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Serabu

Projektbeginn: 2010 |

Einsätze: 207

Serabu

Das Serabu-Projekt im Überblick

Das Serabu-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 2010

Anzahl Ärzte zurzeit: Fünf Ärztinnen/Ärzte.

Einsätze: 38 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2017. Von 2010 bis Ende 2017 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 207 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden in Serabu über 15.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: Projektpartner der Swiss Doctors ist die Diözese Bo.

Struktur: Tägliche Mitarbeit von Fachärzten aus den Bereichen Anästhesie, Chirurgie, Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Public Health.

Einsatzgebiet(e): Das Serabu Community Hospital im Bezirk Bumpeh Ngao. Darüber hinaus fahren lokale Mitarbeiter in die umliegenden Dörfer, um dort gesundheitliche Aufklärungsarbeit zu leisten und Hygieneschulungen abzuhalten.

Häufigste gesundheitlichen Probleme: Malaria, Unterernährung, Geburtshilfe, Lungenerkrankungen und chirurgische Probleme.

Schwerpunkt: Schweizer Fachärzte versorgen im Serabu Community Hospital die Patienten und bilden einheimische Fachkräfte fort. Sierra-leonische Clinical Health Officer werden in unserem Krankenhaus ausgebildet, um später selbständig medizinisch zu arbeiten. Unser wichtigstes Anliegen ist die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Die Arbeitsschwerpunkte sind Geburtsmedizin, Infektionen, chirurgische Notfälle und zunehmend chronische internistische Krankheiten.

Das Serabu-Projekt im Überblick

Medizinisch unterversorgtes Land

Seit 2010 unterhalten wir im Süden von Sierra Leone ein Krankenhaus: Das Serabu Community Hospital liegt ländlich abgelegen und ist für über 50.000 Menschen die einzige medizinische Anlaufstelle. Unsere Fachärzte versorgen dort die Patienten und bilden einheimische Fachkräfte fort. Sierra-leonische Clinical Health Officer werden in unserem Hospital ausgebildet, um später selbständig medizinisch zu arbeiten. Unser wichtigstes Anliegen ist die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Unsere Arbeitsschwerpunkte sind Geburtsmedizin, Infektionen, chirurgische Notfälle und zunehmend chronische internistische Krankheiten.

Das Serabu Community Hospital besteht aus einer Notaufnahme, einer Ambulanz und einem stationären Bereich, der sich in Frauen-, Männer-, Kinder- und Wöchnerinnenstation gliedert. Das Krankenhaus verfügt über einen Kreißsaal und einen Operationssaal. Insgesamt gibt es 143 Betten. Die Kinderstation ist der größte Bereich. Außerdem gibt es eine HIV- und Tuberkulose-Ambulanz sowie einen ambulanten Bereich für Kinder unter fünf Jahren. Wir unterhalten ein Ernährungsprogramm für Kinder. Zudem fahren einheimische Mitarbeiter in die umliegenden Dörfer, um gesundheitliche Aufklärungsarbeit zu leisten und Hygieneschulungen abzuhalten.

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Geburtshilfe und Kinderheilkunde

In Sierra Leone sterben immer noch viel zu viele Frauen bei oder nach der Geburt. Die Swiss Doctors bieten daher Schwangerenvorsorge sowie sichere Geburten durch erfahrene Hebammen im Kreißsaal des Hospitals an. Zudem ist immer ein Chirurg der anwesend, der im Notfall einen lebensrettenden Kaiserschnitt durchführen kann. Für Frühchen und kranke Babys haben wir einen eigenen Bereich innerhalb der Kinderstation eingerichtet, da diese Patienten ganz intensive Fürsorge benötigen. Auch im Kindesalter ist die Sterblichkeitsrate extrem hoch; so erleben 120 von 1.000 Kindern nicht ihren fünften Geburtstag. Daher ist uns die Sorge um Frauen und Kinder ein besonderes Anliegen.

