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Indien: Medizinische Hilfe in extremen Zeiten

medizinische Behandlung in Indien trotz Corona

Indien: Medizinische Hilfe in extremen Zeiten

Über 2,8 Millionen Inderinnen und Inder haben sich mit Covid-19 angesteckt und täglich infizieren sich Zehntausende neu. Medizinische Anlaufstellen sind rar. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in dieser schwierigen Zeit unsere medizinische Arbeit wieder hochfahren können. 

Ambulanzarbeit an allen vier Standorten wiederaufgenommen

Seit Anfang August fahren wir alle unsere vier Ambulanzstandorte im Projektgebiet von Kalkutta wieder an. Möglich wird dies durch die Lockerung der Ausgangssperren. Im Schnitt kommen jetzt 40 bis 70 Patientinnen und Patienten in unsere Ambulanzen. Die Zahlen sind noch niedriger als vor dem Lockdown, wegen mangelnder Transportmöglichkeiten und der Tatsache, dass wir mit einer reduzierten Anzahl an Ärztinnen und Ärzten arbeiten. Solange internationale Reisen unserer ehrenamtlichen Mediziner aus Deutschland noch unmöglich sind, arbeiten wir vertretungsweise mit einheimischen Ärztinnen und Ärzten. Pro Tag können wir zwei Ambulanzen parallel anfahren und haben vier Mediziner im Einsatz, darunter immer unseren Langzeitarzt Dr. Tobias Vogt. Aufgrund der Schutzausrüstung, die alle Teammitglieder mit Patientenkontakt tragen, arbeiten wir täglich lediglich bis circa 13 oder 14 Uhr. Unter der Vollmontur schwitzt man bei den Temperaturen in Indien so stark, dass längere Arbeitszeiten nicht möglich sind. Der Flüssigkeitsverlust ist zu hoch.

Zwei Tage pro Woche ist Lockdown

Die westbengalische Regierung hat zurzeit an zwei Tagen pro Woche einen Lockdown verhängt, an dem niemand auf die Straße darf und wir folglich auch nicht arbeiten dürfen. Diese zwei Tage wechseln jede Woche. Es gibt immer einen Monatsplan, der darüber informiert, wann Ausgangssperre ist. Meist ist es ein Tag am Wochenende und einer unter der Woche. Durch diese Regelung findet unsere Ambulanzarbeit nur an vier Tagen pro Woche statt. Auch sind noch nicht alle Ambulanzen wieder vollständig renoviert und hergerichtet, die durch den Taifun im Mai beschädigt wurden und so arbeitet einer der Ärzte an den Standorten meist im Ambulanzwagen. Trotz all der Einschränkungen und Erschwernisse sind wir froh, wieder arbeiten und die Menschen versorgen zu können.

Impfkooperation mit dem indischen Staat

Seit Wiederaufnahme unserer Arbeit ist es uns geglückt, eine Impfkooperation mit der indischen Regierung auf die Beine zu stellen. Jeden zweiten Donnerstag im Monat kommt ab sofort ein staatliches Impfteam in unsere Ambulanz nach Santoshpur für die Grundimmunisierung von Kindern. Unser Ziel ist es, alle zwei Wochen 40 Kinder zu impfen. Wir sind sehr glücklich über diese Zusammenarbeit und wünschen uns, dass daraus noch mehr Kooperationen auf medizinischer Ebene mit staatlichen Stellen entstehen werden.

Tuberkulosekranke Kinder kehren ins Pushpa Home zurück

Auch die Arbeit in unserem Kindertuberkulosekrankenhaus wird wieder hochgefahren. Während der Monate des strengen Lockdowns von Mitte März bis Mitte Juli waren nur neun Kinder im Pushpa Home verblieben, die anderen waren bei ihren Familien, da in der Zeit keine Besuche erlaubt und möglich waren. Es gab währenddessen auch kaum öffentlichen Transport. Daher holten viele Familien in Absprache mit der medizinischen Leiterin Dr. Mita Roy ihre Kinder nach Hause. Im Zuge der Lockerungen sind nun Besuche der Familien im Garten wieder erlaubt, und auch der Schulunterricht für die stationären Kinder hat begonnen. Dadurch konnten wir fünf „alte“ Patienten, die die Lockdown-Zeit zuhause verbracht haben, wiederaufnehmen. Vor der Aufnahme wurden sie auf das Corona-Virus getestet und mussten die erste Zeit isoliert von den anderen Patientinnen und Patienten verbringen. Weitere an Tuberkulose erkrankte Kinder werden jetzt nach und nach wieder bzw. neu aufgenommen.

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