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Mindanao

Projektbeginn: 1985 |

Einsätze: 2.041

Mindanao

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 1985

Anzahl Ärzte zurzeit: Zehn Ärztinnen/Ärzte, darunter immer auch ein Zahnarzt.

Einsätze: 20 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2017. Von 1985 bis Ende 2017 wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 2.041 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden auf Mindanao über 130.000 Behandlungen vorgenommen.

Partner: Unsere Partnerorganisation, die German Doctors, sind eine offiziell in den Philippinen registrierte Nicht­regierungs­organisation. Sie arbeitet eng mit dem College of Medicine der Xavier University in Cagayan de Oro (CdO) zusammen.

Struktur: Zwei Armenhospitäler, vier Rolling Clinics zur Versorgung der Landbevölkerung und Ausbildung von Gesundheitsarbeitern.

Einsatzgebiet(e): Rolling Clinics in den Provinzen Misamis Oriental, Bukidnon, Marilog District (Davao City) und Arakan (North Cotabato), sowie Armenhospitäler mit Ambulanzen in Valencia sowie in der abgelegenen Ortschaft Buda.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Erkältungen, Hauterkrankungen, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Basismedizinische Hospitäler in Buda und Valencia. Vermittlung von grundlegendem Wissen zu den Themen Gesundheit, Hygiene und gesunde Ernährung in sogenannten Family Health Classes. Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe. Ausbildung von Gesundheitsarbeitern. Basismedizinische und zahnärztliche Versorgung der ländlichen Gebiete mit der Rolling Clinic.

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Hospitale in Cagayan de Oro, Valencia & Buda

1989 wurde in Cagayan de Oro das „Community Health Care Center“ (CHCC) eröffnet. Dort arbeiten die Ärzte zusammen mit ihren philippinischen Kollegen in der offenen Ambulanz des CHCC. Schon früh morgens warten hunderte von Menschen aus den Elends­gebieten der Stadt und der näheren Umgebung, um einen Arzt zu sehen. Andere medizinische Hilfe können sie sich nicht leisten. Jeden Tag werden hier ca. 200 Patienten behandelt. Von hier aus startet auch die Rolling Clinic mit einer Dauer von zehn Tagen in das Landesinnere von Mindanao. Bis 2013 gab es zusätzlich ein von den German Doctors geleitetes und finanziertes Armenhospital mit 30 Betten, darunter 14 pädiatrische, 14 innere und zwei Betten auf einer Isolierstation, bis dies an die lokalen Partner übergeben wurde.

1994 eröffneten die German Doctors mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein weiteres Armenhospital in der 75 km weiter südlich gelegenen Kleinstadt Valencia. Neben einer offenen Ambulanz für die Armen stehen 30 Betten für unterernährte Kinder und Schwerkranke sowie eine eigene Tuberkulose-Station zur Verfügung. Das Hospital in Valencia ist auch ein wichtiger Anlaufpunkt für Patienten aus den Rolling Clinics-Gebieten. Täglich sehen die Ärzte dort um die 100 Patienten.

Weitere 55 km weiter südlich, in der kleinen Ortschaft Buda, konnten die German Doctors im Juni 2006 schließlich das dritte Armenhospital eröffnen. Zielgruppen des Projektes in dieser medizinisch völlig unterversorgten Region sind vor allem Kinder, Schwangere und Mütter der vernachlässigten Volksgruppe der Manobos aus den umliegenden Bergdörfern. Ihnen eine ausreichende Gesundheitsversorgung, sichere Geburt, Schulung und Gesundheitserziehung zu ermöglichen, ist Hauptanliegen der Swiss Doctors. Viele Manobos, meist Mütter mit ihren oftmals extrem unterernährten Kleinkindern, kommen in z.T. stundenlangen Fußmärschen nach Buda, um den Arzt in der Ambulanz zu sehen. Schwere Fälle können direkt stationär aufgenommen werden.

Umfangreiche Tuberkulose- und Familien-Planungs-Programme sind in die Arbeit aller Hospitäler eingeschlossen. Gesundheitserziehung ist ein integraler Bestandteil jedes Patientenbesuches.

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Wöchentliche Schulungen in Cagayan de Oro

Seit 20 Jahren führen die German Doctors in Cagayan de Oro die sogenannten Mothers’ Classes durch. Während eines Zeitraumes von sechs Monaten treffen sich Frauen aus meist armen Familien wöchentlich und werden nach einem feststehenden Curriculum geschult. Auf dem Lehrplan stehen dabei Themen wie Hygiene, Ernährung, Familienplanung, Gesundheit, Sparen und Informationen über die den Menschen – insbesondere Frauen und Kindern – zustehenden Rechte. Auch werden den Frauen Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie sich einen einfachen Lebensunterhalt verdienen können. War das Programm zunächst auf die Bewohner der Slums von Cagayan de Oro beschränkt, fahren die Teams der Ausbilder inzwischen seit vielen Jahren auch in die Dörfer der weiteren Umgebung. In Cagayan de Oro steht dank einer großzügigen Privatspende aus Deutschland für diese Arbeit das „Mothers’ Haus“ zur Verfügung.

