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Mindoro

Projektbeginn: 2002 |

Einsätze: 510

Mindoro

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 2002

Anzahl Ärzte zurzeit: Zwei Ärztinnen/Ärzte, regelmäßig unterstützt von einem/r Zahnarzt/ärztin.

Einsätze: 19 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2017. Von 2002 bis Ende 2017 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 510 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden in Mindoro über 25.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: Die German Doctors sind eine offiziell in den Philippinen registrierte Nichtregierungsorganisation.

Struktur: Bis Mitte 2015 lag das Zentrum unserer Arbeit im Gesund­heits­zentrum in Bagong Silang im Norden Manilas. Die Arbeit gliederte sich dort in drei Bereiche: das feste Gesundheitszentrum, die täglich von dort „ausschwärmenden“ Mobile Clinics in die Slumgebiete von Manila und die zehntägige Rolling Clinic zu den Ureinwohnern der Nachbarinsel Mindoro. Da sich insgesamt die Lage in Manila für unsere Zielgruppe verbessert hat und inzwischen auch mehr Gesundheitsdienste zur Verfügung stehen, haben wir Mitte 2015 den Schwerpunkt des Projektes von Manila nach Mindoro verlagert. Unsere freiwillig und unentgeltlich arbeitenden Swiss Doctors gehen nun für ihre gesamte Einsatzzeit nach Mindoro, um dort auf Rolling Clinics in den Bergen die verarmte und vernachlässigte Bevölkerungsgruppe der Mangyans zu versorgen. Die Tätigkeit in Manila wird in verkleinertem Maßstab von einem Team einheimischer Mitarbeiter aufrecht erhalten, so dass keiner der wirklich Bedürftigen ohne Hilfe bleibt. Vor allem wird das wichtige und sehr gut laufende Tuberkulose-Programm in Manila fortbestehen.

Einsatzgebiet(e): Die Küsten- und Bergregionen auf der Manila vorgelagerte Insel Mindoro.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Infektionskrankheiten, Bronchitis, Hauterkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Tuberkulose.

Schwerpunkte: Auf Mindoro ist die basismedizinische Behandlung der vernachlässigten indigenen Bevölkerung wichtig. Neben der allgemeinmedizinischen Betreuung setzen wir auf Mindoro auch Zahnärzte ein. Wie schon im Gesundheitszentrum der Swiss Doctors in Bagong Silang ist auch hier der Kampf gegen die Tuberkulose von besonderer Bedeutung. Langfristig wollen wir durch Schulung einheimischer Kräfte dazu beitragen, die Gesundheitsdienste auf Mindoro für alle Bevölkerungs­gruppen zu stärken.

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Medizinische Hilfe für verarmte Ureinwohner

Mindoro ist eine kleine Insel in direkter Nachbarschaft zur Hauptstadt Manila. Eine Million Menschen leben dort, ein Zehntel davon gehört dem Ureinwohnervolk der Mangyans an. Sie leben zurückgezogen und in traditioneller Weise. Für sie ist der regelmäßige Zugang zu basis­medizinischer Versorgung durch unsere mobilen Einheiten sehr wichtig. Die Menschen nehmen lange Fußmärsche auf sich, um zu den Rolling Clinic-Plätzen zu kommen und von einem Arzt behandelt zu werden. Die Mangyans leben von Subsistenzwirtschaft oder helfen auf Farmen als Hilfsarbeiter aus. Viele sind bitterarm. Die Insel Mindoro wurde in der Vergangenheit häufig von Taifunen verwüstet. Dabei wurden Häuser und Hütten zerstört und ganze Ernten vernichtet.

Schwerpunkte der Arbeit auf Mindoro sind die basismedizinische Versorgung der Menschen sowie die Bekämpfung und Behandlung der Tuberkulose. Die Einsatzärzte fahren mit ihren Teams, die aus Kranken­schwestern, Übersetzern und einem Fahrer bestehen, rund 40 Stand­orte an. Manchmal wird das Team von einem Zahnarzt begleitet.

