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Aktuelles

Unsere Kampf gegen die Tuberkulose

Welt-Tuberkulose-Tag 2014

Unsere Kampf gegen die Tuberkulose

Die German Doctors kämpfen in Kalkutta seit über 30 Jahren gegen die Tuberkulose - eine Krankheit, die trotz guter Therapiemöglichkeiten allein in Indien jährlich 350.000 Menschen das Leben kostet. Zum diesjährigen Welt-Tuberkulosetag möchten wir auf unsere TB-Arbeit in den Slums von Kalkutta hinweisen.

Seit über 30 Jahren arbeiten die German Doctors in Kalkutta und der Nachbarstadt Howrah. Was 1983 als kleines medizinisches Hilfsprojekt anfing, hat sich mittlerweile zu einem großen Netz an ineinandergreifenden medizinischen Hilfsangeboten für die arme Slumbevölkerung entwickelt. Permanent sind in Kalkutta sechs deutsche Ärzte im Einsatz. Die Ärzte arbeiten unentgeltlich für die Dauer von sechs Wochen. Dazu kommt noch ein deutscher Langzeitarzt, der seit über zehn Jahren in Kalkutta tätig ist. 2013 fanden in Kalkutta 58 Einsätze statt, seit Beginn des Projekts beläuft sich die Gesamtzahl der Einsätze dort auf 1.232.

Während ihres Einsatzes sind die deutschen Einsatzärzte in den Slums von Kalkutta und Howrah tätig und bieten dort Sprechstunden an. Menschen, die sich ansonsten keinen Arztbesuch leisten können, werden hier medizinisch versorgt. Schwerpunkte des Projekts sind die Behandlung von Kindern unter fünf Jahren, dabei besonders die Diagnostik und Behandlung von tödlichen Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall, Masern und der Kampf gegen die sehr häufig vorkommende Unterernährung. Weitere Schwerpunkte sind die Behandlung von Atemwegserkrankungen und andere akute Erkrankungen, die Betreuung von Schwangeren, Familienplanung, Diagnostik der Tuberkulose und Behandlung von chronisch Kranken. Außerdem gibt es eine Krankenstation speziell für Kinder und ein Kinderentwicklungsprojekt, in dem unterernährte Kinder mit Spezialnahrung aufgepäppelt werden. Regelmäßig werden Impfkampagnen durchgeführt.

Kampf gegen den weißen Tod

Die German Doctors unterhalten ein Tuberkulose-Krankenhaus speziell für Kinder. Jährlich werden dort 80 Kinder mit besonders schwer verlaufender Tuberkulose behandelt. Dreißig Betten stehen zur Verfügung, eine Behandlung dauert im Schnitt sechs Monate. Für tuberkulosekranke Frauen gibt es das St. Thomas Home. Eine indische Lungenfachärztin betreut dort die Patientinnen gemeinsam mit dem deutschen Langzeitarzt Dr. Tobias Vogt. Neben der stationären Versorgung verfügt das St. Thomas Home über eine große allgemeinmedizinische Ambulanz, in der indische Ärzte arbeiten. Jährlich werden dort mehr als 800 Tuberkulosepatienten identifiziert und unter Behandlung gebracht. Die Behandlung findet in Kooperation mit dem nationalen Tuberkulose-Kontrollprogramm Indiens statt und erfolgt in neun Zentren, die vom St. Thomas Home supervisiert werden. Mädchen und junge Frauen aus schwierigen sozialen Verhältnissen haben die Möglichkeit nach ihrer Genesung in einem Wohnheim unterzukommen. Außerdem unterstützen wir ein Krankenhaus speziell für an Tuberkulose erkrankte Männer.

Vor Ort arbeiten die German Doctors mit den in den Slums ansässigen Heilpraktikern zusammen. Bei Verdachtsfällen überweisen diese die Patienten inzwischen an die Organisation zur Erstellung der Diagnose. Im positiven Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Die German Doctors übernehmen die Behandlung und zahlen dem Heilpraktiker für seinen Verdienstausfall der entgangenen Behandlung etwas Geld oder der Patient wird an Letzteren übergeben, der die Medikamentenabgabe und somit die Therapie weiterführt. Nur durch eine solche Zusammenarbeit ist dafür gesorgt, dass möglichst viele Tuberkulosekranke auch in konsequente Behandlung kommen, die Infektionskette durchbrochen und die Entwicklung zu multiresistenten Erregern verhindert wird.

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