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Aktuelles

Ebola-Aufklärung in Sierra Leone

Ebola-Nothilfe wird ausgeweitet

Ebola-Aufklärung in Sierra Leone

Die German Doctors weiten ihre Ebola-Nothilfe in Sierra Leone aus. Mit finanzieller Unter­stützung der Bundes­regierung werden wir die Aufklärungsarbeit vor Ort intensivieren, um die Epidemie im Einzugsgebiet unseres Hospitals in Serabu einzudämmen und das Ver­trauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem zu stärken.

Das katholische Gemeindekrankenhaus Serabu mit seinen 135 Betten ist momentan das einzige Krankenhaus, welches die Gesundheitsversorgung für rund 50.000 Menschen abdeckt. Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie sind die Patientenzahlen, wie in den meisten Gesundheitseinrichtungen im Lande, eingebrochen. Das klingt paradox. Aber die Menschen haben Angst, sich in den Einrichtungen mit Ebola zu infizieren und suchen für die Diagnose und Therapie auch anderer, grundsätzlich gut behandelbarer Krankheiten – zum Beispiel Malaria, Tuberkulose oder Durchfälle – aktuell keine medizinischen Einrichtungen auf. Im schlimmsten Fall führt das zum Tod der Er­krankten. Einem Tod, der hätte vermieden werden können. Wie hoch die Anzahl hilfsbedürftiger Schwangerer, Gebärender und Säuglinge in den Dörfern und umliegenden Gemeinden ist, können wir aktuell nur vermuten. Auch sie versterben im unglücklichsten Fall mangels ärztlicher Hilfe. Fest steht: Die Situation der Menschen – sowohl der gesunden als auch der kranken – verschlechtert sich von Tag zu Tag.

Mehr als 1,4 Millionen Infizierte bis Januar 2015 prognostizierte die US-Seuchenschutzbehörde CDC im September dieses Jahres. „Diese Zahl erschreckte weltweit, und sie lässt keine Fragen offen zur Dringlichkeit internationaler Hilfe für die betroffenen Länder“, so Elisabeth Sous-Braun, Vorstand German Doctors e.V. Allein in unserem Projektland Sierra Leone hatten sich bis zum 22. Oktober dieses Jahres nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums bereits 3.389 Menschen mit dem Virus infiziert, 1.008 Menschen waren ihm erlegen – und es werden jeden Tag mehr. Die Regierung von Sierra Leone sieht sich außerstande, die akute Notlage alleine unter Kontrolle zu bringen. Es fehlt vor allem an einheimischem Gesundheitspersonal und einer flächendeckenden Ebola-Aufklärung.

Hier setzt unsere Hilfe an: Wir entsenden zur Unterstützung und Entlastung unserer Langzeitärztin vor Ort und der einheimischen Mit­arbeiter ein Trainingsteam nach Serabu, bestehend aus zwei einheimischen Gesundheitsmitarbeitern und einem internationalen Experten. Dieses Team wird sowohl unser Klinikpersonal als auch einheimische Gesundheitsmitarbeiter aus rund 60 umliegenden Gesundheitszentren in Ebola-Schutz- und -Kontroll-Maßnahmen intensiv schulen. In einem zweiten Schritt werden das Trainingsteam und die zuvor ausgebildeten Gesundheitsmitarbeiter in die umliegenden Dörfer und Gemeinden fahren, um dort unter Einbeziehung lokaler Persönlichkeiten, die das Vertrauen der Bevölkerung genießen – Dorfälteste, traditionelle Heiler, religiöse Vertreter und andere – über das Ebola-Virus aufzuklären. „Das mit diesen Maßnahmen neu gewonnene Vertrauen der durch den Bürgerkrieg noch immer staatlichen Strukturen gegenüber misstrauischen Westafrikaner führt auch nach einem hoffentlich baldigen Abklingen der Ebola-Epidemie zur nachhaltigen Stärkung des lokalen Gesundheitssystems. Ganz im Sinne unseres Namenszusatzes ‚Hilfe, die bleibt‘“, äußert Sous-Braun.

Dank der finanziellen Zuwendung durch das Auswärtige Amt können wir auch ein dringend benötigtes Ambulanzfahrzeug anschaffen. Da in unserem Hospital keine Ebola-Patienten behandelt werden, müssen wir die Verdachtsfälle schnellstmöglich in eines der Ebola-Behandlungszentren überführen. Aktuell gestaltet sich das aus verschiedensten Gründen extrem schwierig. Vor allem gibt es in dieser Ausnahmesituation zu wenig Ambulanzfahrzeuge im Land, die Wege sind weit und führen über unbefestigte Pisten durch Buschland, die vorhandenen Ambulanzfahrzeuge sind „ausgebucht“ und Vermieter wollen keine Kontamination ihrer Fahrzeuge durch Ebola-Viren riskieren. Ein eigenes Ambulanzfahrzeug wird die Situation für unsere Patienten und Mitarbeiter deutlich verbessern.

Weitere Maßnahmen zur Epidemie-Eindämmung im Rahmen unseres 6-Monats-Programms: Vergabe von Nahrungsmittelrationen im Hospital als Behandlungsanreiz für bedürftige Kranke, Bereitstellung von Hygienematerial und Medikamenten für unser Hospital sowie die peripheren Gesundheitsstationen und zu guter Letzt die Bereitstellung einer Gefahrenzulage für unsere Krankenhausmitarbeiter. Denn diese Menschen riskieren in der jetzigen Krise ihr Leben, damit möglichst viele diese Ausnahme-Epidemie überleben.

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