann aktuell zwar kein Kurzzeiteinsatz stattfinden, aber die einheimischen Clinical Health Officer sind auch durch unsere Ärztinnen und Ärzte so gut ausgebildet, dass sie den Klinikbetrieb am Laufen halten können. Wir hoffen inständig, dass das Virus nicht bis ins abgelegene Serabu vordringt. 

Prävention und Aufklärung in Corona-Zeiten

Schulungen zu Corona

Um für eine bevorstehende Corona-Krise möglichst gut gewappnet zu sein, wurden drei Mitarbeiter in Freetown zum Thema Corona geschult. Ihr Wissen geben sie selbstverständlich auch dem Team in Serabu weiter. Nicht zuletzt durch die Ebola-Epidemie in den Jahren 2014 und 2015 sind alle Mitarbeitenden und auch die Menschen im Land vergleichsweise gut über allgemeine Hygieneregeln informiert.

Engagiert mit Aufklärungskampagnen

Das Aufklärungsteam nutzte die Ausgangssperre, um die Gemeinden zu besuchen und die Bewohner hinsichtlich dem Corona-Virus und den neuen Regeln und Vorschriften des Krankenhauses zu sensibilisieren. Um diese Maßnahme während der Ausgangssperre durchzuführen, wurde eine Sondergenehmigung eingeholt. Unser Manager James T. J. Lahai moderiert zudem eine Radiosendung, bei der zwei unserer Clinical Health Officers (CHOs) medizinische Fragen zum Thema Corona beantworten. Eine tolle Chance um möglichst viele Menschen zu erreichen, denn während Fernseher und soziale Netzwerke nicht überall verfügbar sind, werden Radios in fast allen Haushalten genutzt.

Corona in Serabu: Die aktuelle Situation

Auf den Philippinen ist der Weg zum nächsten Arzt weit

Aufgrund der deutlich schlechteren medizinischen Infra­struktur ist Corona in Entwicklungs­ländern meist ein noch größeres Problem als beispiels­weise in Europa. Unsere Projektreferentin Grace Oppong beantwortet einige Fragen rund um die Corona-Pandemie und wie diese sich auf unser Projekt in Serabu auswirken wird:

Können unsere Patientinnen und Patienten ausreichend versorgt und behandelt werden oder gibt es schon Engpässe?

Aktuell können unsere Patienten wie gewohnt versorgt werden. Um für eine ernste Situation vorbereitet zu sein, wurden jedoch genügend Vorräte an Hygieneartikel wie Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken angeschafft. Auch Medikamente für die Krankenhaus-Apotheke wurden aufgestockt.

Ist das Projekt auf Corona-Patienten vorbereitet?

Das Krankenhaus fühlt sich vorerst gewappnet. Die Mitarbeitenden haben eine „Task-Force“ eingerichtet und bekommen ein tägliches Update von der staatlichen Gesundheitsbehörde und deren Einschätzung. Zudem dürfen die Patintinnen und Patienten nur noch von einer Person besucht werden, die auch für Verpflegung zuständig ist. In der aktuellen Situation wird ein besonderes Augenmerk auf die Tirage geworfen, da sie der Dreh- und Angelpunkt für jeden Patienten ist. Wie bereits in Ebola-Zeiten achtet das Team außerdem besonders auf Abstand und Händehygiene. Alle Corona-Verdachtsfälle werden direkt ins Krankenhaus nach Bo gefahren.

Vincent leidet an Epilepsie

Wie sieht es mit medizinischem Equipment aus?

Es gibt zwar vier Isolierbetten, aber keine Test-Sets und keine Beatmungsgeräte. Aus diesem Grund wird jeder Corona-Verdachtsfall direkt an das Krankenhaus nach Bo weitergeleitet. Problematisch ist, dass die anfänglichen Symptome einer Corona-Erkrankung der einer Malaria-Erkrankung ähneln (Fieber, Gliederschmerzen).

Was könnte die Pandemie mittelfristig für unsere Patientinnen und Patienten bzw. für die Projektregion bedeuten?

Sierra Leone ist stark von den Importen abhängig, somit sind Preiserhöhungen von Lebensmitteln und Hygiene-Artikel zu erwarten und zum Teil schon da. Aufgrund des schwachen Gesundheitssystems, was sich auch durch Mangel an Ärzten und Krankenhäusern im Land widerspiegelt, wird die Regierung nur schwer in der Lage sein, eine größere Anzahl an Corona Patienten zu behandeln.

+++ Newsticker aus dem Projekt +++

25. Mai 2020

Mit Wirkung vom 25. Mai 2020 wurde die nächtliche Ausgangssperre von 21.00 - 6.00 Uhr angepasst und beginnt nun von 23 Uhr bis 6 Uhr. Auch dürfen sich die Menschen wieder über die Bezirksgrenzen hinweg bewegen.

12. Mai 2020

Noch gibt es keinen "Lockdown" in Sierra Leone und unser Krankenhaus ist  nicht direkt vom Corona-Virus betroffen. Wie stark sich das Virus in dem westafrikanischen Staat bereits ausgebreitet hat, lässt sich schwer abschätzen, da nur sehr wenige Test-Kits zur Verfügung stehen.  In Bo, der Nachbarstadt unseres Krankenhauses in Serabu, sind nun die ersten Covid-19-Fälle bekannt geworden, darunter auch Pflegepersonal des örtlichen Krankenhauses. Wir hoffen inständig, dass das Corona-Virus nicht ins ländlich geprägte Serabu vordringt.

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die anderen German Doctors-Projekte hat und sich dazu auf dem Laufenden halten? Dann besuchen sie unseren Überblick zum Thema Corona in Entwicklungsländern oder informieren Sie sich direkt über die jeweilige Situation in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone oder auf den Philippinen.

Wer wir sind

Logo German Doctors

Die German Doctors leisten ehren­amtliche Arzt­einsätze in Ent­wicklungs­ländern und helfen dort, wo das Elend zum All­tag gehört

German Doctors e.V. – unser Name ist Programm: Wir sind eine inter­national tätige Nicht­regierungs­organisation, die un­ent­geltlich arbeitende Ärztinnen und Ärzte in Projekte auf den Philippinen, in Indien, Bangladesch, Kenia, und Sierra Leone ent­sendet. Wir setzen uns für ein Leben in Würde ein und kümmern uns um die Ge­sundheits­versorgung und die Aus­bildung be­nach­teiligter Menschen in unseren Einsatz­regionen. Durch Präventiv­maß­namen wie be­gleitende Er­nährungs­programme oder Hygiene­schulungen sind wir zu­dem be­strebt, die Gesund­heit unserer Patientinnen und Patienten auch lang­fristig zu ver­bessern. Unsere Hilfe ge­währen wir allen Menschen ohne Ansehen von ethnischer Zu­gehörigkeit, Religion, Staats­angehörigkeit, politischer Über­zeugung oder sonstigen Unter­scheidungs­merkmalen.

Unsere Ärztinnen und Ärzte arbeiten für uns ehren­amtlich in ihrem Jahres­urlaub oder im Ruhe­stand für einen Zeit­raum von 6 Wochen und ver­zichten dabei auf jegliche Ver­gütung. Seit 1983 wurden so über 7.500 Ein­sätze durch­geführt. Den Menschen in unseren Projekt­regionen bieten wir auf diesem Wege seit mehr als 35 Jahren Hilfe, die bleibt!

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