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Nairobi

Projektbeginn: 1997 |

Einsätze: 845

Nairobi

Das Nairobi-Projekt im Überblick

Das Nairobi-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 1997

Anzahl Ärzte zurzeit: Sechs deutsche Ärztinnen/Ärzte.

Einsätze: 42 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2017. Von 1997 bis Ende 2017 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 845 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden in Nairobi über 65.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: German Doctors Nairobi ist seit 2012 registriert als Träger mit eigener Rechtspersönlichkeit. Das HIV-Programm arbeitet sehr eng mit der Christian Health Association of Kenya zusammen. Für die zahnärztliche Versorgung kooperieren wir mit den Dentists for Africa.

Struktur: Die sechs Ärzte arbeiten in einer festen Ambulanz im Mathare-Valley-Slum, dem Baraka Health Center.

Einsatzgebiet(e): Mathare Valley, der zweitgrößte Slum Nairobis, dessen Einwohnerzahl auf etwa 430.000 Menschen geschätzt wird.

Häufigste gesundheitlichen Probleme: HIV/Aids und Begleiterkrankungen dieser Infektionskrankheit, Tuberkulose, Malaria, Magen-Darm-Erkrankungen, Lungenentzündungen, Diabetes, Asthma, Unterernährung.

Schwerpunkte: Neben der allgemeinmedizinischen Behandlung liegt ein besonderes Augenmerk auf der Arbeit mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken. Da Unterernährung wesentlich zur Kindersterblichkeit beiträgt, stellt das Ernährungsprogramm eine wichtige Komponente des Nairobi-Projekts dar.

Das Nairobi-Projekt im Überblick

Baraka Health Centre – Das Ambulanzgebäude im Mathare Valley

Viele der eingesetzten Ärzte legen den 15-minütigen Weg von ihrer Unterkunft am Rande des Mathare Valleys mitten hinein in den riesigen Slum zur Ambulanz zu Fuß zurück. Ein Weg, der normalerweise viel zu gefährlich für einen Ortsfremden ist. Aber die Hemden mit dem Aufdruck „German Doctors“ schützen sie, denn die Menschen wissen, dass die deutschen Ärzte seit mehr als 15 Jahren für sie da sind – und so kommt es, dass bereits von Weitem regelrechte Kinderschwärme unsere Ärzte willkommen heißen.

Baraka – ein Kiswahiliwort – bedeutet Segen und ist zugleich der Name des Ambulanzgebäudes der German Doctors. Täglich sehen die Einsatzärzte dort 250 bis 300 Patienten – Menschen, die im Mathare-Slum leben und denen keine andere medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Eines der größten Probleme ist die hohe HIV-Infektionsrate. Im Jahre 2012 wurden 14.445 Patienten auf HIV getestet, von denen waren 1.535 positiv (10% bei den Männern, 11% bei den Frauen). Besondere Hilfe benötigen die vielen Waisenkinder, die ihre Eltern durch Aids verloren haben. Gerade für sie bieten die German Doctors Unterstützung durch ihr Ernährungsprogramm an.

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Bekämpfung von Mangel- und Fehlernährung

Viele Kinder im Mathare Valley - dem zweitgrößten Slum in Kenia - sind mangel- oder fehlernährt. Saisonal oder durch wiederholte Lebens­mittelkrisen mit damit verbundenem Preisanstieg von Grundnahrungsmitteln nimmt das Ausmaß der Unterernährung weiter zu. Daher bieten die German Doctors in ihrem „Feeding Centre“ verschiedene Ernährungsprogramme an. Unter medizinischer Aufsicht und wöchent­licher Überwachung werden unterernährte Kinder mit Hilfe von Spezialnahrung „aufgepäppelt“. Auch andere Risikogruppen wie HIV-infizierte Schwangere oder an der Tuberkulose erkrankte Erwachsene werden hier versorgt.

Neben der Ausgabe von Nahrungsmitteln spielt auch die Familienhilfe eine wichtige Rolle: So bieten wir Schulungen für Mütter zu Themen wie Stillen, Ernährung mit preiswerten, lokal verfügbaren Nahrungsmitteln und Hygiene an.

Um möglichst viele Kinder aus dem Slum zum Schulbesuch zu motivieren, finanzieren die German Doctors zudem eine tägliche warme Mahlzeit in zwei der Slumschulen.

