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Aktuelles

Primary Health Care auf Mindanao

Primary Health Care

Primary Health Care auf Mindanao

Die ländlichen Gemeinden, die wir mit unserer Rolling Clinic anfahren, sollen mittelfristig dazu befähigt werden, eine eigenständige Basisgesundheitsversorgung für ihre Bevölkerung anzu­bieten. Um dieses Konzept umzusetzen, findet Anfang Februar eine Konferenz auf Mindanao statt.

Unsere medizinische Leiterin Frau Dr. Sous-Braun und unser Regionalmanager Lino Cañete werden gemeinsam mit unserer stellvertretenden Präsidentin Dr. Marion Reimer Anfang Februar nach Mindanao reisen. Ziel der Reise ist es, den Primary Health Care-Ansatz verstärkt in unseren Projekten umzusetzen. Ganz im Sinne dieses auch von der WHO unterstützen Konzeptes sollen die ländlichen Gemeinden, die wir mit unserer Rolling Clinic anfahren, mittelfristig dazu befähigt werden, eine eigenständige Basisgesundheitsversorgung für ihre Bevölkerung anzubieten.

Das Primary Health Care-Konzept der WHO propagiert eine Strategie der Basis­gesundheitsversorgung, die neben der kurativ-orientierten Arbeit auch präventiv-medizinisch ausgerichtet ist. Ausgangspunkt ist die Forderung, dass alle Menschen Zugang zu einer bezahlbaren und ausreichenden medizinischen Grundversorgung erhalten sollen. Dazu müssen jedoch neben einer erreichbaren Gesundheitsstation auch entsprechend ausgebildetes Personal sowie Medikamente und medizinische Geräte zur Verfügung stehen. Darüber hinaus schließt das Primary Health Care-Konzept auch mit ein, dass die Ursachen für unzureichende Gesundheitsversorgung bekämpft werden: Armut, schlechte Ernährungssituation und endemische Infektionskrankheiten.

Eine Umsetzung dieses Konzepts wird nun verstärkt auf Mindanao angestrebt, wo wir mit unserer Rolling Clinic entlegene Gegenden anfahren, um die dortige Bevölkerung medizinisch zu versorgen. Da die einzelnen Dörfer im Schnitt nur alle vier Wochen von einem Arzt aufgesucht werden können, entsteht in der Zwischenzeit eine Versorgungslücke. Ziel ist es daher, die ländlichen und suburbanen Regionen, mittelfristig zu befähigen, eine eigenständige Gesundheitsversorgung für ihre Bürger zu entwickeln, aufzubauen und zu erhalten. Dazu sind folgende Schritte notwendig:

  • Ausbau der Zusammenarbeit mit lokalen Verantwortlichen, um die staatlichen Angebote (Impfprogramme, Mütter- und Kindergesundheitsprogramme) besser nutzen zu können
  • Auswahl und Ausbildung von freiwilligen Gesundheitsarbeitern: So genannte Community Health Worker sollen die Basisgesundheitsfürsorge gewährleisten (Behandlung von akuten, nicht lebensbedrohlichen Krankheiten, Betreuung von Schwangeren, Kontrolle von chronisch Kranken) und Notfallsituationen richtig einschätzen können
  • Etablierung von Transportmöglichkeiten, um schwer erkranke Dorfbewohner im Notfall in das nächste Krankenhaus bringen zu können
  • Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten sicherstellen
  • Einbindung unserer Partnerprojekte zu den Themen Wasserversorgung, Hygiene, Umwelt und Bildung in das Rolling Clinic-Gebiet, um der Bevölkerung eine langfristige Perspektive zu geben
  • Reduzierung der Armut durch den Aufbau von einkommensschaffenden Maßnahmen

Im Rahmen der anstehenden Konferenz wird nun gemeinsam mit unseren einheimischen Mitarbeitern und den lokalen Gemeindevorstehern erörtert, wie das Primary Health Care-Konzept am besten umgesetzt werden kann und welche Dörfer dafür in einem ersten Schritt in Frage kommen. Langfristiges Ziel ist es, in jeder Gemeinde, die von unserer Rolling Clinic angefahren wird,  einen effektiven lokalen Gesundheitsdienst nach beschriebenem Muster zu etablieren, um die Abhängigkeit von unserer Hilfe zu reduzieren – im besten Fall werden wir irgendwann komplett überflüssig!

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