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Rolling und zuweilen auch Walking Clinics

Schon seit 2002 engagieren sich die German Doctors auf der Insel Mindoro für die indigene Bevölkerungs­gruppe der Mangyans. Bis 2015 war deren Einsatzzeit zwischen unserem Projektstandort in Manila und den Touren auf Mindoro aufgeteilt. Seit Mitte 2015 werden unsere Swiss Doctors für den ganzen Zeitraum ihres Aufenthaltes auf sogenannten Rolling Clinics von jeweils zehntägiger Dauer auf Mindoro eingesetzt. Die Dörfer der Mangyans sind kaum von richtigen Straßen erschlossen. Nicht selten kann daher der Jeep der Swiss Doctors über­schwemmte Straßen nicht überqueren. Dann heißt es für das gesamte Team aussteigen und zu Fuß weiter. Aus der Rolling Clinic wird dann mitunter eine Walking Clinic.

Die Ärzte fahren in zwei Teams die auf der Insel verstreut liegenden Rolling Clinic-Plätze an. Dort angekommen, wird das mitgebrachte Material ausgepackt: Es wird ein Behandlungsraum bestehend aus Liege, Tisch und Stühlen errichtet und mit einem Sichtschutz versehen, um die Patienten vor den neugierigen Blicken der Wartenden abzuschirmen. Dann kann es losgehen. Zuerst werden die Patienten von den Schwestern registriert, gewogen und der Blutdruck gemessen. Die Daten und Befunde werden auf Patientenkarten festgehalten. Dem Arzt steht bei der Untersuchung immer ein Übersetzer zur Seite. Je nach Standort behandeln unsere ehrenamtlichen Ärzte zwischen 60 und 90 Patienten am Tag. Häufigste Diagnose bei den erwachsenen Patienten sind Infektionskrankheiten. Erfahrungsgemäß sind immer sehr viele Kinder unter den Patienten. Regelmäßig wird die Rolling Clinic auch von einem unserer Zahnärzte begleitet.

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Von Manila nach Mindoro

Neben dem Kalkutta-Projekt gehört das Projekt in Manila zu den ältesten Arztprojekten der Swiss Doctors. 1983, zwei Wochen nachdem die ersten Ärzte die Arbeit in Kalkutta aufgenommen hatten, startete das erste Team in Manila.

Zu Beginn arbeiteten die German Doctors in Anlehnung an die Canossa Schwestern in dem berüchtigten Slumbezirk Tondo. Lange Zeit versorgten wir auch die Menschen, die von der Arbeit auf den Müllbergen in Payatas leben müssen. 1992 zogen die German Doctors mit dem Projekt in das Aussiedlungsgebiet Bagong Silang, wo 1993 im Rahmen der deutschen Entwicklungshilfe durch sie ein eigenes Sozial- und Gesundheitszentrum, das „Health Care Development Center“ (HCDC) aufgebaut wurde. Dieses Zentrum war bis 2015 die Basis der German Doctors, in dem neben täglichen Armensprechstunden auch Tuberkulose- und Präventiv-Programme unter philippinischer Leitung liefen. Die Einsatzärzte arbeiteten hier gemeinsam mit philippinischen Kollegen; geleitet wird das Zentrum von der einheimischen Ärztin Dr. Fe Nocete. Seit Mitte 2015 konzentriert sich die Arbeit der Einsatzärzte auf Mindoro, während Dr. Fe Nocete mit einem Team einheimischer Mitarbeiter das Tuberkuloseprogramm und eine Ambulanz für wirklich Bedürftige in Bagong Silang offen hält.

Das Mindoro-Projekt im Überblick

Die Mangyans auf Mindoro

Durch die Rolling Clinic-Touren kommen unsere Swiss Doctors den Menschen auf Mindoro sehr nahe Vor allem kümmern sie sich dort um die Ureinwohner der Insel, die Mangyans. Von den sogenannten Lowlanders, den philippinischen Zuwanderern, zunehmend in schwer zugängliche Bergregionen verdrängt, werden diese auch vom philippinischen Gesundheitssystem vernachlässigt. Der Besuch der Swiss Doctors in den verarmten und abgelegenen Dörfern ist für diese Menschen meist die einzige Möglichkeit, sich von einem Arzt behandeln zu lassen. In ihren Dörfern leben die Mangyans in für uns archaisch anmutenden, sehr einfachen Verhältnissen. Ihre Verbindung zur Natur, in und von der sie leben, ist oft recht eng und manches Mal gilt es, den richtigen Weg zwischen unserem Medizin­verständnis und dem der Mangyans zu finden. Auch mag der äußere Eindruck der Einfachheit oft täuschen. So vermutet wahrscheinlich niemand bei seinem ersten Besuch in einem Mangyan-Dorf, dass dieses Volk eine lange und hochstehende literarische Tradition hat.

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