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Medizinische Betreuung und Selbsthilfegruppen

Wie überall in Afrika ist die hohe HIV-Infektionsrate eines der dringendsten Probleme, mit dem auch die German Doctors von Anfang an konfrontiert waren. Schon früh boten sie besonders Aids-erkrankten Frauen Selbsthilfegruppen an, da diese – oftmals von ihren Männern verstoßen und deshalb ohne jegliches soziale Netz – besonders schwer unter den Folgen der Erkrankung litten.

2001 starteten die German Doctors ein eigenes HIV-Programm, zunächst um die Menschen zu beraten und sie durch Tests über ihren HIV-Status aufzuklären. Nur wer weiß, dass er infiziert ist und entsprechend begleitet wird, kann selbst Verantwortung übernehmen und verhindern, dass er durch Ansteckung anderer zur Verbreitung der Seuche beiträgt.

Seit 2005 standen den German Doctors Aids-Medikamente zur Verfügung, zunächst allerdings nur für eine kleine Gruppe. Durch US-amerikanische Unterstützung können inzwischen etwa 2.400 Menschen im HIV-Programm behandelt werden. Von diesen erhalten mehr als 2.000 eine antiretrovirale-Therapie (ART). Dadurch kann eine erhebliche Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden, so dass sich infizierte Mütter und Väter trotz ihrer schweren Krankheit weiter um ihre Familien kümmern können.

HIV-infizierte Schwangere und ihre Kinder werden besonders intensiv betreut und beraten, um eine Übertragung des HI-Virus auf das Baby zu verhindern.

Auch heute noch sterben viele HIV-Patienten an Tuberkulose. Dabei ist die Tuberkulose leicht zu behandeln, wenn sie nur früh genug erkannt wird. Tuberkulose-Diagnostik und Behandlung ist daher ein wichtiger Bestandteil des HIV-Projektes.

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Betreuung von Patienten im häuslichen Umfeld

Der vierte Grundpfeiler neben allgemeinmedizinischer Ambulanz, Feeding-Programm und HIV-Programm ist das „Community Based Program“ mit seinen vielfältigen Aufgaben. Unter Leitung einer Sozialarbeiterin besuchen drei Krankenschwestern/-pfleger und 40 sogenannte „Community Health Worker“ (Freiwillige, die nur eine geringe Aufwandsentschädigung erhalten) Patienten im häuslichen Umfeld. Zu ihren Aufgaben gehören u.a.:

  • Hausbesuche von Patienten im HIV-, Tuberkulose- und Ernährungsprogramm sowie Beratung ihrer Familienmitglieder,
  • Überwachung der regelmäßigen Medikamenteneinnahme von HIV-Patienten,
  • Aufsuchen von Patienten, die zum Behandlungstermin nicht erschienen sind (sogenanntes „Defaulter-Tracing“),
  • Häusliche Betreuung von schwerstkranken, bettlägerigen Patienten (Palliativversorgung)
  • Screening von Kindern auf Unterernährung
  • Aufklärungskampagnen und Fortbildungen zu Gesundheitsthemen z.B. in Schulen oder Jugendgruppen

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Leben in den Slums

Der Mathare Valley Slum ist der zweitgrößte Slum von Nairobi, dessen Einwohnerzahl auf etwa 430.000 Menschen geschätzt wird. Die Menschen dort gehören zu der Bevölkerungsschicht mit dem niedrigsten Einkommen der städtischen Gegenden in Kenia. Die meisten Baracken haben keine Wasser-, Strom- oder Abwasserversorgung, es gibt so gut wie keine Infrastruktur. Sauberes Wasser ist zwar vorhanden, muss aber von privaten, weit verstreut liegenden „Wasserkiosken“ zu zeitweise stark erhöhten Preisen gekauft werden. Latrinen hingegen finden sich nur sehr vereinzelt.

Die „Hütten“ gehören sogenannten „Landlords“, die nicht in Mathare leben und deren einziges Interesse darin liegt, mit den Baracken möglichst viel Geld zu verdienen. Wer in Mathare lebt, ist täglich von Tod, HIV/Aids und Gewalt umgeben. Baraka, die Ambulanz der German Doctors mitten im Slum, ist einer der wenigen Orte, an dem die Menschen Unterstützung bekommen.

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