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Luzon

Projektbeginn: 2018 |

Einsätze: 2

Luzon

Das Luzon-Projekt im Überblick

Das Luzon-Projekt im Überblick

Daten und Fakten

Projektbeginn: 2018

Anzahl Ärzte zurzeit: Zwei deutsche Ärztinnen/Ärzte

Einsätze: 2 (geplant sind 16 Einsätze pro Jahr)

Patientenkontakte: Wir rechnen mit rund 10.000 Behandlungen pro Jahr.

Partner: Die German Doctos sind eine offiziell in den Philippinen registrierte Nicht­regierungs­organisation.

Struktur: Wir versorgen Indigene in schwer zugänglichen Bergdörfern mit einer Rolling Clinic basismedizinisch. Ausgehend vom Ärztehaus in der Ortschaft Conner fahren wir nach einem festen Plan 17 Ortschaften auf drei Touren an. Die erste Tour dauert elf Tage, die zweite vier und auf Tour drei ist das Team drei Tage lang unterwegs. Zudem bilden wir Einheimische zur Stärkung des lokalen Gesundheitswesens an 33 Seminartagen, verteilt über einige Monate, zu Gesundheitsarbeitern aus. Die Rolling Clinic bietet ihnen dabei die Möglichkeit des „Training on the job“.

Einsatzgebiet(e): Entlegene Ortschaften in den Provinzen Apayao und Kalinga

Häufigste gesundheitliche Probleme: Lungenentzündungen, vielfältige Hauterkrankungen, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Basismedizinische Versorgung indigener Bergbauern, Ausbildung einheimischer Gesundheitsarbeiter

Das Luzon-Projekt im Überblick

Hilfe kommt zu Fuß und auf vier Rädern

Wenn die Patienten nicht zum Arzt kommen können, muss der Arzt eben zu den Patienten fahren bzw. gehen. Diese Aussage beschreibt im Grunde genommen das Konzept der Rolling Clinic, welches sich bereits in verschiedenen German Doctors-Projekten bewährt hat. Auf Luzon bedeutet es in der Praxis: Jeden Werktag bricht ein Team, bestehend aus zwei deutschen Ärzten, einem Fahrer und einer Apothekenhelferin vom Ärztehaus in der Ortschaft Conner auf, um Bergbauern in abgelegenen Dörfern zu besuchen. 17 Siedlungen steuern unsere Teams nach einem festen Plan an. Die Fahrt bzw. die Wanderung dorthin ist oftmals abenteuerlich und erfordert körperliche Fitness. Die überwältigende Landschaft entschädigt allerdings für manche Strapaze. Übrigens legen auch unsere Patienten strapaziöse und oft stundenlange Wanderungen zurück, um zur ambulanten Sprechstunde zu gelangen. Manch eine Mutter ist mit ihren Kindern, das jüngste noch im Tragetuch, schon 4 Stunden barfuß und ohne Proviant über steinige Pfade gelaufen, bevor sie unsere Sprechstunde erreicht.

Wenn unser Team am jeweiligen Tagesziel angekommen ist, richtet es schnell das mobile „Sprechzimmer“ her, während eine Krankenschwester mit den fitten wartenden Patienten Morgengymnastik zu flotter Musik macht. Die Philippiner lieben das! Weitere Wartezeiten nutzt ein Teammitglied für kurze Schulungen zu Krankheitsvorbeugung, Ernährung und Zahnhygiene. Ein Arzt fischt als Erstes die Notfälle aus der wartenden Menge heraus, damit diese zuerst behandelt werden. Eine Krankenschwester registriert, wiegt und misst allen Patienten den Blutdruck. Sämtliche Daten und Befunde werden auf Patientenkarten festgehalten; somit hat auch der nachfolgende Einsatzarzt die ganze Krankengeschichte vor Augen. Die meisten erwachsenen Patienten leiden an Infektionskrankheiten; den Kindern setzen vor allem Lungenentzündungen und Durchfälle zu.

Für eine möglichst reibungslose Kommunikation mit den rund 60 bis 90 Patienten pro Tag steht unseren Ärzten bei den Untersuchungen stets eine Übersetzerin zur Seite. Die Übersetzerinnen sind bei der Gemeinde angestellte, für mehrere Dörfer zuständige Krankenschwestern. Dankenswerterweise stellen die Gemeinden uns die Übersetzerinnen; das heißt, wir sparen Personalkosten.

Für die einheimischen Gesundheitsarbeiter, die wir in 33 Seminartagen ausbilden, bieten die Rolling Clinic-Touren die optimale Gelegenheit zum „Training on the job“. Hier können sie, angeleitet von unseren Einsatzärzten, wichtige praktische Erfahrungen sammeln. Mittelfristig befähigen wir die Health Worker, ihre Mitmenschen selbst basismedizinisch zu versorgen. Der entscheidende Schritt in Richtung Unabhängigkeit von unserer Hilfe.  

Das Luzon-Projekt im Überblick

Leben wie vor hunderten von Jahren

Unsere Einsatzregion auf Luzon steht auf Platz zwei der 20 ärmsten Provinzen auf den Philippinen. Hier wohnen wahrhaftig die Ärmsten der Armen. Die Zeit scheint zudem stehengeblieben zu sein in der schwer zugänglichen Bergregion. Viele indigene Stämme in den Tälern der Cordilleras leben noch heute wie schon vor hunderten von Jahren. Den rauen Gebirgsketten haben die „Isneg“, „Kalinga“ und andere Ethnien in mühseliger Handarbeit Terrassen abgetrotzt, auf denen sie Reis und Gemüse anbauen. Am bekanntesten sind die Reisterrassen von Banaue. Seit 1995 zählen sie als Kulturlandschaft zum Weltkulturerbe der UNESCO. So zieht es denn auch manch einen abenteuerlustigen Touristen in die schwer zugängliche Region. Einen Arzt hingegen suchte man hier bis Februar 2018 vergebens. Zwar gab es in einigen Siedlungen sogenannte „Barangay Health Stations“, staatliche Gesundheitsstationen. Diese sind aber oftmals kaum mehr als ein Verschlag und, wenn überhaupt, besetzt mit schlecht ausgebildeten Gesundheitsarbeitern, die kaum über Medikamente verfügen. Fundierte medizinische Hilfe haben die Bergbauern hier nicht erhalten. Doch seit Februar 2018 zählen die Bergbauern in den abgeschiedenen, extrem armen Provinzen Apayao und Kalinga zum internationalen Patientenkreis der German Doctors. Zudem dürfen sie damit rechnen, dass mittelfristig einheimische Gesundheitsarbeiter, ausgebildet von German Doctors, ihre basismedizinische Versorgung übernehmen können.

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