In den entlegenen Dörfern besuchen mittlerweile auch immer mehr Männer freiwillig und wissbegierig diese Kurse – die Mothers’ Classes haben sich so im Laufe der Zeit zu Family Health Classes entwickelt. Eine positive Entwicklung, die gerade im Hinblick auf das Thema Familienplanung von großer Bedeutung ist.

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Ambulanz auf Rädern im Hinterland

Schon seit Beginn der Tätigkeit der German Doctors auf Mindanao versorgen wir mit der sogenannten Rolling Clinic die ländlichen, medizinisch unterversorgten Gebiete des bergigen Hinterlandes der Insel. Jeden Montag brechen Teams bestehend aus dem deutschen Arzt, dem Fahrer, einer Übersetzerin und einer Apothekenhelferin auf, um nach einem festen Plan die Bevölkerung abgelegener Dörfer zu besuchen. Die Fahrt im mit Ausrüstung und Medikamenten vollgepackten Jeep geht oft über abenteuerliche Straßen. Nicht selten müssen kleinere Bäche durchquert werden, die bei starkem Regen zu reißenden Flüssen heranwachsen können. Manchmal muss ein Wasserbüffel den Wagen aus dem Schlamm ziehen oder es geht nur noch zu Fuß weiter.

Kommt das Team in einer Ortschaft an, warten meist schon viele Menschen auf die German Doctors. Schnell werden die Ambulanztische aufgestellt und die Apotheke hergerichtet. Währenddessen hält einer der philippinischen Mitarbeiter Patientenunterricht zu Themen wie Hygiene, Ernährung und Zahngesundheit ab. Auf den zehntägigen Touren übernachtet das gesamte Team zumeist in den einfachen Häusern der Dorfbewohner.

Auf einer der Touren ist auch immer ein Zahnarzt dabei. Um genug Licht zu haben, arbeitet er mit einem einfachen Stuhl unter freiem Himmel. Die mutigsten Dorfbewohner werden vorgeschickt und alles beobachtet gespannt, ob der neue Doctor beim Zähneziehen behutsam genug vorgeht. Hat er diesen „Test“ bestanden, füllt sich die Warteschlange schnell mit weiteren Patienten, die von Zahnschmerzen befreit werden wollen.

Das Mindanao-Projekt im Überblick

Bedürftige Bauern und Manobos

Die Bauern in den abgelegenen Dörfern des bergigen Hinterlandes Mindanaos leben unter sehr einfachen Bedingungen. Staatliche Pro­gramme erreichen sie nicht, das nächste Gesundheitszentrum ist weit entfernt. Oftmals fehlt es schon am Geld, um nach stundenlangem Fuß­marsch an der Hauptstraße den Bus in das nächste Provinzstädtchen bezahlen zu können. Für medizinische Behandlung und Medikamente bleibt dann erst recht nichts übrig.

Mit dem Netz von Rolling Clinics und der Möglichkeit, Schwerkranke und unterernährte Kinder in unsere eigenen Armenhospitäler einweisen zu können, sorgen die Swiss Doctors dafür, dass diesen Menschen in ihrem Überlebenskampf wenigstens medizinisch geholfen wird. Durch regelmäßigen Patientenunterricht und die Ausbildung hunderter lokaler Gesundheitshelfer sind inzwischen in vielen Orten die hygienischen Verhältnisse und der generelle Gesundheitszustand der Menschen deutlich besser geworden. Bei der Abschlussbesprechung nach jeder zehntägigen Rolling Clinic-Tour werden auch besondere Probleme einzelner Ortschaften – wie ausgetrocknete Brunnen – besprochen. Ge­meinsam mit unseren einheimischen Mitarbeitern wird dann überlegt, wie im Einzelfall zu helfen ist.

Besonders in der Provinz Bukidnon fahren die Teams der Swiss Doctors in die Dörfer der Manobos. Diese gehören zu den Ureinwohnern der Insel und werden auf den Philippinen immer noch benachteiligt. Der regelmäßige Besuch zeigt ihnen und den übrigen Filipinos, dass auch sie einen Anspruch auf eine basismedizinische Versorgung haben.

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