Die Betreuung von Kindern unter fünf Jahren wird in der Ambulanz, im Krankenhaus und auch bei der Medikamentenausgabe völlig kostenfrei angeboten. Durch die gute Arbeit der Swiss Doctors und des Teams des Krankenhauses ist das Vertrauen der Landbevölkerung in das Krankenhaus wieder gestiegen. Ziel ist es, Menschen dazu zu bewegen, kranke Kinder möglichst schnell zu den Swiss Doctors zu bringen. Nur so können auch bei schweren Erkrankungen wie z.B. Malaria noch Leben gerettet werden.

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Von Anästhesie bis Chirurgie

Das einheimische Personal im Serabu Community Hospital ist hoch­motiviert, doch es fehlt ihm vor allem an fachärztlichem Wissen. So entstand die Idee, Community Health Officer, die schon eine allgemein­medizinische Aus­bildung haben, weiterzubilden, damit wir Fachbereiche wie Anästhesie, Geburtshilfe und Chirurgie in einigen Jahren komplett in einheimische Hände geben können.

2013 begannen wir, auf der Grundlage des staatlichen Ausbildungs­programms, Krankenpfleger zu Anästhesiepflegern und Community Health Officer zu Anästhesisten auszubilden. Außerdem bilden unsere Swiss Doctors auch in den Fachbereichen Chirurgie und Geburtshilfe aus – und die Bilanz ist beeindruckend: Hunderte lebensrettende Operationen konnte unser fachärztlich ausgebildeter Community Health Officer unter Anleitung bereits durchführen.

„Mit meiner Ausbildung bei den Swiss Doctors kann ich etwas für mein Land tun!“

Peter Mboma ist einer von vielen Hoffnungsträgern. Er ist Community Health Officer in chirurgischer Ausbildung und spricht über seine Erfahrungen: „Sierra Leone ist ein geschundenes Land. Ich bin mit Armut, Elend und Krankheit aufgewachsen – und mit dem Krieg wurde alles noch viel schlimmer. Viele sind geflohen und von denjenigen, die blieben, sind viele schwer traumatisiert und haben alles verloren. Es ist ein unerträglicher Gedanke, dass die Menschen in meiner Heimat vom Rest der Welt vergessen wurden und sie kaum das Notwendigste zum Leben haben. Es gibt hier keine Sozialhilfe, keine Krankenversicherung. Menschen durchsuchen Müllhalden nach etwas Essbarem, Kinder sterben an Unterernährung, viele Frauen überleben die Geburt ihres Kindes nicht. Ich will etwas dafür tun, dass es meinen Landsleuten besser geht, und ich will dabei helfen, dass mein Land es schafft, aus eigener Kraft Probleme zu lösen – und ich kann es, weil die Swiss Doctors hier sind. Ich hatte das große Glück, eine Ausbildung zum Community Health Officer abschließen zu können, und jetzt habe ich die Chance, mich bei den Swiss Doctors fortzubilden. Ich habe gerade das chirurgische Training begonnen, und ich möchte einmal genauso gut werden wie die Schweizer Ärzte – und ich träume davon, später einmal selbstständig operieren zu können.“

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Große Armut und infrastrukturelle Defizite

Sierra Leone war gerade dabei wirtschaftlich aufzuholen, da warf die Ebola-Epidemie das Land massiv zurück. Dem westafrikanischen Land fehlt es an ausgebildetem medizinischem Personal, Gesundheits­zentren wie auch an gut ausgestatteten Krankenhäusern. Auch deshalb konnte sich Ebola so gravierend ausbreiten. Rund 4.000 Menschen sind an der Krankheit in Sierra Leone gestorben. Viele Sierra Leoner starben während der Epidemie an anderen Krankheiten, weil sie sich aus Angst vor Ebola nicht in die Krankenhäuser und Gesundheitszentren trauten oder diese geschlossen waren.

Sierra Leone ist eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl es reich an Bodenschätzen ist. Infrastrukturell gibt es große Defizite. Die Kinder­sterblichkeit zählt zu einer der höchsten im weltweiten Vergleich. Auch viel zu viele Mütter überleben die Geburt ihres Kindes nicht. Die Gesundheitssituation der Bevölkerung ist insgesamt erschreckend; 54 % der Todesfälle von Kindern sind auf Unterernährung zurück­zuführen. Das Serabu Community Hospital ist die einzige medizinische Einrichtung für die etwa 50.000 Menschen, die im Bezirk Bumpeh Ngao leben.

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